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Kaufland, Lidl und Co. müssen Preisschilder ändern – Pflicht-Angabe soll Kunden helfen

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Von: Jason Blaschke

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Eine Person ändert die Preisschilder in einem Supermarkt.
Ein Preisschild (Archivbild) muss verschiedene Angaben ausweisen, der Grundpreis ist eine davon. © Sven Hoppe/dpa

Alle Supermärkte und Einzelhändler müssen ab Mai ihre Preisangaben überarbeiten. Grund ist ein Gesetz, das eine neue Angabe verpflichtend vorschreibt.

Neckarsulm – Das Einkaufen in Zeiten von Lieferengpässen und Preissprüngen wird zunehmend teurer. Hinzu kommt, dass immer mehr Produkte knapper werden. Erst vor wenigen Tagen berichtete das Marktforschungsinstitut IRI, dass nach Öl und Mehl das nächste Nahrungsmittel von Deutschen gehamstert wird. Hinzu kommt, dass immer mehr Alltags-Lebensmittel zum Teil massiv teurer werden, was speziell Verbraucher mit mittleren und schwachen Einkommen trifft.

Immer mehr Alltags-Produkte werden teurer – dabei fehlt es an Alternativen

Auf die Preisentwicklung mit Blick auf den Krieg in der Ukraine können die Kunden nur bedingt Einfluss nehmen. Zumal in Deutschland auch viele Produkte importiert werden, was es schwer macht, auf Alternativen auszuweichen, sollte ein Land nicht mehr liefern können. Nimmt man das Sonnenblumenöl als Beispiel, so wird der Bedarf zu mehr als 90 Prozent aus Importen gedeckt - das geht aus Daten der Ölsaaten-verarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) hervor.

Allein die Lieferungen aus der Ukraine machen mehr als 50 Prozent aus. Kommt es plötzlich zu Lieferengpässen, können die Kunden von Kaufland, Lidl und Co. erst einmal nicht reagieren. Neben dem Verzicht ist eine Möglichkeit, auf Alternativen auszuweichen - sofern vorhanden. Doch im Hinblick auf die aktuelle Preisentwicklung im gesamten Lebensmittel-Sektor ist das gar nicht einfach. Zunehmend würden auch die alternativen Produkte teurer werden, heißt es dazu vom Verband der Kartoffel-verarbeitenden Industrie.

Gesetzgeber vereinfacht Preisvergleich: Neue Angabe ist ab Ende Mai Pflicht

Gerade in der derzeitigen Situation ist es wichtig, die Preise richtig vergleichen zu können, denn nicht immer ist das auf den ersten Blick vermeintlich billigste Produkt auch tatsächlich das günstigste. Faktoren wie die Menge oder mögliche Rabatte sollten in die Kaufentscheidung einfließen. Ab Ende Mai 2022 wird der Vergleich von Produkten für die Verbraucher einfacher. Ein neues Gesetz tritt in Kraft und verpflichtet alle Händler dazu, einen vereinfachten Grundpreis anzugeben.

Was ist der Grundpreis?

Der Grundpreis gibt an, wie viel der Inhalt eines Produkts pro 100 Gramm, 100 Millilitern, einem Liter oder auch einem Kilo inklusive der Steuer kostet. Ein Beispiel: Ein Stück Butter (250 Gramm) kostet aktuell rund 2,09 Euro. Wird der Preis auf ein Kilo umgerechnet, kommt man auf einen Betrag von 8,36 Euro. Der Grundpreis kann helfen, Produkte exakter miteinander zu vergleichen.

Markenprodukte und Discounter-Ware vergleichen – Grundpreis ist eine Hilfe

Bisher können Einzelhändler wie Kaufland oder Lidl selbst festlegen, in welcher Einheit sie ihre Grundpreise ausweisen. Gängig sind Angaben nach 100 Gramm, 100 Millilitern, einem Liter oder einem Kilo. Ab 28. Mai wird das Grundpreis-System vereinfacht, ab dann sind nur noch Angaben je Kilo oder je Liter erlaubt. Das erleichtert es zum Beispiel, Eigenmarken und Markenprodukte besser vergleichen zu können, ohne am Regal umrechnen zu müssen.

Im Fall vom Sonnenblumenöl, das aktuell in Filialen von Kaufland wieder angeboten wird, ist dies jedoch nicht nötig, da die 1-Liter-Flasche für fast 5 Euro derzeit eines der wenigen verfügbaren Sonnenblumenöl-Produkte in den Märkten ist. Ein Problem, das Verbraucher auch von anderen Produkten wie Mehl oder Hefe kennen. Berichten von RUHR24 zufolge droht bald noch ein weiteres Nahrungsmittel knapp zu werden, was die Engpässe noch einmal verschärfen könnte.

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