Behindertenparkplatz blockiert

Kaufland: Einkaufswagen-Debakel auf Parkplatz macht Kunden wütend - „grenzenlose Dummheit“

Einkaufswagen stehen vor einer Kaufland-Filiale.
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Vor einer Kaufland-Filiale waren die Parkplätze für Menschen mit Behinderung belegt - mit Einkaufswagen.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Einige Parkplätze bei Kaufland sind eigentlich für Menschen mit Behinderung reserviert. In einer Filiale in Bernburg bei Halle funktioniert das allerdings weniger gut.

Bernburg - Wer einkaufen geht, will mit dem Auto am liebsten so nah wie möglich am Eingang parken. Damit verkürzt sich nicht nur die Laufstrecke vom Parkhaus zum Einkaufsladen selbst, was beispielsweise für Familien mit Kinderwagen eine Erleichterung ist. Frauen gibt ein eingangsnaher, hell erleuchteter Parkplatz zudem ein sichereres Gefühl zu später Abendstunde, weshalb es auch für sie bei Supermärkten gekennzeichnete Flächen gibt. Dazu kommen die breiteren Parkplätze für Menschen mit Behinderung.

Nicht immer parken auf diesen Parkplätzen allerdings die Kunden, für die die Flächen gedacht sind. Als Single auf einem Familien- oder als Mann auf einem Frauenparkplatz sein Fahrzeug abzustellen, hat keine Folgen. Ein Bußgeld gibt es nicht, da die Parkflächen nicht in der Straßenverkehrsordnung sind.

Kaufland: Statt in der Sammelstelle sind die Wagen auf dem Behindertenparkplatz abgestellt worden

Anders ist das bei Parkplätzen für Menschen mit Behinderung. Ohne gültigen Ausweis kostet der Verstoß 35 Euro. Aber auch da funktioniert es nicht immer, wie es sollte - das zeigt ein kurioser Fall auf dem Parkplatz eines Kaufland-Supermarkts.

Vor der Filiale in Bernburg in der Nähe von Halle waren die Behindertenparkplätze besetzt, allerdings nicht mit Pkw. Auf dem Foto, den ein Kunde auf der offiziellen Facebook-Seite des Unternehmens veröffentlicht hat, sieht man die Fläche, auf der zahlreiche Einkaufswagen in Reih und Glied stehen, wie man sie sonst in den Sammelstellen vorfindet. Davon sind drei im Hintergrund zwar deutlich zu erkennen. Aber genutzt werden sie offenbar nicht. „Der Beweis, wie dumm die Menschheit ist“, schreibt der Nutzer dazu.

Wer die Metall-Kolonne dort abgestellt hat - ob es Mitarbeiter oder die Kunden waren - ist nicht klar. Der sich beschwerende Kunde geht von Letzteren aus: „Einer fängt an und alle ziehen nach - schön die Behindertenparkplätze zugestellt“, schreibt er.

Kaufland: Thema Barrierefreiheit wird immer wieder kritisiert

Das Thema Barrierefreiheit wird in Supermärkten immer wieder kritisiert. Im Mittelpunkt stehen dabei oft auch die für manche Menschen unhandlichen Einkaufswagen. So zeigte sich eine Kundin sauer darüber, dass der Einkauf bei Kaufland für Menschen mit Behinderung zur Tortur wird, weil die passenden Einkaufswagen fehlen. Aber auch für Mütter von Zwillingen ist das Shoppen nicht einfach. Eine Lidl-Kundin forderte einen Einkaufswagen für Zwillinge - in den herkömmlichen Varianten findet nur ein Kind Platz im Sitzkorb.

Unrealistisch sind solche Forderungen nicht. Immerhin gibt es auch schon Einkaufswagen für Kinder in entsprechenden kunterbunten Ausführungen. Im Fall der zugeparkten Behindertenparkplätze ist die Lösung allerdings recht schnell herbeigeführt, wenn die Kunden die rollenden Einkaufskörbe in der dafür gedachten Sammelstelle abstellen.

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