„Du musst in unserer Sprache reden“

Rassismus-Eklat bei Kaufland: Inder werden aus Filiale geschmissen

Eine Kaufland-Filiale in der Thebäerstrasse in Ehrenfeld.
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Zwei Kunden wurden aus einer Kaufland-Filiale geschmissen und laut deren Angaben rassistisch beleidigt. Kaufland will den Vorfall aufarbeiten (Symbolbild).
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Eine indische Kundin der Supermarktkette Kaufland wollte eigentlich nur Milch reklamieren. Doch ihren Angaben nach wurde sie dabei rassistisch beleidigt.

Bad Wimpfen/Magdeburg - Der Kunde ist König. Das sollte man zumindest meinen. Doch nicht immer werden Kunden zuvorkommend behandelt, wie nun auch ein kurioser Fall in Magdeburg zeigt. In einer Kaufland-Filiale kommt es zu einem unschönen Vorfall. Weil eine Kundin Milch reklamieren will, die schon kurz nach dem Öffnen verdorben gewesen sein soll, wird sie aus der Filiale geschmissen.

Und dabei soll es laut ihrer Aussage nicht geblieben sein: Die junge Frau indischer Herkunft soll auch rassistisch beleidigt und beschimpft worden sein. Die Reaktion von Kaufland auf den Vorfall wirft Fragen auf.

Wegen verdorbener Milch: Frau will Kauf reklamieren, Kaufland-Mitarbeiter zeigt sich unkooperativ

Eigentlich wollte sie nur einen Karton Milch reklamieren. Dass dies jedoch solche Ausmaße annehmen würde, hatte Srruthi Lekha sicher nicht gedacht. Auf Twitter teilte sie ein Handyvideo, das den Vorfall zeigen soll. Dieses sorgte auf dem Portal nun für Furore. Auf dem Video ist zu sehen, wie die junge Frau und ihr Bekannter von einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes wüst umhergeschubst und schließlich der Filiale verwiesen werden. Der Vorfall soll sich im Kaufland im Magdeburger Stadtteil Neustadt ereignet haben. Immer wieder gibt es in den sozialen Netzwerken Beschwerden über die Supermarktkette. Zuletzt zeigte sich ein Kaufland-Kunde fassungslos beim Anblick leerer Regale.

Doch was war passiert? Wie die junge Frau auf Twitter schildert, habe sie kurz zuvor einen Karton Milch in besagter Filiale gekauft und daraus getrunken. Der Karton sei jedoch bereits Stunden nach dem Öffnen und trotz Aufbewahrung im Kühlschrank aufgequollen. Srruthi Lekha und ihr Bekannter litten nach dem Verzehr unter Bauchschmerzen.

Als sie am 5. Januar die Kaufland-Filiale aufsuchte, um die Milch zu reklamieren, kam es zum besagten Vorfall. Zunächst wurde ihr angeboten, den Kaufpreis erstatten zu bekommen. Die junge Frau und ihr Bekannter wollten jedoch lieber eine Erklärung dafür, wie die Milch so schnell verderben konnte. Ein Mitarbeiter habe ihr dann zunächst einen 30-Euro-Gutschein zugesagt, dann das Angebot jedoch unvermittelt wieder zurückgezogen. Sie solle zum Anwalt gehen, hieß es. Die Milch wollte der Mitarbeiter Srruthi Lekha jedoch nicht zurückgeben.

Rassismus bei Kaufland? Frau und Bekannter werden aus Filiale geschmissen und beleidigt

Die Situation spitzte sich daraufhin weiter zu. Nach Angaben der jungen Frau beleidigte der Mitarbeiter sie und ihren Freund rassistisch, wurde ausfallend. Unter anderem, da sich die beiden auf Englisch mit dem Mitarbeiter unterhielten. „Du bist in Deutschland. Du musst in unserer Sprache reden“, soll der Kaufland-Angestellte unter anderem zu ihr gesagt haben. Und weiter: „Ihr seid in unserem Land. Ihr könnt hier nicht nach Entschädigung fragen.“ Solch rassistische Bemerkungen waren für Srruthi Lekha und ihren Freund ein Schock.

Ein Mitarbeiter des Sicherheitspersonals wurde schließlich hinzugerufen, warf die beiden aus dem Laden, wie auch das Video auf Twitter zeigt. Der Mann schubste die beiden vor sich her, obwohl sie keinen Widerstand zeigten und dabei waren, das Gebäude zu verlassen.

Doch wie erklärt sich Kaufland den Vorfall? Das Unternehmen, das wie der Discounter Lidl zur Schwarz-Gruppe gehört, schreibt auf Twitter: „Wir haben das Video irritiert zur Kenntnis genommen. Kaufland ist bunt und vielfältig, genau das macht uns als Team aus. Wir stehen für Vielfalt, Toleranz und Offenheit. Rassismus und Diskriminierung verurteilen wir aufs Schärfste.“ Man werde die Vorkommnisse „sofort intern aufarbeiten“.

 

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