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Kaufland-Kunde kritisiert Gendermarketing bei Kinderkleidung: „Was ist da los?“

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Von: Franziska Vystrcil

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Kaufland-Schild
Wie ein Kunde berichtet, unterscheidet Kaufland mit den Etiketten für Kinderkleidung zwischen Mädchen und Jungen. © Imago/Michael Gstettenbauer

Gender-Klischees werden noch immer von vielen Firmen bedient. Zum Missfallen eines Kunden schreibt auch Kaufland Mädchen und Jungen die Farben rosa und blau zu.

Neckarsulm - Rosa steht für das weibliche, blau für das männliche Geschlecht - so schreiben es zumindest alte Klischees vor. Schon lange wird darüber diskutiert. Trotz regelmäßiger Kritik findet man noch immer die zugewiesenen Geschlechterrollen. Selbst beim Einkauf im Supermarkt sehen sich Verbraucher damit konfrontiert.

Ein Kunde der Supermarktkette Kaufland machte in einem Facebookpost seinem Ärger über sexistische Produkte Luft. „Bei meinem Kaufland wird laut den Etiketten nur zwischen Mädchen und Jungen unterschieden“, schreibt der Mann verärgert. Darüber hinaus werde Mädchen die Farbe rosa und Jungen die Farbe blau zugeordnet. Dafür hat der Mann kein Verständnis.

Kritik an Kauflands Gender-Marketing: „Willkommen in der Rosa-Hellblau-Falle“

„Leider verstehe ich nicht, warum überhaupt zwischen Mädchen und Jungen unterschieden werden muss (bei solchen Artikeln)“, schreibt der Kunde auf Facebook. Dazu postet er ein Foto einer Kleiderauslage bei Kaufland. „Und gibt es auf dieser Welt wirklich nur Mädchen und Jungen?“, stellt er als Frage in den Raum. Die Zuteilung der Farben kann der Mann nicht nachvollziehen.
„Willkommen in der Rosa-Hellblau-Falle. Was ist da los?“, will er von Kaufland wissen.

Eine Reaktion der Supermarktkette aus Baden-Württemberg bekommt der Mann allerdings nicht (Stand: 31. Januar 2022). Mit seinem Post stößt er jedoch eine Diskussion mit anderen Nutzern an. „Man kann doch seinem Kind die Farbe kaufen, die es haben möchte. So schwer ist das nicht, einfach woanders hingreifen“, kommentiert ein User. „Das Problem ist meiner Meinung nach nicht das Kaufen einer bestimmten Farbe, sondern die Gesellschaft und auch die Unternehmen, die einem das vorgeben wollen“, antwortet der Ersteller des Beitrags darauf.

„Ich kauf meiner Tochter auch „Jungenkostüme“ für Fasching, bzw. zum Spaß. Weil sie sich drüber freut. Ist doch egal, was auf dem Label steht“, berichtet ein Familienvater. Sein Fazit: Er sehe so ein Label einfach als „Sortierhilfe“ und nicht als Verpflichtung zum Kauf.

Sexismus immer wieder Thema - Spezielle Angebote für Männer und Frauen erzürnt Kunden

Schon in der Vergangenheit wurde Kaufland für sein Gender-Marketing kritisiert. Eine Kaufland-Kundin empfand es als sexistisch, dass es bei der Supermarktkette nur Arbeitskleidung für Männer gab.

Kaufland ist nicht der einzige Händler, der sich genderspezifischer Kritik stellen muss. Die Drogeriekette dm bekam sogar einen Schmäh-Preis. dm wurde für das schlimmste Gendermarketing 2021 ausgezeichnet.

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