Tausende Euro für einen Strandstuhl

Kaufland: Dreistes Angebot? Völlig überteuerte Möbel irritieren Kunden

Einkaufswagen stehen vor einer Kaufland-Filiale.
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Kaufland bietet auch einen Online-Marktplatz, auf dem Privathändler verkaufen können.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Im Online-Shop von Kaufland verkaufen Händler Garten- und Strandstühle zu horrenden Preisen. Mehrere Kunden, die darauf aufmerksam wurden, macht das stutzig.

Neckarsulm - Der Sommer rückt allmählich näher, und die Suche nach den passenden Möbeln für den Garten hat begonnen. Seitdem der Supermarkt-Riese Kaufland den Online-Shop von Real übernommen hat, werden Käufer auch auf der Internet-Seite der Neckarsulmer fündig. Dort tummeln sich auf dem sogenannten Marktplatz auch zahlreiche private Verkäufer, die unter anderem Gartenmöbel anbieten. Mehrere Gartenstühle erregen dabei derzeit die Aufmerksamkeit einiger Beobachter.

Grund dafür ist ihr horrender Preis. Die Anbieter, die zum einen den „Outdoor Strandstuhl“ in Grün und die „Kinder-Strandstühle“ in Gelb zum Verkauf gestellt haben, verlangen dafür stattliche 1999,99 Euro beziehungsweise 8888,99 Euro. Auch ein Kaufland-Kunde ist bereits auf die überteuerten Artikel aufmerksam geworden. „Hat jemand eine Idee, woher dieser hohe Preis kommt?“, fragt er auf Facebook. Schon Anfang Mai gab es eine ähnliche Entdeckung: Ein Kaufland-Kunde traute seinen Augen nicht, als er Gartenstühle für 10.000 Euro im Online-Shop fand.

Kaufland-Kunden sind irritiert von zwei verschiedenen Preisen für ein Produkt

Dieses Mal weist der Kunde zudem darauf hin, dass ein vergleichbarer Stuhl, der ebenfalls auf der Seite angeboten wird, nur 585 Euro koste. „Worin liegt der Unterschied?“ Preisliche Differenzen im Sortiment sind eigentlich keine Ausnahme. Erst zuletzt zeigte sich ein Kaufland-Kunde irritiert über die Preise, die sich für ein und dasselbe Produkt in zwei verschiedenen Filialen voneinander unterschieden. Hierbei handelte es sich wohlgemerkt aber nur um Cent-Beträge.

Ein Kaufland-Kunde zeigt sich verwirrt über den hohen Preis für den Stuhl.

Kaufland selbst dürfte die Antwort für den Unterschied auf dem Online-Marktplatz nicht haben. Das Unternehmen hat keinen Einfluss auf den Preis, da Kaufland das Produkt nicht selbst anbietet. Für die Preise sind die Händler selbst verantwortlich. An den krassen Unterschieden scheinen sich trotzdem auch andere Kunden zu stören. „Warum sind diese Stühle denn nur so teuer? Möbelstücke, die völlig überteuert wirken, kennt man sonst von Amazon und Wayfair...“, schreibt eine weitere Kundin.

Kaufland-Kunden verbreiten Verschwörungstheorie über Menschenhandel

Nur ein Fehler? Ein anderer Kunde glaubt das nicht und weist in einem weiteren Beitrag auf eine Verschwörungstheorie hin, die sich seit geraumer Zeit im Netz verbreitet. Behauptet wird, dass Online-Marktplätze wie Wayfair in den Menschenhandel involviert wären. Kinder und Jugendliche sollen demnach als extrem überteuerte Schränke getarnt an Kunden geliefert werden. Im vergangenen Jahr hatte eine Reddit-Userin diese Verschwörungstheorie in Umlauf gebracht. Seither kursiert sie in einschlägigen Foren und hat es nun offenbar auch auf die Facebook-Seite von Kaufland geschafft.

Eine weniger konspirative Erklärung bietet hingegen ein anderer Nutzer. Das Preisangebot sei seiner Meinung nach nur technischer Natur und diene als „Platzhalter“. Das Produkt habe offenbar bei Suchmaschinen einen guten Listenplatz erreicht. „Nun ist das Produkt vorübergehend nicht erhältlich, soll aber in der Suchmaschine hinterher nicht wieder hinten auftauchen, wenn es wieder erhältlich ist. Also lässt man das Produkt online, aber setzt den Preis unverhältnismäßig hoch an, zu dem keiner das Produkt kauft. Wenn es wieder erhältlich ist, wird der Preis auf ‚normal‘ gesetzt“, schreibt er.

Kaufland hat nicht nur den Online-Shop von Real aufgekauft

Übrigens: Die Neckarsulmer haben nicht nur den Online-Shop des ehemaligen Lebensmitteleinzelhändlers aus Mönchengladbach aufgekauft. Kaufland übernimmt auch insgesamt 92 Real-Märkte bundesweit, unter anderem auch einen Standort im baden-württembergischen Heidenheim.

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