Wilde Nährstoffbomben

Hagebutten sammeln: Frucht ist leicht zu verwechseln

Vorsicht beim Hagebutten sammeln und verarbeiten
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Wer Hagebutten sammeln und verarbeiten will, sollte genau hinsehen. Nicht alle Sorten sind gesund.
  • VonLisa Bender
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Hagebutten können deutlich mehr als Juckpulver. Sie sind reich an Vitamin C und schmecken als Tee oder Mus köstlich. Beim Sammeln gibt es aber einiges zu beachten.

NRW – Im Herbst hat die Natur einige essbare Schätze zu bieten: Maronen*, Pilze, Bucheckern* und eben auch Hagebutten. Beim Sammeln und Verarbeiten der wilden Köstlichkeiten ist aber stets Vorsicht geboten. Nicht selten gibt es zu jedem essbaren Exemplar auch ein giftiges oder ungenießbares Pendant. Auch bei der Hagebutte droht Verwechslungsgefahr, weiß RUHR24*.

Sorten mit essbaren Früchten:Apfel-, Kartoffel- oder Hundsrose
Erntesaison:Mitte September bis November
Verarbeiten zu:Marmelade, Gelee, Saft, Likör oder Tee
Nährstoffe:Vitamin C und B, Pflanzensäuren sowie Pektiden

Hagebutten sammeln: Bloß nicht mit der Heckenrose verwechseln

Viele Wildrosen setzen nach der Blüte im Herbst Hagebutten an. Im Gegensatz zu Pilzen, Kastanien oder anderen wilden Leckereien machen sich jedoch wenig Menschen die Mühe, Hagebutten zu sammeln und zu Marmelade, Saft oder Tee zu verarbeiten.

Allerdings kann sich der Aufwand lohnen, denn die kleinen roten Früchte sind echte Vitamin-Bomben. Jedoch nur, wenn man die richtige Sorte sammelt. Denn als gesund und vitaminreich gelten nur die Hagebutten der Apfel-, Kartoffel- oder Hundsrose. Die Früchte der Heckenrose hingegen besitzen keine gesunden Eigenschaften. Immerhin: Sollte man beim Sammeln doch mal danebengreifen, kann wenig passieren. Denn giftig sind die Hagebutten der Heckenrose nicht.

Die Früchte der Heckenrose sehen denen der Hundsrose zum Verwechseln ähnlich. Allerdings sind sie nicht gesund.

Hagebutten ernten und verarbeiten: Mit dem richtigen Werkzeug kein Problem

Gartenjournal.net hat jedoch einen einfachen Tipp, wie es beim Sammeln der Hagebutten nicht zu einer Verwechslung kommen kann. So lassen sich die Heckenrose und die Hundsrose an der Anzahl der Stacheln unterscheiden. Während die Wildrose mit den gesunden Früchten viele Stacheln besitzt, bildet die Heckenrose kaum Dornen aus.

Was für das Erkennen der Hagebutten von Nutzen ist, ist lästig beim Sammeln der Rosenfrüchte. Denn gerade Stacheln sind es, die das Ernten der Hagebutten so aufwendig macht. Mit der richtigen Ausstattung und wenigen simplen Tipps sollte es jedoch ein Kinderspiel sein, die Hagebutten zu ernten und zu verarbeiten (mehr News rund um den Garten bei RUHR24).

Hagebutten ernten: Warum Handschuhe und das Wetter eine wichtige Rolle spielen

In einem ersten Schritt lohnt es sich beispielsweise, sich Handschuhe zuzulegen, die für Stacheln undurchdringlich sind. Im Gartencenter oder Baumarkt gibt es dafür häufig spezielle Rosenhandschuhe. Auch der Zeitpunkt, um Hagebutten zu ernten, spielt eine wichtige Rolle.

Am besten sammelt man die Rosenfrüchte, wenn sie tiefrot gefärbt, aber noch hart sind. In der Regel ist das von Ende September bis Mitte Oktober. Zwar steigt der Zuckergehalt je kälter es wird, doch bereits mit dem ersten Frost* wird die Hülle mehlig, fade und weich. Auch lassen sich die harten Früchte deutlich besser verarbeiten.

Manufactum gibt außerdem den Tipp, die Hagebutten an trockenen und sonnigen Tagen zu ernten. An verregneten Tagen soll der Vitamin-C-Gehalt deutlich geringer sein.

Video: Fünf essbare Wildpflanzen und wo man sie findet

Hagebutten verarbeiten: Einfacher Trick, um das Juckpulver zu vermeiden

Wer nun einen Korb voll mit Hagebutten gesammelt hat, sollte sich überlegen, wie er die herbstlichen Powerfrüchte verarbeiten will. Sie können entweder roh gegessen, getrocknet oder eingekocht werden. Egal, für welches Hagebutten-Rezept man sich am Ende entscheidet, vorab müssen der Stil und die Kerne entfernt werden.

Aber Achtung: Die kleinen Kerne sind von feinen Härchen umgeben, was dem ein oder anderen noch als Juckpulver bekannt sein dürfte. Die Kerne sind daher nicht zum Verzehr geeignet. Damit es bei der Verarbeitung der Hagebutten aber nicht permanent an den Händen juckt, sollten die Rosenfrüchte in einer Wasserschale halbiert und entkernt werden – so vermeidet man den unangenehmen Juckreiz.

Hagebutten-Rezepte von Marmelade, Mus bis hin zu Tee

Wer die roten Früchte im Backofen trocknet, kann daraus idealerweise Tee herstellen. Einfach mit heißem Wasser übergießen und fertig ist ein Getränk mit besonders viel Vitamin-C, was bei einer fiesen Erkältung regelrecht eine Wohltat sein kann. Für Mus, Gelee, Saft oder Likör müssen Hagebutten mindestens eine halbe Stunde gekocht und anschließend passiert werden. Etwas Zucker untermischen – fertig ist eine köstliche Hagebuttenmarmelade.

Übrigens: Auch wenn die Kerne nicht für den Verzehr geeignet sind – als Tee schmecken sie nach Vanille und sollen besonders wohltuend bei Rheuma oder Harnwegserkrankungen sein. Dafür am besten zwei bis drei Teelöffel der Kerne mit heißem Wasser aufgießen, zehn Minuten ziehen lassen – und genießen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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