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Hype um Lidl-Produkt: Kunden fallen auf falsches „Monsieur Cuisine“-Angebot rein

Eine Lidl-Filiale mit Eingangsbereich und Logo.
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Angeblich verkauft Lidl die Küchenmaschine im Internet für einen Spottpreis. Doch hinter dem Angebot stecken Betrüger (Symbolbild).
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Der Discounter Lidl lockt seine Kunden mit seinen günstigen Angeboten an. Doch eine Annonce kommt Käufer nun teuer zu stehen. Dahinter verbergen sich dreiste Betrüger.

Neckarsulm - Online ist sie schnell ausverkauft, im Laden ebenso schnell vergriffen: Der Discounter Lidl hat mit seiner beliebten Küchenmaschine „Monsieur Cuisine“ seit Jahren einen Dauerbrenner im Sortiment. Doch interessierte Käufer sollten aktuell Vorsicht walten lassen: Ein Angebot lockt Kunden in eine teure Falle.

Wie der Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch Mimikama auf seiner Webseite berichtet, werden die „Monsieur Cuisine“-Maschinen aktuell zu einem Spottpreis im Internet angeboten. Doch dahinter steckt eine dreiste Betrugsmasche.

Lidl: „Monsieur Cousine“ wird zum Spottpreis angeboten - und kostet letztendlich viel Geld

Auf Facebook werben angebliche Lidl-Seiten für den günstigen „Monsieur Cuisine“. Ähnlich schnell wie die Küchenmaschinen aus den Lidl-Regalen verschwinden, verschwinden allerdings auch die genannten Angebotsseiten. Oft sind die Seiten nur für wenige Tage erreichbar, ehe sie wieder gelöscht werden, schreibt der Verein. Angeblich wegen eines verlorenen Rechtsstreits von Lidl gegen Thermomix werden die Küchenmaschinen besonders billig angeboten. Gerade einmal 1,99 Euro sollen sie kosten.

Unter dem Facebook-Beitrag der gefälschten Lidl-Seiten finden sich Kommentare begeisterter Kunden, die das Angebot weiterempfehlen. Doch wie Mimikama schreibt, handelt es sich dabei ebenfalls um Fake-Profile, die lediglich für diese Kommentare angelegt wurden. Mit einer andern dreisten Masche erschlichen sich Betrüger 3 Millionen Euro an Corona-Hilfen.

Wen der günstige Preis und die seltsamen Facebook-Kommentare noch nicht stutzig macht, dem fällt spätestens beim Blick auf die Facebook-Seite auf, dass etwas nicht stimmt. Häufig ist „Lidl“ falsch geschrieben, zum Beispiel „Lldl“, oder auch das Logo weist Unstimmigkeiten mit dem Original aus Baden-Württemberg auf. Nichtsdestotrotz fallen leider trotzdem Menschen auf die Seiten rein.

Angeblich günstiges Lidl-Angebot: So funktioniert die Masche der Betrüger

Auch die Vorschau-URL im Facebook-Post zeigt, dass man durch einen Klick nicht auf dem offiziellen Onlineshop von Lidl landen wird. Folgt der Nutzer dem angegebenen Link über einen PC, landet er auf einem portugiesischen Blogeintrag, der über die angebliche Testung des „Monsieur Cuisine“ berichtet. Wer allerdings über ein Smartphone auf den Link zugreift, landet statt im gefakten Onlineshop auf einer Gewinnspielseite. Dort hat man drei Versuche, ein Geschenk zu öffnen. Und siehe da: Man gehört zu den glücklichen Gewinnern, die einen „Monsieur Cuisine“ - oder wie er auf der Gewinnseite plötzlich heißt, einen „Mr. Kitchen“ - für nur 1,99 Euro erstehen können.

Wer den „Mr. Kitchen“ haben möchte, muss anschließend scheinbar belanglose Fragen beantworten. So will die Seite etwa wissen, wie oft man kocht. Am Ende wird dann die Eingabe von Name, Adresse, Telefonnummer und Kreditkartendaten gefordert. Allein die Angabe kann Kunden zum Verhängnis werden.

Doch nicht nur das: Dabei sollte man vor allem auf das Kleingedruckte achten. Denn darin steht, dass man mit Einwilligung der Nutzungsbedingungen auch einer fünftägigen Testversion „für einen angeschlossenen Abonnementdienst“ zustimmt. Und genau da ist der Haken: Wer nicht innerhalb dieser fünf Tage das Abo wieder kündigt, dem werden anschließend alle 14 Tage 37 Euro von der Kreditkarte gebucht. Ob man den „Monsieur Cuisine“ jemals erhält, ist fraglich. Viel Geld verlor auch ein Volksbank-Kunde aus Lahr: Betrüger ergaunerten 100.000 Euro.

Doch nicht nur die Abzocke ist ärgerlich: Zwar kann man das Abo kündigen, doch die Betrüger haben dennoch wichtige Daten erhalten. 37 Euro zu verlieren, ist dann wohl das kleinste Übel. Im schlimmsten Fall nutzen die Kriminellen die Daten für weitere illegale Geschäfte - oder klauen so sogar ganze Identitäten.

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