Fragwürdiges Schnäppchen

„Kaufland, warum tut ihr das?“ Kundin sieht Preis für Hackfleisch und ist entsetzt

Kauflandprospekt, daneben das Kaufland-Logo.
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Hackfleisch für nur einen Euro? Das aktuelle Angebot in einem Kaufland-Prospekt wirkt auf eine Kundin dubios.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Als sie den neuen Werbeprospekt von Kaufland durchblättert, reagiert eine Kundin mit Entsetzen. 250 Gramm Hackfleisch gibt es dort für nur einen Euro.

Neckarsulm - Immer mehr Menschen achten beim Einkaufen auf die Herkunft der Produkte, die bei ihnen im Wagen landen. Nachhaltigkeit in der Herstellung und Verarbeitung wird als Auswahlkriterium großgeschrieben. Ist beispielsweise Fleisch zu billig, reagieren viele skeptisch. Eine Kundin von Kaufland sichtete im Werbeprospekt nun ein Fleischprodukt, das sie stutzig macht: Das Hackfleisch in der 250 Gramm-Packung wurde für nur einen Euro angeboten.

„Warum tut ihr das?“, richtet sich die bestürzte Kundin auf der Facebook-Seite von Kaufland an die Supermarkt-Kette. „250 Gramm Fleisch für einen Euro! Die Diskussion um Billigfleisch in Discountern und Supermärkten ist groß. Aber Kaufland interessiert es anscheinend nicht, sie werben im aktuellen Prospekt mit diesem Angebot.“

Kaufland bewirbt Billigfleisch - Kunden reagieren gespalten: „Manche sind froh, sich das leisten zu können“

Kaufland selbst hat sich bis jetzt nicht zu den Vorwürfen geäußert. Andere Facebook-Nutzer hingegen schon. Einer meinte: „Die Billigpreise liegen daran, dass es genug Leute gibt, die es nicht interessiert. Hauptsache Fleisch. Und solange wird es gemacht.“ Ein anderer stimmte nachdenkliche Töne an: „Denke aber auch, dass manche Rentner mit schmaler Kasse froh sind, sich das mal leisten zu können.“

Schon lange prangern Tier- und Umweltschützer die Produktion von Billigfleisch an. In der Regel stammt das Fleisch aus Massentierhaltung, die für die Tiere enormes Leid mit sich bringt. Zudem gilt die industrielle Fleischproduktion als wesentlicher Treiber der Klimakrise. Umdenken müssen auf lange Sicht auch Supermärkte und Discounter, die sich immer häufiger mit Vorwürfen zu Tierhaltungsformen konfrontiert sehen.

Kaufland und Lidl: Kritik an Billigfleischpolitik brachte bereits erste Erfolge

Erst kürzlich kam es zu einer ähnlichen Beschwerde bei Kauflands Konzernschwester Lidl: Dort reagierte eine Kundin empört auf abgepacktes Discounter-Fleisch. Die Kritik zum Thema Billigfleisch kam bei Lidl bereits im vergangenen Jahr auf, als zornige Bauern Lager und Zentrale mit Traktoren blockierten. Die Bauern forderten eine faire Preispolitik des Discounters - und erreichten damit immerhin einen Teil-Erfolg. So wurde zumindest Schweinefleisch für Lidl-Kunden nach den Bauern-Protesten teurer.

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