An Tafeln in ganz Deutschland

Massenhaft Ladenhüter: Lidl spendet Schnelltests

Eine Filiale der Discounterkette Lidl (links), ein Corona-Selbsttest (rechts).
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Der Discounter Lidl spendet Corona-Selbsttests an die Tafeln in Deutschland.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Vor Monaten noch heiß begehrt, nun vielerorts Ladenhüter: Corona-Tests verschwinden immer mehr aus den Discounter-Regalen. Lidl spendet einen Teil an die Tafeln in Deutschland.

Neckarsulm - Die Corona-Pandemie hat auch in Baden-Württemberg das Konsumverhalten der Kunden deutlich verändert. Vor den mehrmonatigen Lockdowns gab es beispielsweise in vielen Filialen der Discounterkette Lidl mit Hauptsitz in Bad Wimpfen (Kreis Heilbronn) Hamsterkäufe von Toilettenpapier, Desinfektionsmitteln oder Nudeln.

Zudem gab es zum Verkaufsstart der Corona-Selbsttests bei Lidl, Kaufland oder dm einen regen Ansturm auf die Produkte. Durch die Lockerungen in Baden-Württemberg, durch die auch die Testpflicht in vielen Bereichen immer weiter entfällt, und auch die steigende Zahl an vollständig geimpften Bürgern, werden die einst heiß begehrten Produkte nun immer mehr zum Ladenhüter.

Die Discounterkette Lidl, deren Chef kürzlich seinen Posten räumen musste, will wie auch Kaufland in Zukunft keine neuen Corona-Selbsttests mehr für die Filialen bestellen. Stattdessen gibt der Discounter bundesweit Selbsttests an die Tafeln in Deutschland aus, heißt es aus dem Unternehmen. Auch bei der Supermarktkette Kaufland, die wie Lidl zur Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) gehört, verschwinden die Tests aus den Regalen, wie die Heilbronner Stimme berichtet.

Lidl spendet Corona-Selbsttests an finanziell benachteiligte Menschen und Tafel-Mitarbeiter

Die Nachfrage nach den einst sehr begehrten Corona-Selbsttests ist in den vergangenen Wochen immer weiter zurückgegangen. Die Drogerie dm verkauft die Produkte bereits zum Schleuderpreis und auch Kaufland verramscht das Produkt, das zuvor noch jeder haben wollte.

Doch selbst bei den sehr günstigen Preisen sinkt die Nachfrage nach den Selbsttests offenbar immer weiter. Die baden-württembergische Supermarktkette ging deshalb noch einen Schritt weiter. Kaufland wirft Coronatests aus dem Sortiment. Auch aus den Regalen der Lidl-Filialen werden die Produkte bald verschwinden, der Discounter will den Restbestand jedoch einem guten Zweck zukommen lassen.

Laut einer Pressemitteilung stehen die gespendeten Tests von Lidl den Helfern der Tafeln in ganz Deutschland zur Verfügung. Als Tafel versteht man allgemein eine gemeinnützige Hilfsorganisation, die Lebensmittel, die ansonsten weggeworfen oder vernichtet werden an Hilfsbedürftige abgibt oder für einen sehr geringen Preis verkauft.

Demnach gehören zu den Besuchern der Tafeln hauptsächlich Menschen, die finanziell benachteiligt sind. Vor Ort sollen sie kostenlos von Lidl gespendete Corona-Selbsttests erhalten.

Bei dm herrscht eine andere Situation wie bei Lidl, Kaufland und Co.

Während die Nachfrage an Corona-Selbsttests bei Lidl, Kaufland und Co. immer weiter sinkt, herrscht bei dem Drogerieriesen dm offenbar eine andere Situation. Die Karlsruher Kette hat die Preise der Tests zwar ebenfalls von ehemals rund 10 Euro auf unter 1 Euro gesenkt, derzeit steige die Nachfrage jedoch wieder stark an.

„In den zurückliegenden Wochen schwankte die Nachfrage nach Corona-Selbsttests. Derzeit verzeichnen wir eine hohe Nachfrage“, sagte Sebastian Bayer, als Geschäftsführer verantwortlich für das Ressort Marketing und Beschaffung laut der Heilbronner Stimme.

Bei dm würden demnach vor allem Unternehmen, Betriebe und Familien mit Kindern zu den angebotenen Selbsttests greifen. Laut Sebastian Bayer plant die Drogeriekette aus Karlsruhe im Gegensatz zu Lidl deshalb aktuell keine Spende. „Wir beobachten aufmerksam die weiteren Entwicklungen und werden in Zusammenarbeit mit unseren Partnern, mit denen wir unser gesellschaftliches Engagement gestalten, zu gegebener Zeit entscheiden, wie wir mit eventuell verfügbaren Kapazitäten verfahren.“

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