Regeln fürs Einkaufen

Kaufland: Kunden machen sich beim Einkaufen strafbar - und ahnen nichts

Ein Kunde kauft in einer Obstabteilung ein.
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Viele Kunden machen im Supermarkt Dinge, die eigentlich verboten sind.
  • Julian Baumann
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Beim Einkaufen in Filialen von Kaufland und Co. gelten bestimmte Regeln und auch Verbote. Viele Supermarktkunden halten sich daran, manche Regeln kennen einige dagegen gar nicht.

Neckarsulm - Wer Lebensmittel oder andere Dinge braucht, geht einkaufen - die meisten Menschen machen das meist einmal pro Woche. Und sie denken sich nichts dabei. Beim Einkaufen in den Filialen der Supermarkt-Kette Kaufland aus Baden-Württemberg oder auch bei anderen Lebensmittelhändlern gilt es jedoch einige Regeln zu beachten. Dass man die Ware bezahlen muss, ist wohlbekannt. Es gibt jedoch auch manche Aktionen von Kunden, die eigentlich nicht erlaubt sind, und von denen viele nicht unbedingt wissen, dass sie verboten sind.

Die Supermarkt-Kette Kaufland betreibt rund 1.300 Filialen und hat demnach ein sehr großes Verbreitungsgebiet. In den vergangenen Monaten wuchs die Kette sogar noch weiter. Kaufland bekam grünes Licht für die Übernahme von 92 Real-Filialen. Demnach gehen viele Haushalte in Baden-Württemberg und Deutschland wohl häufiger in eine Kaufland-Filiale. Doch auch bei einem alltäglichen Vorgang wie dem Einkaufen, gelten bestimmte Regeln, berichtet Stiftung Warentest. Manche davon sind vielen Kunden wohl gar nicht bekannt.

Kaufland: Reicht es wenn die Verpackung auf dem Kassenband landet?

Folgendes Szenario ist wohl jedem Kunden beim Einkaufen in einer Filiale von Kaufland oder anderen Lebensmittelhändlern schon mal aufgefallen. Ein Kind will unbedingt ein Eis haben und nervt die Eltern so lange, bis die auch eines aus der Tiefkühltruhe nehmen und in den Wagen legen. Das Kind ist jedoch ungeduldig und will das Eis sofort. Manche Eltern knicken dann ein und lassen das Kind, das Eis noch im Laden essen. Anhand des Strichcodes auf der Verpackung kann man das Eis ja auch im Nachhinein an der Kasse bezahlen. Ja, kann man, erlaubt ist das laut Stiftung Warentest jedoch nicht.

Die Ware gehört nämlich bis zum Ende des Bezahlvorgangs juristisch dem Händler, also Kaufland, bestätigte der Lebensmittelhändler gegenüber echo24*. „Das heißt, streng genommen entspricht das Verzehren von Lebensmitteln im Supermarkt nicht den gesetzlichen Bestimmungen.“ In vielen Filialen drücken die Verkäufer noch ein Auge zu, wenn man beispielsweise vor lauter Durst vor dem Bezahlen einen Schluck aus einer Wasserflasche nimmt. Wenn man einen Schokoriegel in der Filiale verputzt, sieht das schon anders aus. Die Verpackung kann nämlich schnell mal in der Jackentasche verschwinden, heißt es bei Stiftung Warentest.

Kaufland und Co.: Einkaufen ist einfach? Ja, wenn man die Regeln kennt

Aufgrund des oben genannten Grundes ist bei Kaufland und Co. auch das Probieren von Obst oder Gemüse nicht erlaubt. Zudem sind die Produkte wie gesagt Eigentum des Händlers, bis der Bezahlvorgang abgeschlossen ist. Wer also im Laden aus Versehen eine Glasflasche oder ein Gurkenglas fallenlässt oder gleich mit dem Einkaufswagen eine ganze Flaschenpyramide umwirft, beschädigt fremdes Eigentum. Auch hier zeigen sich viele Händler kulant, solange es nur um einzelne Produkte geht. Bei größeren Summen muss dann jedoch die private Haftpflichtversicherung herhalten, wenn man eine hat. Doch beim Einkaufen in Filialen von Kaufland und Co. gelten noch weitere Regeln, die viele vielleicht nicht kennen:

  • Kunden haben kein Recht auf einen Umtausch von irrtümlich gekauften Waren. Eine Rücknahme gilt nur, bei beschädigter Ware oder solcher, deren Mindesthaltbarkeitsdatum beim Kauf abgelaufen war.
  • Kunden dürfen Eierkartons öffnen, um zu prüfen, ob alle Eier ganz sind. Der Karton darf jedoch nicht beschädigt werden.
  • Hamsterkäufe sind (auch in nicht Corona-Zeiten) nicht im großen Maße erlaubt. Stattdessen sollen die Kunden nur „haushaltsübliche Mengen“ einkaufen.
  • Aktionsware muss am ersten Aktionstag bis mindestens Mittag in den Filialen verfügbar sein. Danach müssen die Händler allerdings nicht mehr für Nachschub sorgen.
  • Die Einkaufswägen dürfen nur auf dem Gelände des jeweiligen Supermarktes verwendet werden. Die Kunden dürfen die Ware damit also nicht bis vor die eigene Haustüre karren.

(Quelle: Stiftung Warentest)

Einkaufen bei Kaufland und Co.: Pfandregelung und der Bezahlvorgang

Zudem gibt es bei Kaufland und Co. auch bei der Pfandrückgabe gewisse Regeln. So müssen Filialen mit einer Verkaufsfläche von über 200 Quadratmeter alle Einwegflaschen zurücknehmen, auch wenn sie nicht in diesem Markt gekauft wurden. Das gilt laut Stiftung Warentest auch dann, wenn die Flaschen und Dosen zerbeult und verformt sind. Der Pfandbetrag muss dann an der Kasse ausbezahlt werden. Bei Mehrwegflaschen müssen die Händler dagegen nur die Flaschen und Dosen zurücknehmen, die sie auch selber verkaufen. Bei Lidl und Kaufland wird übrigens bald für viele Produkte Pfand fällig.

Die letzte Aktion der Kunden in der Filiale von Kaufland ist normalerweise der Bezahlvorgang. Doch auch hier, ist nicht alles so leicht, wie vielleicht gedacht. Wer mit einem Sack voller Kleingeld ankommt, zieht nicht nur den Zorn der wartenden Kunden auf sich. Ab einer Münzanzahl von 50 müssen die Händler das Geld auch nicht annehmen und können den Kunden demnach abweisen. Auch das Bezahlen mit großen Geldscheinen muss im Verhältnis zur Kaufsumme stehen, schreibt Stiftung Warentest. Ein einzelnes Päckchen Haribo sollte demnach nicht mit einem 200 oder gar 500 Euroschein bezahlt werden. Kunden sollen insgesamt auf Barzahlung verzichten, doch viele kommen dem nicht nach. *echo24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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