Ungewollte Prospekte

Kaufland-Werbung macht Kunden richtig sauer: „Ich will den Müll nicht“

Frisch gedruckte Kaufland-Werbung im Druckzentrum des Axel Springer Verlags in Essen.
+
Ein Kaufland-Kunde ist von der penetranten Werbung des Discounters genervt und beschwert sich auf Facebook.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
    schließen

Die Kaufland-Werbung informiert über die neuesten Schnäppchen bei der Discounter-Kette. Manche Kunden sind von der ungewollten Werbung allerdings zunehmend genervt.

Neckarsulm - Die Discounterkette Kaufland mit Sitz in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) bietet in ihren Filialen verschiedenste Produkte wie Lebensmittelmittel, Elektronik und Drogerieartikel an. Hin und wieder entdecken Kunden jedoch auch Produkte bei Kaufland, die für Aufregung sorgen. So beispielsweise vor einigen Wochen ein rechtsextremes Magazin bei Kaufland oder eine rassistische Figur im Online-Shop. Welche Produkte bei dem Vollsortimenter aus Baden-Württemberg in der aktuellen Woche im Angebot sind, können die Kunden dem wöchentlichen Prospekt entnehmen. Den gibt es auch ganz umweltfreundlich als Online-Version.

Obwohl sich inzwischen wohl viele Kunden von Kaufland online über die aktuellen Schnäppchen informieren, verschickt Kaufland noch immer gedruckte Werbung, die in den Briefkästen landet. Einige Kunden sind davon zunehmen genervt, wie Kommentare auf der Facebook-Seite des Handelsunternehmens zeigen.

Kaufland-Werbung ärgert die Kunden - „Ja ich weiß, Ihr seid ein großer Konzern...“

Die Werbekampagnen von Kaufland erregten in den vergangenen Monaten mehrfach die Gemüter. Schlagersänger Michael Wendler textete beispielsweise sein Lied „Egal“ zu „Regal“ um, Kaufland löschte die Werbung mit Wendler wegen verstörender Corona-Aussagen jedoch wieder. Doch auch die nächste Werbefigur war problematisch. Kaufland holte erneut ein umstrittenes Testimonial ins Boot. Manche Kunden ärgern sich jedoch nicht um die Art der Werbung, sondern darüber, dass sie diese erhalten, obwohl sie sie eindeutig nicht haben wollen.

„Hallo Kaufland, vielleicht solltet Ihr mal wieder bei Eurer Rechtsabteilung nachfragen, was ein Aufkleber ‚Keine Werbung einwerfen‘ am Briefkasten bedeutet“, schreibt ein Kunde auf der Facebook-Seite von Kaufland. „Vielleicht ist der Aufkleber auch zu schwer zu verstehen.“ Demnach hat der Kunde Kaufland-Werbung erhalten, obwohl er an seinem Briefkasten deutlich gemacht hatte, keine Werbung erhalten zu wollen. „Kann ja sein, dass Stoppschildsymbole, rote Farbe und Text zu schwer zu verstehen sind“, schreibt er weiter. „Ja ich weiß, Ihr seid ein großer Konzern, da ist es manchmal schwer sich an die Gesetze zu halten aber es wär schon total lieb.“

Kaufland will Beschwerde an Kundenmanagement weiterleiten

Dass der Kaufland-Kunde von der penetranten Werbung des Handelsunternehmens zunehmend genervt ist, macht er am Ende seines Posts mehr als deutlich. „Ich will den Müll wirklich nicht“, schreibt er. Und genau das wird aus der ungewollten Kaufland-Werbung am Ende bei den Kunden: Papiermüll. Die Discounter-Kette aus Baden-Württemberg selbst reagierte auf die Beschwerde des Kunden und versprach, den „Hinweis an das Kundenmanagement“ weiterzuleiten. „Diese stehen auch mit den Verteildienstleistern in Kontakt.“

Auch die Discounter-Kette Lidl, die wie Kaufland zur Schwarz-Gruppe gehört, stand kürzlich in der Kritik. Lidl warb mit einem Hochzeitsvideo für die große Auswahl im Sortiment. Das kam im Netz weniger gut an, was Kommentare wie „peinlich“ und „geschmacklos“ zeigten. Auch Rewe sah sich vor einigen Wochen mit einer Kontroverse aufgrund einer Werbung konfrontiert. Rewe musste eine fragwürdige Papp-Figur entfernen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare