Winter im Anmarsch

Hortensien überwintern: Vorsicht Frost! So schützen Sie Ihre Ziersträucher richtig

  • Eliran Kendi
    VonEliran Kendi
    schließen

Hortensien sind wahrlich ein echter Hingucker, doch vor Frost-Nächten muss einiges beachtet werden. Mit diesen einfachen Tipps bringen Sie die Pflanzen sicher durch den Winter:

Diese Blütensträucher verschönern jeden Garten: Ob zartes Rosa, dezentes Grün, kräftiges Pink oder fast reines Weiß, die Gattung der Hortensien (Hydrangea) umfasst eine Vielzahl verschiedener Arten. Doch lange Zeit haftete den Hortensien ein altmodisches und spießiges Image an. Als Oma-Blume aus Rosamunde Pilcher Filmen fristeten die Ziersträucher lange Zeit ihr Dasein, bis das bunte Gewächs zu Beginn der 2010er-Jahre zur Garten-Trendsetterin avancierte.

Obgleich die Hortensie dem Garten klassische Schönheit bringt, brauchen die Blütensträucher lediglich wenig Pflege und nur selten Pflanzenschutz. Dennoch, im Oktober werden die Nächte allmählich kälter und so stellen sich viele Hortensien-Neulinge die Frage: Wie bringe ich die Blütensträucher sicher durch den anstehenden Winter? HEIDELBERG24* gibt Entwarnung: Nicht umsonst gelten Hortensien als besonders robust und sind daher kälteresistent. Nichtsdestotrotz müssen einige Regeln unbedingt beachtet werden, damit die Pflanzen ihre bunte Pracht auch im kommenden Jahr entfalten können.

Gattung Hortensie
OrdnungHartriegelartige (Cornales)
FamilieHortensiengewächse (Hydrangeaceae)
UnterfamilieHydrangeoideae

Hortensien auf den Winter vorbereiten: Diese Blütensträucher sind grundsätzlich kälteresistent

Grundsätzlich gilt für Hortensien: Auch Frost können die Blütengehölze problemlos vertragen. Aber es gibt auch exotische Sorten, welche empfindlicher auf extreme Kälte reagieren.

Rispen-Hortensien (H. paniculata), Bauern-Hortensien (H. macrophylla), und Schneeball-Hortensien (H. arborescens) – sie alle sind bekanntermaßen winterhart. Sorten, die einen besonderen Winterschutz benötigen, sollten in der Regel beim Kauf mit einem Hinweisetikett versehen sein. Aber keine Panik: Hortensien, die zum Beispiel bei Discountern ohne Sortennamen verkauft werden, sind mit großer Wahrscheinlichkeit winterfeste Standardsorten.

Hortensien sicher durch den Winter bringen: Vorsicht bei diesen Sorten

Demgegenüber sind die sogenannten Eichblatt-Hortensien (H. quercifolia) empfindlicher. Auch Sorten mit zweifarbigen Blättern gelten als etwas anfälliger gegenüber Kälte.

Hortensien sind spektakuläre Ziersträucher (Archivbild).

Wichtig ist zudem, ob sich die Hortensien im Beet oder im Kübel befinden. Zwar vertragen gut im Beet eingewachsene Pflanzen Frost bis etwa minus zehn Grad Celsius, doch vor allem auf die neueren Sorten der Bauern-Hortensie (Hydrangea macrophylla) und der Teller-Hortensie trifft das nur begingt zu. Denn Bauern- und Teller-Hortensien werden zunehmend als Kübelpflanzen gehalten. Aus diesem Grund scheint die Winterhärte bei der Zucht nicht mehr oberste Priorität zu haben.

Hortensien im Beet überwintern: Extra Winterschutz erforderlich?

Für traditionelle Hortensien im Beet gilt: Ein Winterschutz ist lediglich in Regionen mit besonders kalten Wintern in Baden-Württemberg* zu empfehlen, wie den Mittelgebirgslagen im Schwarz- und Odenwald.

Gartenfreunden sollte bekannt sein: Hortensien sind sehr „durstig“. Daher ist die größte Gefahr im Winter nicht die Kälte an sich, sondern aus dem Frost resultierender Wassermangel. Denn auch im winterlichen Zustand ohne Blätter verdunsten Hortensien noch Wasser. Bei dauerhaftem Bodenfrost im Wurzelbereich wird die Pflanze von der Wasserzufuhr abgeschnitten – die Hortensie trocknet aus!

Genau aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Wurzeln der tief in des Blütenstrauchs tief in den Boden reichen. Da bei jüngeren Beet-Pflanzen dieser Schutz über die Wurzeln nicht gewährleistet ist, wäre eine wärmende Laubschicht am Boden zu empfehlen – vor allem im ersten Jahr.

Hortensien im Kübel: Draußen lassen oder reinholen?

Gleichsam verhält es sich bei Hortensien im Kübel. Auch hier gilt: Die Blütensträucher sind in der Regel frostfest und dürfen im Winter draußen bleiben. Natürlich, sofern die Wurzeln genügend Wasser ziehen können. Und hier liegt dann die auch Krux an der Sache. Gegenüber dem Gartenboden ist die Gefahr groß, dass im Topf oder Kübel die Erde vollständig durchfriert. Je kleiner der Topf, desto größer die Gefahr von Wassermangel durch Frost.

Daher müssen Topf-Hortensien besser vor dem Verdursten geschützt werden: Sobald sich der Frost ankündigt, sollten Hortensien an einen wind- und sonnengeschützen Standort verlagert werden.

Übrigens: Hortensien verbrannt: 5 Tipps, mit denen die Pflanze gerettet werden kann*

Zudem lassen sich mit Blättern oder Jute ein wärmendes Polster um die Töpfe schaffen. Auch Vlies oder Noppenfolie sind Materialien, mit denen einzelne Kübel eingewickelt werden können. Dabei schützt die Noppenfolie am besten vor Frost.

Vor allem muss regelmäßig geprüft werden, ob die Erde feucht genug ist. Aber Vorsicht: Nur an frostfreien Tagen gießen und dabei Staunässe unbedingt verhindern, sonst drohen die Wurzeln zu faulen.

Wer dennoch kein Risiko eingehen will, kann seine Topf-Hortensien im Winter auch reinholen. Licht hingegen brauchen sie nicht, daher spielt es keine Rolle, ob die Pflanzen im Haus, Keller oder Garage überwintern. Allerdings dürfen Hortensien im Winter nicht allzu warm stehen. Um ihre Blütenansätze auszubilden und um das Wachstum im Frühjahr anzuregen, sind Temperaturen über dem Gefrierpunkt bis zehn Grad Celsius zu empfehlen. Daher auf gar keinen Fall die Topf- oder Kübel-Hortensien in beheizte Räume stellen! (esk) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Roman Martin

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare