Erste Tests in Baden-Württemberg

„Eine enorme Entlastung“: Lidl führt neues Kassensystem in deutschen Filialen ein

Eine Frau räumt ihre Einkäufe auf das Kassenband.
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Lidl-Kunden dürfen sich auf eine Erleichterung beim Einkauf freuen. Die Discounterkette will künftig auch Selbstbediener-Kassen zur Verfügung stellen.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Die Discounterkette Lidl will bald in ganz Deutschland Selbstbediener-Kassen einführen, um Kunden und Personal zu entlasten. Erste Tests dazu laufen bereits.

Neckarsulm - Lange Schlangen an den Kassen in Supermärkten ärgern Kunden immer wieder. Wer nur eine Kleinigkeit besorgt oder es eilig hat, wird hier erstmal ausgebremst. Die Discounterkette Lidl will diesem Problem in Zukunft entgegenwirken und testet in Bietigheim-Bissingen in Baden-Württemberg gerade ein Angebot, dass den Einkauf angenehmer gestalten soll.

Das Unternehmen der Schwarz Gruppe will in seinen Märkten künftig sogenannte Selbstbediener-Kassen einführen - Kunden können hier ihre Ware selbst scannen und bezahlen. In Filialen von Kaufland, Edeka, Rewe oder Ikea ist diese Bezahlmöglichkeit für Kunden längst etabliert. In Lidl-Filialen in Großbritannien und der Schweiz sind die SB-Kassen ebenfalls bereits vorhanden. Nun stehen auch in einem Lidl in Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg) neben fünf traditionellen Kassen zusätzlich sechs „Self-Checkouts“ zur Verfügung.

Lidl: Selbstbediener-Kassen in deutschen Filialen kommen bei Kunden gut an

Auf Facebook forderten Lidl-Kunden bereits häufiger die Einführung von Selbstbediener-Kassen. Die Ankündigung von Lidl erfreut daher viele Kunden und erntet Lob. „Finde die Teile absolut hilfreich und zugleich eine enorme Entlastung für das Kassenpersonal“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Aber auch für die Kunden bedeutet es weniger Stress: So könne man in Ruhe seine Sachen einpacken, findet eine Userin. „Coole Sache! Ich gehe schon lange nur dorthin“, berichtet ein anderer. „Ich begrüße den Fortschritt“, meint ein Lidl-Kunde. Eine Userin findet es ebenfalls gut, äußert jedoch, dass es kein Ersatz von Arbeitskräften sein dürfe.

Diese Sorge teilen auch einige Nutzer, die den SB-Kassen eher kritisch gegenüberstehen. „Wie viele Verkäufer/innen werden dadurch entlassen?“, fragt sich ein User. „Das kostet am Ende Arbeitsplätze“, glaubt auch ein anderer. Personal werde aber auch bei den SB-Kassen benötigt in Form von Aufsichtspersonen, entgegnet ein User. „Fragt sich, wie lange das gut geht, gibt nicht nur ehrliche Menschen auf der Welt“, äußert ein weiterer Nutzer kritisch. Durch das Kassensystem würde der Einkauf noch unpersönlicher werden, zeigt sich ein User besorgt.

SB-Kassen-Angebot sowie weitere Möglichkeiten sollen zügig in Lidl-Filialen folgen

Nach der Testphase in der Lidl-Filiale in Bietigheim-Bissingen soll das Angebot auch bald in ganz Deutschland zur Verfügung stehen. Beschriftungen an den SB-Stationen geben beim Kassiervorgang eine genaue Anleitung für die Lidl-Kunden. Lediglich bei Großeinkäufen könnte es durch eine relativ kleine Ablagefläche zu Problemen kommen. Aber auch hierfür arbeitet Lidl an einer Lösung. Mithilfe des Smartphones und der Lidl-Plus-App soll Self-Scanning für jedermann möglich sein. Für wann die Einführung geplant ist, ist jedoch noch nicht bekannt.

Dass die Zukunft bei Lidl und Kaufland Filialen jedoch keine Kassierer mehr vorsieht, zeigen Test-Filialen der Schwarz-Gruppe in auf dem Bildungscampus in Heilbronn. Die Supermärkte funktionieren ganz ohne menschliches Personal. Einkäufe werden über eine App getätigt und können über eine automatische Klappe entnommen werden. Für einen vereinfachten Einkauf lassen sich Drogeriemärkte neue Wege einfallen. Die Drogeriekette dm bietet beispielsweise in vereinzelten Städten ein Liefermethode per Lastenrad an.

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