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Bei Lidl und Aldi steigen die Preise für zahlreiche Alltags-Lebensmittel – „nur noch Abzocke“

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Von: Jason Blaschke

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Lidl und Aldi haben die Preise für wichtige Alltags-Lebensmittel nach oben korrigiert. Mittlerweile ist bekannt, welche Produkte davon betroffen sind.

Neckarsulm – Die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs in der Ukraine bekommen die Unternehmen in Deutschland deutlich zu spüren. Rohstoffe sind seit Kriegsbeginn deutlich teurer geworden, hinzu kommen massive Preissteigerungen in der Energieversorgung und der Logistik. Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass einer der größten Klopapier-Hersteller die Produktion in Europa teils herunterfahren musste, weil die Herstellung nicht mehr rentabel war.

Lidl, Aldi und Co. korrigieren Preise nach oben – Krieg hat weitreichende Folgen

Die Auswirkungen der Kämpfe in der Ukraine treffen aber längst nicht bloß die Wirtschaft, auch als Verbraucher bekommt man die Kriegsfolgen in immer mehr Bereichen zu spüren. Viele Produkte sind von Lieferengpässen betroffen, erst Ende März hatten Chips- und Kartoffelprodukte-Produzenten alarmiert auf die Speiseöl-Knappheit reagiert, nachdem die Verfügbarkeit stark gesunken und sich die Preise speziell für Sonnenblumenöl fast verdoppelt hatten.

Einzelhändler wie Aldi, Lidl und Co. mussten schon wichtige Alltagsprodukte rationieren, damit die flächendeckende Versorgung in Deutschland gewährleistet werden kann. Experten sowie Verbände raten zudem ausdrücklich von Hamsterkäufen ab, denn: Es sind genügend Lebensmittel vorhanden, wenn alle Verbraucher in haushaltsüblichen Mengen einkaufen.

Experte mit düsterer Prognose – Verbraucher müssen tiefer in die Tasche greifen

„Auf diese Größenordnung sind die Produktionsmengen und die Lieferlogistik der gesamten Lebensmittelkette ausgerichtet“, sagte Christian Böttcher vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zur aktuellen Versorgungslage. Genügend Lebensmittel sind also vorhanden, aus Sicht vieler Experten werden es zunehmend eher die Preise sein, die die Verbraucher beschäftigen werden.

„Der Anstieg der Energiepreise und der Logistikkosten wird sich im Alltag stärker bemerkbar machen – egal, ob im Supermarkt oder im Discounter“, prophezeite Boris Hedde vom Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Aus seiner Sicht könnten die Preise noch stärker steigen, als zuletzt. „Das wird eine Herausforderung sein – gerade für sozial schwächere Familien.“

Preisanstieg bei Lidl, Aldi und Co. – diese Alltags-Produkte sind betroffen

Unklar war bislang, welche Produkte künftig von massiven Preissteigerungen betroffen sein könnten. Erst Händler wie Lidl und Aldi machen jetzt aber ernst und ziehen die Preise für zahlreiche Produkte an. Davon betroffen sich auch wichtige Alltags-Lebensmittel, die in vielen Haushalten zum Standard gehören – zum Beispiel Butter oder Kaffee. Zuvor hatten schon der „Stern“ sowie „RTL/ntv“ die Preissprünge analysiert.

Die Produkte sind bei Lidl teurer geworden:

Die Produkte sind bei Aldi Süd und Nord teurer geworden:

Dass sich die Produkte von Lidl und Aldi stark ähneln, ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass alle Händler aktuell mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben: steigende Energie- und Rohstoffpreise, die sich auf die Herstellung und Logistik auswirken. Speziell von Lieferengpässen sind Produkte betroffen, die in Russland oder der Ukraine produziert werden. Dazu gehört neben Honig und Sonnenblumenöl auch Weizen.

Honig wird angerichtet.
Auch für Honig (Archivbild) müssen Verbraucher tiefer in die Tasche greifen, denn: Die Ukraine ist ein wichtiges Importland. © Roxiller/Imago

Facebook-User ärgern sich über Preis-Korrekturen – „Nur noch Abzocke“

Auf Facebook kommen die Preissteigerungen wie zu erwarten nicht gut an. Oft fällt in diesem Zusammenhang das Wort „Abzocke“, eine Nutzerin schreibt: „Nur noch Abzocke! Die Ware, die schon im Bestand ist, sollte nicht teurer werden.“ Ein anderer User sieht es ähnlich, er kommentiert, dass er die Preisanpassungen schon seit ein paar Wochen beobachte. „Jede Woche werden andere Lebensmittel teurer“, was insbesondere die kleinen Geschäfte belaste, die um ihre Kunden bangen müssten.

Allerdings sind die Preise und die Verfügbarkeit von Produkten mit Blick auf den Krieg in der Ukraine nicht die einzigen Meldungen, die die Verbraucher aktuell erreichen. Auch Corona ist nach wie vor ein wichtiges Thema – gerade jetzt, wo die Infektionen steigen und massive Lockerungen in Kraft getreten sind. Wie Aldi und Lidl auf den Wegfall der Maskenpflicht reagieren, berichtet aktuell Merkur.de* ausführlich. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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