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Kaufland hat für Eigenmarke Pläne, die längst überfällig sind - „Weiterer wichtiger Meilenstein“

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Von: Franziska Vystrcil

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Ein Mann geht in einem Supermarkt einkaufen und greift in ein Kühlregal
Kaufland stellt seine Milcheigenmarken um. Ab April soll die Milch ausschließlich von deutschen Betrieben stammen. © Oliver Berg/dpa

Ab April stellt die Supermarktkette Kaufland sein gesamtes Milchsortiment um. Das hat sowohl Vorteile für die Produzenten, als auch für die Umwelt.

Neckarsulm - Immer mehr Verbraucher legen Wert auf Regionalität. Lokale Produkte, am besten noch Bio, liegen im Trend. Auch die Supermarktkette Kaufland springt auf den Zug auf und gestaltet seine Eigenmarken im Milchsortiment komplett um. Damit eifert sie in Sachen Regionalität ihrem Schwesterunternehmen, dem Discounter Lidl, nach.

Der Discounterriese aus Baden-Württemberg setzt sich schon länger für Regionalität und mehr Nachhaltigkeit ein. Lidl hat sogar ein eigenes Label „total lokal“ für Produkte ganz aus der Nähe entworfen. Um die Kunden auf Produkte aus deutscher Landwirtschaft aufmerksam zu machen, hat auch Kaufland im vergangenen Jahr das Siegel „Qualität aus Deutschland“ eingeführt.

Kaufland nimmt sich nun sein Eigenmarkensortiment an Milchprodukten vor. Wie das Unternehmen der Schwarz-Gruppe in einer Pressemeldung mitteilt, soll die Milch der Kaufland-Eigenmarke ab April ausschließlich aus deutschen Betrieben stammen.

Kaufland will „deutschen Produktionsstandort stärken“: nur noch deutsche Milchbauern als Partner

Betroffen von der Umstellung sind die H-Milch von K-Classic und die Frischmilch von K-Bio. Die Frischmilch der Eigenmarke K-Classic stammt schon jetzt komplett aus Deutschland.

Die Entscheidung von Kaufland, ab April nur noch Milch von deutschen Betrieben zu beziehen, kommt vor allem den Landwirten zugute. Eine faire, vertrauensvolle und vor allen Dingen langfristige Partnerschaft zwischen Kaufland und den deutschen Milchbauern ist der Supermarktkette besonders wichtig. „Dazu gehört auch, dass wir unseren Kunden verstärkt landwirtschaftliche Erzeugnisse aus deutscher Herkunft anbieten und so den deutschen Produktionsstandort stärken“, sagt Robert Pudelko, Leiter Einkauf Nachhaltigkeit bei Kaufland.

Die Milcherzeugung sei der wichtigste Betriebszweig der deutschen Landwirtschaft, betont Robert Pudelko. „Die vollständige Umstellung unseres Milchsortiments auf Qualität aus Deutschland ist ein weiterer wichtiger Meilenstein, den wir in diesem Jahr erreichen.“ Ein weiterer Vorteil: Der Schritt hilft auch dabei, die Umwelt zu schonen. Da die Milch von deutschen Betrieben bezogen wird, ergeben sich kürzere Transportwege.

Angebot an deutschen Produkten bei Kaufland soll weiter ausgebaut werden

Auch in anderen Bereichen des Sortiments setzt der Supermarkt auf Regionalität. Laut Angaben von Kaufland bezieht der Lebensmittelhändler über 200 deutsche Obst- und Gemüseartikel für seine Märkte. Zudem kommen rund 80 Prozent des Schweinefleischs ebenfalls aus Deutschland. „Das Angebot an Produkten aus deutschem Ursprung soll auch in Zukunft weiter ausgebaut werden“, teilt das Unternehmen mit.

Lidl setzt beim Schweinefleisch ebenso auf deutsche Betriebe. Seit 2022 bezieht Lidl für seine Eigenmarken nur noch Fleisch mit 5D-Kennzeichnung. Das Schweinefleisch bezieht der Discounter somit nur noch von Tieren, die in Deutschland sowohl geboren, aufgezogen, gemästet, geschlachtet und zerlegt werden. Nachdem Bauern wegen zu geringer Preise für Fleisch protestiert hatten, stellte sich Lidl auf ihre Seite. Der Discounter hob die Preise für Schweinefleisch an.

Doch wer regionale Produkte einkaufen möchte, sollte beim nächsten Einkauf genauer hinschauen. Nicht immer ist „Regionales“ drin, nur weil „regional“ drauf steht. Bei Kaufland und Lidl werden Kunden bei regionalen Artikeln oft irregeführt.

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