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„Endgegner aller Supermärkte“: Kaufland plant Übernahme von 13 weiteren Real-Filialen

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Von: Franziska Vystrcil

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Ein Eingang einer Real-Filiale.
Im Zuge der Real-Zerschlagung plant Kaufland, 13 weitere Filialen zu übernehmen (Symbolbild). © Monika Skolimowska/dpoa

Die Supermarktkette Kaufland hat bereits 115 ehemalige Real-Märkte übernommen. Nun sollen 13 weitere hinzukommen.

Neckarsulm - Vielerorts gehört Real der Vergangenheit an. Anstatt des rot-blauen Schriftzugs prangt nun an 115 Märkten das rot-weiße Kaufland-Logo. Nicht nur Filialen, auch den Online-Marktplatz hat sich Kaufland bereits gesichert. Wie jetzt bekannt wurde, ist die Übernahme durch das Unternehmen der Schwarz-Gruppe noch lange nicht abgeschlossen.

13 weitere Real-Filialen sollen zu Kaufland-Märkten umgewandelt werden. Beim Kartellamt meldete der Supermarkt-Riese Interesse an den Standorten an.

Kaufland hat Interesse an weiteren Real-Standorten angemeldet

Inzwischen sind die Real-Märkte in deutschen Städten fast schon zu einer Art Rarität geworden. Im Frühjahr 2020 ging die Warenhauskette Real vom langjährigen Besitzer, der Metro Group, an die russische Investorengruppe SCP. Seither werden die ehemaligen Filialen aufgeteilt. Außer Kaufland sicherten sich auch die Handelsketten Globus und Edeka weitere Standorte. Kaufland hat bisher jedoch den größten Anteil an Real-Filialen übernommen.

Die Zahl soll nun nochmal größer werden. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, hat Kaufland diese Woche beim Bundeskartellamt die Übernahme von 13 weiteren Standorten angekündigt. Dabei geht es um die Standorte in Braunschweig, Hermsdorf-Irxleben, Mülheim-Kärlich, Landsberg bei Halle, Saarlouis und Stuhr.

Sechs der Standorte sollten zuletzt bei Real verbleiben. Rewe und die RTG-Gruppe duellierten sich um deren Belieferung. Wie die Lebensmittelzeitung erfahren haben will, hatte sich im Fall von Stuhr auch Globus die Zusage der Wettbewerbsschützer eingeholt.

Zukunft einiger Real-Standorte ungewiss - Verbraucher lästern in den sozialen Medien

Die weiteren Übernahmen könnte auch ein Angriff von Kaufland auf Konkurrent Edeka sein. In Augsburg Ost, Henstedt-Ulzburg und Memmingen will das Unternehmen aus Baden-Württemberg Edeka ausstechen. Einige Real-Standorte stehen trotz des Wettbewerbs noch immer ohne Zukunft da. Die Filialen in Kolkwitz, Köln, Moers und Pfarrkirchen haben noch keine Übernahme bekommen, sollen daher laut Real Ende Juni geschlossen werden.

Bei den Verbrauchern rufen die Real-Übernahmen durch Kaufland unterdessen gemischte Gefühle hervor. Bei Twitter häufen sich die Beschwerden. „Kaufland ist der Endgegner aller Supermärkte“, schreibt ein Nutzer etwa. Viele vermissen ihre alten Real-Filialen und können sich mit den Märkten der Schwarz-Gruppe nicht anfreunden. „Ein furchtbarer Ramschladen! Die sollten mal aufhören, alles aufzukaufen. Das Ende jeglicher Verkaufskultur“, macht ein User seinem Ärger Luft.

„Kaufland ist nicht mein Laden, da ist es richtig schmutzig“, äußert sich eine Frau auf Facebook. Viele bemängeln auch das Sortiment, die Organisation und Übersicht im Laden. „Kaufland sollte besser mehr am Qualitätsmanagement arbeiten! Das hat in den letzten zwei Jahren nämlich deutlich nachgelassen!“ Schon in der Vergangenheit wurde auch die Barrierefreiheit in den Kaufland-Filialen kritisiert. Eine Kundin forderte von Kaufland, mehr Rollstuhl-gerechte Einkaufswagen anzubieten.

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