Rollenbilder in der Kritik

Kaufland-Kundin entlarvt sexistische Praxis bei Supermarkt-Kette: „Nur für Männer“

Eingang eines Kaufland Lebensmittel-Discounters in den Regensburg Arcaden.
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Kaufland-Kundin ärgert sich über ein Angebot.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Als eine Kaufland-Kundin durch den aktuellen Prospekt der Supermarkt-Kette blättert, wird sie skeptisch: Wieso gibt es Heimwerker-Kleidung dort ausschließlich für Männer?

Neckarsulm - Gendermarketing wird von vielen Menschen kritisch betrachtet. Geschlechterspezifische Rollenbilder wie: „Mädchen mögen Rosa“ oder „Jungen spielen gerne mit Autos“ geraten zunehmend in Verruf. Dennoch lassen sich in der Werbelandschaft immer wieder Beispiele finden, in denen mit solchen oder ähnlichen Klischees gearbeitet wird. In einem Prospekt von Kaufland machte eine Kundin nun eine Entdeckung, die sie verärgerte.

„In Zeiten, in denen alles tot gegendert wird und überall streng auf m/w/d/v/abc geachtet wird, finde ich es mehr als erstaunlich, dass auch in euren Filialen immer nur Arbeitshosen und -schuhe für Männer im Angebot sind?“, schreibt sie auf der Facebook-Seite von Kaufland. „Ich finde, es ist höchste Zeit für eine coole, funktional-kreative Heimerker*innen-Kollektion in schönen Farbtönen - bloß kein Pink.“

Kaufland: Supermarkt-Kette schweigt bislang zu den Vorwürfen

Auf Facebook erhielt die Verfasserin des Beitrags viel Zuspruch. Manche der Kommentatoren empfahlen ihr direkt andere Anlaufstellen, wie beispielsweise einen Berufsmodenladen - dort sei auch „was für Frauen“ erhältlich. Kaufland selbst hat sich bislang noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Auch bei der Drogerie dm kam es Anfang des Jahres zu einem Vorwurf bezüglich Gendermarketing, der eine hitzige Debatte auslöste. Damals forderte eine Kundin, dass die Drogerie ihre Kinderabteilung umbaut. Ihr sei aufgefallen, dass die Kleidung auch schon bei den Babys in „Junge“ und „Mädchen“ unterteilt sei - was sie nicht mehr als zeitgemäß empfinde. „Kleidung und ihre Formen und Farben sind doch für alle da“, meinte sie. Der Drogerie-Riese reagierte jedoch eher verhalten auf die Kritik und bedankte sich lediglich für das Feedback.

Kaufland und dm nicht alleine: Auch Porsche tappt ins Gendermarketing-Fettnäpfchen

Ins Gendermarketing-Fettnäpfchen tappte im April auch die Porsche AG. Ein Taycan mit rosa Lack und weniger Technik sollte vorrangig eine weibliche Zielgruppe ansprechen - die bei dem Sportwagenhersteller bislang eher spärlich vertreten ist. Für den Porsche in „Frozen Berry“ erntete der Autobauer viel Spott - auch unsere Autorin findet die Strategie einfach nur peinlich.

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