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Kaufland blamiert sich mit Verkauf von „argentinischem“ Hüftsteak

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Von: Christoph Gschoßmann

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Ein „argentinisches“ Hüfststeak von Kaufland - woher kommt es wirklich?
Ein „argentinisches“ Hüfststeak von Kaufland - woher kommt es wirklich? © Facebook/Nico Rochler

Kaufland wollte seinen Kunden in einer Werbung ganz genau zeigen, woher das Fleisch kommt. Doch bei der Auswahl der Flagge ging etwas schief.

München - Knapp daneben ist auch vorbei. So könnte man das Werk des Werbe-Designers beschreiben, der sich für einen Flyer von Kaufland verantwortlich zeichnete. Denn dem Internet entgeht nichts - in diesem Fall deckte ein User auf Facebook den Fail auf, wie tz.de berichtet.

Kaufland wirbt für besonderes Fleisch: „K-favorisiertes Argent[inisches] Rinder-Hüftsteak aus Weidehaltung, typisch feine Marmorisierung, mit extra Steakpfeefer-Gewürzzubereituing“. Die 200-Gramm-Packung des importierten Produkts ist nach seiner langen Reise über den Atlantik für 4,29 Euro zu haben, um zehn Prozent herabgesetzt von 4,79 Euro. Doch - welchen Weg haben die Steaks wirklich genommen? (Bei Kaufland gab es zuletzt einen höchst ungewöhnlichen Einkaufszettel, der für Verwunderung im Netz sorgte).

Argentinien und Uruguay - Nachbarländer mit fast identischer Flagge

Diese Frage wirft ein bestimmtes Detail auf: Die Flagge, die auf dem Steak abgedruckt ist, neben dem Hinweis „mindestens 28 Tage gereift“. Argentiniens Flagge ist dort nämlich nicht zu sehen - sondern die des Nachbarlandes Uruguay. Auch der Facebook-User fragt sich: „Euer argentinisches Rinderhüftsteak kommt wohl aus Uruguay?“

Die beiden Länder liegen nicht nur geographisch direkt nebeneinander, sondern weisen auch flaggentechnisch einige Gemeinsamkeiten auf. So sind auf beiden Flaggen blaue und weiße Streifen zu sehen, wenn sich auch die Anzahl unterscheidet: Bei Uruguay sind es fünf weiße und vier blaue, bei Argentinien nur zwei blaue und eine weißer. Außerdem sind Argentiniens Streifen himmelblau, Uruguays dunkler. Doch auch das goldene Emblem kommt bei beiden vor: Sowohl Argentinien, als auch Uruguay hat sich für eine Sonne als Symbol entschieden, wenn auch eine minimal veränderte Version. Die Sonne ist die „Sol de Mayo“, auch Maisonne, Inkasonne oder Freiheitssonne genannt, die in der uruguayischen Version 16 Strahlen, bei Argentinien 32 Strahlen besitzt. Zurückzuführen ist sie auf die Mai-Revolution Argentiniens im Jahre 1810, als der Unabhängigkeitsprozess beider Länder gestartet wurde.

Kaufland indes reagierte auf den Post und verwies den User auf seinen Kundenservice. Wo nun das Fleisch wirklich herstammt, ließ die Supermarkt-Kette offen. cg

Was tut man, wenn man einen fremden Einkaufszettel findet? Für einen Twitter-Nutzer war der Fall bei einer besonders sorgfältig ausgearbeiteten Liste klar.

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