Hetze auf Facebook

Kaufland: Kunde ruft zu Boykott auf, weil er Maske tragen soll - „keine Maskenpflicht mehr“

Ein Kunde geht in einem Supermarkt einkaufen und trägt dabei einen Mundschutz. Ab dem 27. April gilt wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg eine Maskenpflicht.
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In den meisten Kaufland-Filialen gilt die Maskenpflicht trotz Lockerungen weiterhin.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Ein Kaufland-Kunde hat genug von der Maskenpflicht. Er ruft auf Facebook zum Boykott gegen die Supermarktkette in Sachsen auf. Doch damit stößt er bei anderen Kunden auf Granit.

Stuttgart - Seit über einem Jahr beherrscht das Coronavirus in Baden-Württemberg und in ganz Deutschland unseren Alltag. Doch so langsam ist ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen: Nach und nach greifen in allen Bundesländern die Lockerungen. Dennoch ist noch Vorsicht geboten. Vielerorts gilt noch immer die Maskenpflicht - vor allem da, wo die Mindestabstände nicht eingehalten werden können, ist ein Mundnasenschutz unerlässlich. So mancher Bürger scheint das allerdings nicht einsehen zu wollen.

Ein Kunde einer Kaufland-Filiale in Dresden-Naulitz ging sogar so weit, zu einem „Boykott“ gegen die Maskenpflicht aufzurufen. „Boykottiert bitte Kaufland, im Bundesland Sachsen gibt es keine Maskenpflicht mehr, trotzdem verlangt der Supermarkt weiterhin eine Maske im Geschäft“, schreibt der Mann auf der Facebook-Seite der Supermarktkette und teilt dazu ein Foto. Darauf ist ein Schild an einer Glastür zu sehen. „Werte Kunden, das Einkaufen ist weiterhin nur mit einem medizinischen Mund- und Nasenschutz gestattet“, informiert die Kaufland-Filiale darauf seine Kunden über die Hygienemaßnahmen.

Kaufland: Andere Kunden weisen den Mann zurecht - doch der bleibt stur

Bei mindestens einem Kunden stößt das Unternehmen damit auf Unverständnis. Nicht so jedoch bei anderen Käufern. Die weisen den Mann zurecht. „Was genau ist das Schwierige dabei, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen?“, kommentiert ein Nutzer. „Weißt du, ob dein Gegenüber im Markt infiziert ist oder nicht? Meine Güte: in wenigen Wochen ist die Inzidenz - wegen gewisser Leute - eh wieder oben. Dann trägst auch du wieder die Maske. In allen Supermärkten“, regt er sich auf. Eine andere Nutzerin weist den Mann auf die aktuellen Regelungen hin. „Auf seine RECHTE pochen, aber die Verordnung nicht gelesen haben“, ärgert sie sich. Einsicht zeigte der Hetz-Kunde dennoch nicht.

Gänzlich ist die Maskenpflicht nämlich auch in Sachsen nicht gefallen. Die neue Schutzverordnung sieht zwar den Wegfall der Maskenpflicht in Supermärkten und Läden vor - allerdings unter Auflagen. Die Zahl der Neuansteckungen je 100.000 Einwohner in einer Woche muss stabil unter zehn liegen. Und: Der Mindestabstand von 1,5 Metern muss weiterhin eingehalten werden. Ist dies nicht möglich, gilt weiterhin die Maskenpflicht. „In einem gut gefüllten Supermarkt an einem Freitagnachmittag, wo der Mindestabstand eben nicht eingehalten werden kann, muss weiter eine Maske getragen werden“, ließ das Sozialministerium Sachsen zu Beginn der Lockerungen mitteilen.

Kaufland: Beschwerden über Facebook und Co. keine Seltenheit

Vor allem die Qualität der Lebensmittel ließen seiner Meinung nach zu wünschen übrig. Eine andere Corona-Regel sorgte schon einmal bei Kaufland für Ärger: Viele Filialen führten die Regel einer Einkaufswagenpflicht ein, um die Kundenanzahl im Verkaufsraum überwachen zu können. Einer Kaufland-Kundin mit Kind wurde der Zutritt verwehrt, weil sie neben einem Kinderwagen nicht noch einen Einkaufswagen durch den Supermarkt schieben wollte.

Solche Beschwerden über Facebook gab es in der Vergangenheit schon häufiger, auch unabhängig von Corona. So kritisierte etwa ein Kunde einer Stuttgarter Kaufland-Filiale die katastrophalen Zustände im Laden. „Hier fehlt es sehr an Qualitätskontrolle“, so der Kaufland-Kunde.

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