Kritik an der Supermarktkette

Fragwürdiges Angebot bei Kaufland: Kunde entsetzt über „Nazihuldigungen“

Ein Teil der Zeitschriftenauslage in einer Filiale von Kaufland.
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Immer wieder finden Kaufland-Kunden rechtsextreme Magazine wie den „Schwerterträger“ in den Auslagen.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Die Supermarktkette Kaufland bietet in einigen Filialen Magazine mit rechtsextremem Inhalt zum Verkauf an - und das nicht zum ersten Mal. Auf Twitter regt sich ein Kunde darüber auf.

Neckarsulm - Beim Einkaufen begegnet man des Öfteren kuriosen Angeboten. Manche Verbraucher machen erst zu Hause eine unerwartete Entdeckung. So auch ein Kaufland-Kunde, der eine Raupe in einer Konservendose entdeckte. Mit ihren Angeboten landet die Supermarktkette aus Baden-Württemberg immer wieder in den Schlagzeilen. Zuletzt sorgte ein Inserat auf der Online-Plattform des Händlers für Aufregung. Im Onlineshop von Kaufland wurde eine Ukraine-Flagge mit Nazi-Symbol angeboten. Darauf zu sehen: das Zeichen des rechtsextremen ukrainischen Asow-Regiments, dessen Wappen sich aus den Nazi-Symbolen der schwarzen Sonne sowie dem Zeichen der NS-Organisation „Werwolf“ zusammensetzt.

Nicht nur im Onlineshop, auch in den Kaufland-Filialen gibt es fragwürdige Artikel in den Regalen. Beim Stöbern in der Magazin-Auslage kann man in einigen Läden der Kette der Schwarz-Gruppe Zeitschriften mit rechtsextremen Inhalten finden. Immer wieder lösen die Funde einen Sturm der Entrüstung im Netz aus. „Ein Nazi-Heft hat wohl nicht gereicht?“, regte sich ein Twitter-User über das Kaufland-Angebot auf. Nun tauchte erneut ein Tweet zum Thema auf.

Kunde verärgert über Fund bei Kaufland: In der Sektion „Hobby“ liegt ein rechtsextremes Magazin aus

Auf Twitter teilte Nutzer Matt Bahr ein Foto einer Auslage bei Kaufland. Darauf zu sehen: Ein Heft, das rechtsextreme Positionen bezieht. Das abgebildete rechtsextreme Magazin „Schwertträger“ findet sich vor allem in Filialen in Sachsen-Anhalt wieder. In den Magazinen werden oftmals verurteilte Kriegsverbrecher gehuldigt, Menschenrechtsverletzungen gutgeheißen und verteidigt sowie rechtsextreme Ansichten verbreitet.

In welcher Filiale der Kunde das Foto geschossen hat, verrät er nicht. „Ist es eigentlich notwendig, solche nazihuldigende Zeitschriften anzubieten?“, fragt er an Kaufland gewandt.

Eine Frage, mit der Matt Bahr nicht alleine ist. Das fragwürdige Angebot bei Kaufland rief schon in der Vergangenheit viel Kritik hervor. Warum also hat Kaufland solche Magazine überhaupt im Sortiment?

Kaufland immer wieder in der Kritik wegen „Nazi-Magazinen“ - Berufung auf Pressefreiheit

Doch trotz regelmäßig wiederkehrender Kritik vonseiten der Kunden wehrt sich Kaufland und rechtfertigt sich sogar für den Verkauf. Die Begründung: Die Pressefreiheit rechtfertige den Verkauf, so der Lebensmittelhändler.

Das Problem dahinter: Supermärkte wie Kaufland werden von Pressegrossisten, also Großhändlern für Zeitschriften und Magazine, beliefert. Diese wiederum unterliegen einem „Neutralitätsgebot“ und der Pressefreiheit. Heißt konkret: Jedes Magazin wird ausgeliefert, unabhängig von dessen Inhalt oder politischer Ausrichtung. Dadurch landen auch immer wieder Magazine mit rechtsextremen Positionen in den Auslagen bei Händlern wie Kaufland.

Viele Verbraucher sehen dennoch Kaufland in der Pflicht, solche Magazine aus den Regalen zu nehmen beziehungsweise erst gar nicht in die Auslage zu packen. Bisher hat sich Kaufland jedoch immer wieder aus der Verantwortung gezogen, lediglich darauf verwiesen, die jeweiligen Meldungen der Magazine zu prüfen. Im Fall von Matt Bahrs Tweet und Kritik hat Kaufland bislang nicht reagiert (Stand: 22. April 2022).

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