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„Wird nicht unser Laden zum Einkaufen“: Kunden wenden sich nach Real-Übernahme von Kaufland ab

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Von: Franziska Vystrcil

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Blick in eine Kaufland-Filiale
Nicht alle Kunden sind von der Real-Übernahme durch Kaufland begeistert. Viele wollen künftig bei der Konkurrenz einkaufen. © Andreas Gebert/dpa

Der Real-Markt in Kirchentellinsfurt ist seit Ende Januar Geschichte. Doch mit der Übernahme durch Kaufland sind nicht alle Kunden einverstanden.

Kirchentellinsfurt - Real gehört inzwischen der Vergangenheit an. Vielerorts ersetzt die Supermarktkette Kaufland den einstigen Lebensmittelriesen. Doch bekanntlich nicht jeder kann mit Veränderungen gut umgehen. Vor allem, was die Real-Übernahme durch Kaufland betrifft, gibt es immer wieder Beschwerden seitens der Verbraucher. So auch im Falle eines ehemaligen Real-Markts in Kirchentellinsfurt (Landkreis Tübingen), der nun ebenfalls unter der Kaufland-Flagge auftritt.

Der Markt in der Wannweiler Straße ist nach dem Umbau seit 19. Januar wieder für Kunden geöffnet. Der Supermarkt ist wichtig für die Versorgung, auch der umliegenden Gemeinden. Doch mit dem neuen Kaufland-Markt kommen viele Kunden nicht zurecht. In Kirchentellinsfurt ist man an den Real gewohnt, schließlich gab es den Supermarkt dort seit 1994. Auf Facebook machen sie ihrem Ärger Luft.

Unübersichtlich und kleines Angebot: Kaufland-Kunden sind unglücklich über neuen Markt

Dabei hatte Bernd Haug, Bürgermeister von Kirchentellinsfurt, noch all seine Hoffnung in den neuen Kaufland-Standort gelegt. „Neuer Name, alte Mannschaft“, freute er sich damals gegenüber dem Reutlinger General-Anzeiger, als bekannt wurde, dass Kaufland die ehemaligen Real-Mitarbeiter übernehmen würde. „Es ist wesentlich freundlicher als vorher“, sagte er auch nach dem ersten Rundgang nach dem Umbau.

Andere Kunden scheinen das allerdings anders zu sehen, als der Schultes. Viele trauern Real hinterher. „Ich fand diesen Real eigentlich immer einer der besseren“, schreibt eine ehemalige Kundin auf Facebook. „Kaufland ist überhaupt nicht mein Laden“, schreibt sie weiter. Andere wollen nach der Übernahme sogar woanders einkaufen gehen. „Kaufland ist leider nicht so der Brüller in meinen Augen! Ich muss mir leider einen anderen Einkaufsmarkt suchen“, kommentiert eine andere Kundin. In anderen ehemaligen Real-Filialen wenden sich die Kunden ebenfalls von Kaufland ab. Sie fahren lieber einen Umweg und gehen zur Konkurrenz, als bei Kaufland einzukaufen.

Ähnliche Kommentare häufen sich auch bei den Rezensionen des neuen Kaufland-Marktes. „Wir sind enttäuscht, es ist total unübersichtlich“, beschwert sich eine Verbraucherin. „Kein Regal passt zum anderen oder zu dem Gegenüber.“ Auch wenn das Personal bemüht und freundlich gewesen sei, will die Frau künftig nicht mehr dort einkaufen gehen. „Trotzdem wird dies nicht unser Laden zum Einkaufen werden, die Struktur stimmt hier überhaupt nicht. Und Real hatte ein ganz anderes Sortiment, da kann dieses Sortiment nicht mithalten“, begründet sie ihre Entscheidung.

Negative Bewertungen häufen sich: „Wir kommen nicht wieder“

Auch mit der neuen Gestaltung des Ladens sind einige Kunden unzufrieden. „Leergut am Ende vom Laden ist etwas nervig“, beschwert sich jemand. Aktuell müsse man mit dem Einkaufswagen samt Leergut erst durch den gesamten Supermarkt fahren, ehe man einkaufen könne. Doch der Mann fügt auch hinzu: „Bestimmt wird es besser, sobald sich alle eingewöhnt haben.“ Auch an anderen Standorten sind Kunden vom Umbau zu neuen Kaufland-Filialen genervt.

Ein Kunde hatte sich nach der Neueröffnung von Kaufland, das wie Lidl zur Schwarz-Gruppe gehört, mehr erwartet. „Wir dachten, der Laden wäre modernisiert worden und das Angebot entsprechend zeitgemäßer. Das war leider so gar nicht der Fall“, berichtet er. Die Fischtheke sei winzig, das Angebot an Bio-Produkten in der Fleischabteilung gering und alles wirke überhaupt nicht einladend, beschwert sich der Mann. „Wir kommen nicht wieder“, lautet auch sein Résumé.

Andere ärgert der Umgang mit den Kunden, vor allem in Hinblick auf die Öffnungszeiten. Ein Mann berichtet, zehn Minuten vor Ladenschluss nicht mehr in die Filiale gelassen worden zu sein. „Kann es verstehen, wenn man das fünf oder drei Minuten vor Schluss macht, die wollen ja auch Feierabend“, schreibt er. Aber zehn Minuten zuvor sei nicht in Ordnung. Sein Fazit lautet ebenfalls: „Gibt es halt in Zukunft einen anderen Laden für mich.“

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