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Bald 300 Euro Energiepauschale: In diesen vier Jobs gibt es am meisten netto

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Von: Jason Blaschke

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Die Energiepreispauschale (EPP) von 300 Euro ist steuerpflichtig. Wie viel am Ende tatsächlich auf das Konto kommt, bestimmen primär zwei Faktoren.

Stuttgart – Lebensmittel, Kraftstoffe, Energie und bald auch noch die Gasumlage – für viele Alltags-Produkte müssen die Menschen in Baden-Württemberg tiefer in die Tasche greifen. Hiervon zeugt auch die Inflation von mehr als sieben Prozent in Deutschland, zu der ein User auf Facebook schrieb: „Der Euro wird die neue Lira!“ Selbst die Kleinsten werden davon nicht verschont, wie die teuren Schulartikel zeigen, die primär die Ärmsten betreffen.

Energiepauschale ab September: Kaum einer bekommt die vollen 300 Euro

Um die Verbraucher in Deutschland zu entlasten, wurden von der Ampel-Koalition diverse Maßnahmen beschlossen – etwa das 9-Euro-Ticket oder der Tankrabatt. Beide Entlastungen laufen jedoch zum 31. August aus, ab September rückt dann eine ganz andere Entlastung in den Fokus: Die Energiepauschale von einmalig 300 Euro, die alle Erwerbstätigen in Deutschland bekommen. Das Geld wird über das Gehalt (Arbeitnehmer) oder die Steuer (Selbstständige) ausbezahlt.

Wer jedoch glaubt, die vollen 300 Euro aufs Konto zu bekommen, irrt sich, denn die EPP ist steuerpflichtig – wird also brutto an alle Berechtigten ausbezahlt. Wer wie viel Energiepauschale netto gezahlt bekommt, bestimmen Berichten von HEIDELBERG24 zufolge primär zwei Faktoren: Steuerklasse und Gehalt. Gar keine Steuer bezahlt, wer unter seinen Grundfreibetrag fällt – etwa Minijobber, die sonst keine Einnahmen haben.

Friseur, Kassierer oder Informatiker: Wer von der EPP am meisten profitiert

Die Saarbrücker Zeitung hat für 21 Berufe recherchiert, wie viel von der Energiepauschale netto auf das Konto überwiesen wird. Die Grundlage für die Musterrechnung sind die durchschnittlichen Gehälter, welche die Bundesagentur für Arbeit (BfA) für die jeweilige Berufsgruppe ermittelt hat. In ihrer Analyse haben die Autoren immer mit der Steuerklasse 1 gerechnet, mögliche Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld werden nicht berücksichtigt.

Vergleicht man die Energiepauschale aller 21 Berufe miteinander, kann man ganz grundsätzlich festhalten: Je mehr jemand verdient, desto geringer fällt dessen EPP netto aus. Umgekehrt bekommen Arbeiter mit geringem Einkommen mehr von der EPP ausbezahlt – am meisten profitieren all jene, die unter ihren steuerlichen Grundfreibetrag fallen. Überraschend ist jedoch, wie gering die Netto-Unterschiede bei der EPP sind, obwohl man in einem Beruf mehr verdient.

BerufsgruppeBruttogehalt (⌀) in EUREPP (netto) in EUR
Friseur1.498237
Bäckereifachverkäufer1.657227
Reinigungskraft1.717227
Kassierer im Einzelhandel2.079223
Informatiker5.400181

Bessere Gehälter, dieselbe Energiepauschale: Nicht immer gibt es netto mehr

Die Tabelle zeigt die fünf Berufe, in denen Arbeitnehmer am wenigsten verdienen und folglich auch am meisten Energiepauschale bekommen. Zum Vergleich der Beruf Informatiker mit einem mittleren Einkommen von 5.400 Euro – das beste Gehalt im Vergleich der Saarbrücker Zeitung. Schon die kleine Auswahl in der Tabelle zeigt, dass die Unterschiede dessen, was von der EPP netto aufs Konto kommt, nicht allzu groß sind.

Wer etwa in der Reinigungsbranche arbeitet, verdient mehr als in der Bäckerei, bekommt aber dieselbe Energiepauschale netto auf sein Konto. Und selbst ein Informatiker mit 5.400 Bruttogehalt bekommt mit Steuerklasse 1 auch noch 181 Euro EPP ausbezahlt. Wer genau wissen möchte, wie viel Energiepauschale er selbst netto bekommt, kann dafür einen Brutto-Netto-Rechner nutzen. Hierfür einfach Gehalt und 300 Euro EPP addieren und zusammen mit der Steuerklasse angeben.

Energiepauschale pro Person einmal – wer mehr kassiert, macht sich strafbar

Vom Ergebnis der Berechnung zieht man anschließend einfach seinen üblichen Nettolohn ab und schon weiß man, wie viel von der Energiepauschale im September netto überwiesen werden. Wer übrigens mehrere Jobs hat, sollte bei der EPP aufpassen, denn wer im September die doppelte Energiepauschale bezieht, macht sich strafbar. Pro Person gibt es die 300 Euro brutto nur einmal – egal, wie viele Berufe man gleichzeitig ausübt.

Wie man die EPP am Ende einsetzt, ist jedem selbst überlassen. Jedoch bietet es sich an, seine Energiepauschale zur Seite zu legen, dafür kommen gleich mehrere Spar-Optionen infrage, etwa das klassische Sparbuch. Der Vorteil: Man hat für seine Nachzahlung im kommenden Jahr einen finanziellen Puffer. Und weil der Leitzinssatz zuletzt wieder etwas angehoben wurde, gibt es für Sparbücher und Co. bei einigen Banken wieder Positiv-Zinsen.

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