Supermarkt-Angebot wird ausgenutzt

Lidl-Kundin macht Kampf um Ladestationen wütend: „Gruppen von Teslafahrern verabreden sich“

Blauer Tesla beim Aufladen an einer Lidl-E-Ladestation.
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Die Probleme mit den Ladestationen bei Lidl reißen nicht ab. Eine Kundin berichtet gar von Gruppen, die sich systematisch zum Aufladen beim Discounter verabreden (Symbolbild).
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
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Einkaufen und währenddessen das E-Auto aufladen - bei Lidl ist das möglich. Unter den Kunden sorgt das Angebot allerdings für Streit, weil viele es schamlos ausnutzen.

Bad Wimpfen - E-Autos unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von Verbrennern. Nebst anderem Fahrgefühl dürfte das „Tanken“ wohl die größte Umstellung sein. Es erfordert zumindest etwas mehr Planung und Voraussicht, um mit dem E-Auto rechtzeitig an eine Ladesäule zu fahren. Das hängt auch damit zusammen, dass das Ladenetz für E-Autos in Deutschland noch ein Trauerspiel ist.

Das ist wohl einer der Gründe, weshalb die Ladestationen von Lidl so beliebt sind. Kunden können ihre E-Autos dort mit Strom versorgen und währenddessen einkaufen gehen, anstatt unnötig zu warten. Das Angebot sorgt aber auch immer wieder für Streitigkeiten. Zuletzt regte sich eine Lidl-Kundin über einen „Ladeschnorrer“ beim Discounter auf. Solche Situationen sind beim Lebensmittelhändler aus Bad Wimpfen offenbar kein Einzelfall. Es stand sogar bereits zur Debatte, dass Lidl die Ladestationen wegen der Schnorrer abbaut. Die jüngste Schilderung einer Kundin auf Facebook dürfte die Diskussion darüber nicht gerade entschärft haben.

Ladestationen von Lidl: Kundin schildert systematische Ausnutzung des Angebots für E-Autos

Eigentlich beschwert sich die Kundin auf Facebook über die Situation mit den Ladestationen bei Kaufland, das genau wie Lidl zur Schwarz-Gruppe gehört. Die Frau beschreibt, wie ein Mann sich im Discounter extra Zeit lässt, um sein E-Auto länger zu laden und selbst nach dem Einkauf noch grinsend „Kaffee trinken“ geht, weil die Batterie erst zu 57 Prozent geladen sei. In der Kommentarspalte bekommt die deshalb frustrierte Kaufland-Kundin Zuspruch.

Eine weitere Nutzerin schildert unter dem Beitrag eine Masche, die das Verhalten einzelner Ladeschnorrer an Dreistigkeit sogar noch übertrifft. „Es gibt Gruppen, bei denen sich Teslafahrer z. B. bei Lidl verabreden“, schreibt sie. Sie würden die Ladestationen bei Lidl daraufhin blockieren, sodass andere Kunden leer ausgingen. Die E-Auto-Fahrer blieben sogar sitzen, ohne beim Discounter einzukaufen. „Arschlöcher hast du halt immer“, so die Lidl-Kundin resigniert.

Ladeschnorrer bei Lidl: Supermarkt geht gegen dreiste E-Auto-Fahrer vor

Inwiefern diese Gruppen tatsächlich in großem Stil ein Problem bei Lidl sind, lässt sich nicht sagen. Zudem dürften es E-Auto-Fahrer in Zukunft deutlich schwerer haben, kostenlos bei Lidl aufzuladen. Denn der Discounter aus Bad Wimpfen schafft das Angebot zwar nicht ab, leitet aber durchaus Schritte gegen Ausnutzung ein.

Lidl geht auf verschiedenen Wegen gegen Ladeschnorrer vor. So sollen nur noch Kunden die Ladestationen nutzen können, die tatsächlich beim Discounter einkaufen - ermöglicht durch eine vorherige Registrierung per App. Außerdem riegeln die Stationen künftig ab einer bestimmten Lademenge einfach ab. Aktuell ist die systematische Ausnutzung also ein Problem, das bald aber der Vergangenheit angehören dürfte.

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