„Lass mal die Kirche im Dorf“

Aldi-Kunde motzt über Moscow Mule – Supermarkt kontert: „Sehen keine Probleme“

Aldi Süd bietet Moscow Mule Becher an. Ein Kunde machte deswegen einen Aufstand auf Facebook.
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Aldi Süd bietet Moscow Mule Becher an. Ein Kunde machte deswegen einen Aufstand auf Facebook.
  • VonAnna Lehmer
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Aldi-Aufstand wegen eines Bechers: Ein Kunde stört sich massiv am Namen eines bestimmten Aktionsprodukts. Der Discounter kann das nur teilweise nachvollziehen.

München – Die Kirche im Dorf lassen, auf dem Boden der Tatsachen oder auf dem Teppich bleiben: Nicht zu übertreiben, hat viele Namen. Ein Moscow-Mule-Becher hingegen hat nur einen, was einem Aldi-Kunden ordentlich gegen den Strich geht. Auf Facebook forderte er den radikalen Rauswurf aus dem Supermarkt-Sortiment, da seines Erachtens der Name des Bechers mit dem Krieg in der Ukraine verbunden wird. Aldi hatte dafür nur wenig Verständnis und konterte mit einer Ansage.

Aldi-Kunde motzt über Angebot: Supermarkt weist ihn zurück

Seit über 60 Tagen herrscht Krieg in der Ukraine. Ganze Städte sind mittlerweile zerstört, viele Menschen sterben, die Kriegsverbrechen Russlands häufen sich. Ein Ende ist derzeit nicht in Sicht. Um den Kreml unter Druck zu setzen, verhängt die EU sowie Deutschland Sanktionen gegen den Kreml. Auch Supermärkte positionieren sich im Konflikt auf der Seite der Ukraine und bieten viele russischen Produkte nicht mehr an. Dass Aldi aber weiterhin Moscow-Mule-Becher im Sortiment führt, findet ein Kunde skandalös. Auf Facebook postete er ein Bild des Produkts. Prompt erntete er Spott und Häme, wie tz.de berichtet.

Aldi-Kunde über Moscow Mule: „So etwas gehört nicht in einen deutschen Supermarkt“

„Wenn ich an Moskau denke, muss ich kotzen. Warum verkauft Ihr dann auch noch so ein Produkt?“, schimpfte der Mann auf den Namen des Bechers, „So etwas gehört nicht in einen deutschen Supermarkt“. Mit dieser Meinung steht der Kunde aber weitestgehend alleine auf Facebook dar, denn statt Zustimmung bekommt der Mann ordentlich Gegenwind. Ein User schreibt: „Komm, lass mal die Kirche im Dorf“. Und auch Aldi findet klare Worte.

Supermarkt reagiert mit klarer Ansage auf Moscow-Mule-Motzer

Das Social-Media-Team des Discounters weist darauf hin, dass Aldi von der aktuellen Situation tief betroffen sei. „Für uns als Unternehmen war und ist eine freiheitliche und demokratische Grundordnung seit jeher die Basis unseres Handelns. „Moscow Mule“ ist ein Cocktail, welcher in den USA der 40er Jahre entstand und es seitdem auf jede halbwegs anständige Cocktailkarte zu finden ist. Für die Unverwechselbarkeit ist auch der Kupferbecher verantwortlich. Auch wenn wir deine Kritik im Ansatz verstehen und den Angriffskrieg verurteilen, sehen wir im Verkauf und Bezeichnung der Becher keine Probleme. Der Krieg wird sich nicht auflösen, nur weil bestimmte, mit Russland assoziierte Wörter, nicht mehr genutzt werden“, kommentierte Aldi den Beitrag des Moscow-Mule-Motzers.  

Aldi-Kunde bekommt Gegenwind: „Schämen Sie sich“

Solidarität mit der Ukraine und Diskriminierung russischer Bürger ist oftmals nur ein schmaler Grat – den der Aldi-Kunde mit seiner kuriosen Beschwerde überschritten haben dürfte. Eine Facebook-Nutzerin weist den Herren deshalb zurecht: „Selten einen solch beschämenden und rechtsradikalen Beitrag gelesen. Schämen Sie sich“. Der Wirbel um das Aldi-Angebot ist groß, dabei liegt die Lösung auf der Hand. Statt Moscow Mule kann sich der Kunde einfach die Alternative Munich Mule schmecken lassen – sofern er nichts gegen Bayern hat.

Während sich manche über Bechernamen aufregen, müssen sich andere über die derzeitig hohen Preise für Sonnenblumenöl ärgern. Eine Rewe-Kundin ist beim Anblick des flüssigen Golds „fast umgekippt vor Schock“. (ale)

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