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Kaufland, Lidl und Co: Immer mehr Alltags-Lebensmittel werden „erheblich“ teurer

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Von: Jason Blaschke

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Der Krieg in der Ukraine beeinflusst massiv die Rohstoff-, Energie- und Verpackungskosten und in Folge auch die Preise für wichtige Alltags-Produkte.

Stuttgart – Russlands Überfall auf die Ukraine treibt in Deutschland die Preise für Energie und wichtige Lebensmittel nach oben – eine Entspannung der Lage ist aktuell nicht in Sicht. Auch deshalb ist davon auszugehen, dass die Rekord-Preise an der Tankstelle oder die auch gewaltigen Energiepreis-Sprünge zumindest mittelfristig die Verbraucher belasten werden. Noch ist nicht absehbar, wie stark und auf welche Produkte genau sich der Krieg in der Ukraine weiter auswirken wird.

Aktuell sind insbesondere die Produkte betroffen, die direkt in Zusammenhang mit der Ukraine-Krise stehen – also Rohstoffe wie Öl oder Gas, aber auch Getreide, das auch der Ukraine importiert wird. In nicht allzu ferner Zukunft könnten von der Teuerungswelle in Deutschland aber noch viel mehr Produkte betroffen sein, vermuten Experten. Gründe dafür sind laut Chip Herstellung, Lagerung und Anlieferung – Prozesse, die wegen der explodierenden Energie- und Rohölkosten teurer werden.

Kaufland, Lidl und Co: Normale Alltags-Lebensmittel plötzlich richtig teuer

Die Kosten tragen erst einmal die Produzenten, später die Supermärkte und Discounter, die die Preissteigerungen wiederum an die Verbraucher weitergeben. Welche Produkte davon im Detail betroffen sein werden, ist noch nicht bekannt. Nach Informationen der Chip-Redaktion gehen erste Discounter und Supermärkte von Preissteigerungen bei Nudeln, Reis, Frühstücksflocken, Speiseöl, Senf, Marmelade und Schokolade aus. Schon ab der kommenden Woche könnten zudem Kaffee, Brot, Milch und Bier teurer sein.

Der Anstieg der Energiepreise sowie der Logistikkosten wird sich im Alltag der Menschen bemerkbar machen.

Boris Hedde, Kölner Instituts für Handelsforschung

„Der Anstieg der Energiepreise sowie der Logistikkosten wird sich im Alltag der Menschen bemerkbar machen – und zwar bei allen Einkäufen im Supermarkt oder im Discounter“, sagte Boris Hedde, Geschäftsführer des Kölner Instituts für Handelsforschung, im Gespräch mit der Deutschen-Presse-Agentur vor wenigen Tagen. Schon heute bekommen die Menschen solche Preis-Explosionen zu spüren, wenn sie einfachste Alltags-Lebensmittel einkaufen.

Experte ist sich sicher: „Teuerung wird mit Sicherheit erheblich sein“

Ein Beispiel dafür ist die enorme Preissteigerung von Speiseöl, die Kunden bei Kaufland, Lidl und Co. aktuell an den Rand der Verzweiflung bringt, wie Reaktionen auf Facebook zeigen. „Gottverdammt, wir brauchen das Öl für Pommes“, hatte ein Facebook-User geschrieben. Ein anderer ergänzte dazu: „Müssen sofort einkaufen gehen“. Robert Kecskes, Handelsexperte vom Marktforschungsunternehmen GfK, ist überzeugt, dass es noch viel schlimmer kommen wird.

Steigende Preise sind die eine, Lieferengpässe (Archivbild) die andere Sache. Insbesondere Produkte aus Russland und der Ukraine werden oft nicht mehr zuverlässig geliefert.
Steigende Preise sind die eine, Lieferengpässe (Archivbild) die andere Sache. Insbesondere Produkte aus Russland und der Ukraine werden oft nicht mehr zuverlässig geliefert. © dpa/Archiv

Seine düstere Vorhersage für die Verbraucher: „Die Teuerung wird mit Sicherheit erheblich sein.“ Unklar ist, wie Kecskes „erheblich“ definiert. Mit Sicherheit lässt sich stattdessen sagen, dass große Lebensmittelketten wie Kaufland oder Lidl mit ihren Angeboten in die Offensive gehen müssen, denn: Werden Produkte teurerer, kann sich das sehr schnell auch auf die Stammkundschaft auswirken. Verbraucher fangen an, verstärkt Preise und vergleichen und da einzukaufen, wo es am günstigsten ist.

Insbesondere für sozial schwächere Menschen und Familien sind die explodierenden Preise eine Herausforderung – zumal man auf Lebensmittel, Gas oder auch Benzin stark angewiesen ist. Erschwerend kommt hinzu, dass nicht bloß der Ukraine-Krieg die Kosten und die Verfügbarkeiten beeinflusst. Seit März ist in ein neues EU-Gesetz in Kraft, dass für teils leere Regale bei Müller, dm und Co. sorgt, da ein Inhaltsstoff vieler Kosmetika ab sofort verboten ist.

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