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Verbotene Kostüme an Fasching: Bis zu 10.000 Euro Bußgeld drohen

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Von: Franziska Vystrcil

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Bauernfastnacht in Südbaden
Alle Jahre wieder: Zu Fasching schlüpfen Feiernde in die ausgefallensten Kostüme. Doch nicht alles ist erlaubt. © Patrick Seeger/dpa

An Fasching schlüpfen Feiernde gerne in Rollen und Kostüme. Doch nicht jede Verkleidung ist in Deutschland erlaubt.

Stuttgart - Polizist, Prinzessin oder Feuerwehrmann sind vor allem bei Kindern zu Fasching beliebte Verkleidungen. Aber auch Erwachsene packen die Gelegenheit beim Schopf und schlüpfen zu Karneval in das ein oder andere Kostüm. Auch wenn durch das Coronavirus in Baden-Württemberg viele große Feste und Umzüge abgesagt wurden, freut sich die Mehrheit, nach langer Pause im kleineren Rahmen endlich wieder feiern zu können.

Nur wenige wissen jedoch, dass man sich mit dem falschen Outfit sogar strafbar machen kann. Denn auch bei Verkleidungen gibt es gesetzliche Vorschriften zu beachten. Wer zum falschen Kostüm greift, muss unter Umständen 10.000 Euro Bußgeld hinblättern. Von diesen Verkleidungen sollte man lieber die Finger lassen.

Fasching in Deutschland: Diese Kostüme sollten lieber im Schrank bleiben

Vorweg sollte man wissen: „verbotene“ Kostüme an sich gibt es in Deutschland nicht. Jedoch kommt es auf die Machart beziehungsweise Erscheinung der Verkleidung an. Echte und aktuelle Uniformen, die kaum von einer originalen Uniform zu unterscheiden sind, sind zum Beispiel nicht erlaubt. Wer sich demnach mit einer authentischen Polizeiuniform kleidet, könnte unter Umständen in der Öffentlichkeit mit einem echten Polizisten verwechselt werden. Das Kostüm sollte also so gestaltet sein, dass es eindeutig als ein solches zu erkennen ist.

Zu jeder guten Polizisten- oder Cowboyverkleidung gehören eine Waffe oder ein Colt. Doch diese unterliegt auch als Attrappe Beschränkungen. Hier gilt: Weniger ist mehr. Eine Waffenattrappe zu tragen, die täuschend echt wirkt, ist ebenso strafbar, wie eine echte Pistole mit sich zu tragen. Solch eine „Anscheinswaffe“ ist sogar gemäß dem deutschen Waffengesetz verboten. Diese Regelung sollte man auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen. Sonst wird aus einem Faschingskostüm ein teurer Spaß: Der Verstoß gegen dieses Verbot kann mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro geahndet werden.

Die Gesetze und Regeln in Deutschland können durchaus verwirren. Wer etwa 20 Euro auf der Straße findet, sollte lieber die Finger davon lassen.

„Erregung öffentlichen Ärgernisses“ - Art der Kleidung kann zu Bußgeld führen

Ebenfalls verboten: rechtsextremistische Verkleidung. Solche Kostüme fallen unter volksverhetzende und verfassungswidrige Verkleidungen und sind strengstens untersagt. Dazu zählt auch das Tragen bestimmter Symbole, wie etwa Hakenkreuze, SS-Zeichen oder ähnlichem. Wer diese trotzdem trägt, muss mit einer Geld- oder sogar Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren rechnen.

Da das Wetter in Deutschland zu Fasching meist kalt und regnerisch ist, betrifft diese Regelung wohl wenige: zu knappe und freizügige Verkleidungen können als exhibitionistische Handlungen sowie als Erregung öffentlichen Ärgernisses angesehen werden. Doch auch zu viel Stoff ist nicht gut. In Deutschland herrscht ein Vermummungsverbot. Im Straßenverkehr müssen etwa Masken abgezogen werden. Auf der Feier hingegen sind sie erlaubt.

Aktuell wirft auch noch die Ukraine-Krise einen dunklen Schatten auf Faschingsfeiern: Beim Textilhersteller Trigema sorgten Faschingsfotos zuletzt für einen Shitstorm.

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