Dreiste Masche

Kaufland: Security-Mitarbeiter klauen Waren im Wert von 25.000 Euro - „Lücke im System“

Ein Kaufland-Schild mit der Aufschrift „Ladendiebstahl lohnt nicht“
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Entgegen der Warnung „Ladendiebstahl lohnt nicht“ handelten in Zwickau zwei Security-Angestellte.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Monatelang haben zwei Security-Mitarbeiter bei Kaufland Produkte aus den Regalen mitgehen lassen. Nun stehen sie vor Gericht.

Zwickau/Werdau - Eigentlich hätten sie verschiedene Kaufland-Filialen vor Einbrechern schützen sollen. Doch dann wurden sie selbst zu Tätern: Zwei Security-Mitarbeiter von Kaufland haben über viele Monate hinweg Waren im Wert von 25.000 Euro gestohlen. Jetzt sitzen sie gemeinsam mit einer Mitwisserin auf der Anklagebank des Zwickauer Landgerichts.

Insgesamt 189 Mal haben die zwei Männer im Zeitraum von November 2017 bis April 2018 zugeschlagen, berichtet tag24.de. Dabei erbeuteten sie unter anderem Lebensmittel und Elektronik. Laut tag24.de profitierten die Täter von einer „Lücke im System“. So habe Kaufland 2017 das „Vier-Augen-Prinzip“ im Alarm-Fall abgeschafft. Heißt: Sobald ein Alarm in einer Filiale ausgelöst wurde, überprüfte lediglich ein Security-Mitarbeiter die Innenräume. Zuvor sei ein Kaufland-Mitarbeiter in Rufbereitschaft dabeigewesen.

Kaufland-Diebe: Polizei ertappte sie auf frischer Tat

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hätten die drei Sicherheitsleute bewusst den Alarm in Kaufland-Filialen in Zwickau und Werdau ausgelöst, um sich anschließend bei ihrem Rundgang zu bedienen. Aufgeflogen seien sie nur deshalb, weil sie nach dem Alarm meist auffällig schnell am Tatort waren.

Um die Täter zu überführen, wurden in einigen Kaufland-Filialen Kameras installiert. Dadurch konnten die drei Diebe auf frischer Tat ertappt und festgenommen werden. Mit auf der Anklagebank sitzt auch die Freundin von einem der Täter. Sie wusste offenbar genau, was vor sich ging und soll sogar „Einkaufszettel“ für den Beutezug geschrieben haben. Nun droht dem Trio eine Verurteilung wegen schweren Bandendiebstahls.

Klauende Mitarbeiter auch bei der Daimler AG

Ein ähnlicher Fall spielte sich unlängst auch bei der Daimler AG in Sindelfingen ab. Dort stahl ein Mitarbeiter in der Frühschicht jahrelang Autoteile - in dem Fall betrugen die Summen des Diebesguts sogar 800.000 Euro. Als der Diebstahl aufflog, wurde dem Mann fristlos gekündigt.

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