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Energiepauschale aufs Sparbuch? So legt man die 300 Euro sinnvoll an

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Von: Jason Blaschke

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Wer die Energiepreispauschale zur Seite legt, kann sich einen finanziellen Puffer für 2023 aufbauen – und die 300 Euro sogar noch vermehren.

Viele Verbraucher in Deutschland kämpfen derzeit mit teuren Lebensmittel-, Kraftstoff- und Energiepreisen. Und bald kommt auch noch die Gas-Umlage auf viele Haushalte zu, für die Verbraucher noch tiefer in die Tasche greifen müssen. Dabei rücken primär die Nachzahlungen in Fokus, also die Kosten für Energie aus 2022, die erst 2023 in Rechnung gestellt werden. Und gerade, wer mit Gas heizt, könnte in eine finanzielle Schieflage kommen, warnen Experten.

Energiepauschale ab September – wer diese bekommt und wofür sie gedacht ist

Auch deshalb hatten Verbraucher-Schützer schon vor ein paar Wochen empfohlen, die Vorauszahlungen zu erhöhen oder Geld zur Seite zu legen, damit man finanziell zumindest etwas abgesichert ist. Vonseiten der Politik wird versucht, mit Entlastungen der Gas- und Energiekrise entgegenzuwirken. Eine der Maßnahmen ist die 300-Euro-Energiepreispauschale, kurz EPP. Dabei geht es um eine einmalige Zahlung von 300 Euro, die alle arbeitenden Menschen bekommen, berichtet HEIDELBERG24.

Doch auch Rentner haben einen Anspruch auf die Energiepauschale, sofern sie eine bestimmte Voraussetzung erfüllen. Wer zudem Krankengeld bezieht, kann die Energiepauschale über die Steuer erstattet bekommen. Somit haben eine ganze Menge Verbraucher grundsätzlich einen Anspruch auf die EPP – wofür man seine 300 Euro konkret ausgibt, muss jeder selbst entscheiden. Es gibt keine Empfehlungen oder gar Vorgaben.

Energiepauschale sinnvoll anlegen: Mehrere Spar-Optionen stehen zur Auswahl

Mit Blick auf eine teure Nachzahlung ergibt es aber Sinn, das Geld zur Seite zu legen – gerade, wenn man ohnehin schon knapp bei Kasse ist. Und es gibt noch einen Vorteil, der dafür spricht: Wer die 300 Euro Energiepauschale anspart, kann das Geld vermehren – mittlerweile gibt es auch für Tages- und Festgeldkonten wieder Zinsen. Welche Anlageform man als Verbraucher wählt, muss jeder für sich selbst entscheiden – diese Möglichkeiten gibt es:

Berichten von Focus Online zufolge eignen sich ETF-Sparpläne für die Anlage der Energiepauschale weniger, da diese auf längere Laufzeiten ausgelegt sind. Für kurzfristige Geldanlagen sind ETFs aufgrund von Schwankungen an der Börse zu risikobehaftet. Im schlimmsten Fall verliert man aufgrund schlechter Kurswerte sogar Geld, die Finanz-Redakteure von Focus Online empfehlen mit Blick auf die EPP daher eher die klassischen Anlagemöglichkeiten.

Energiepauschale auf Tages- oder Festgeldkonten: Sparbuch hat einen Vorteil

Tagesgeld- oder Festgeldkonten waren lange Zeit sehr unpopulär, da aufgrund der niedrigen Leitzinssätze kaum Zinserträge erzielt werden konnten. Im Gegenteil, im schlechtesten Fall hatte man sogar Geld verloren, da Negativ-Zinsen fällig wurden. Die Betonung liegt auf „wurden“, weil der Leitzinssatz von der Europäischen Zentralbank (EZB) kürzlich nach oben korrigiert wurde. Berichten von BW24 zufolge wurde damit auf die starke Inflation in Deutschland und Europa reagiert.

Die Folge ist, dass es auch auf Tages- sowie Festgeldkonten wieder bessere Zinssätze gibt. Das macht es attraktiv, auch wieder auf die klassischen Anlageformen zu setzen. Wer etwa die Energiepauschale auf einem Tagesgeldkonto anlegt und zusätzlich noch pro Monat einen geringen Sparbetrag einzahlt, kann laut Focus Online aufs Jahr gerechnet mit 0,5 Prozent Zinsen rechnen. Der Vorteil von Sparbüchern ist, dass man jederzeit an sein Geld kommt.

TagesgeldkontoFestgeldkonto
keine feste Laufzeitfeste Laufzeit
variabler Zinssatzfester Zinssatz
Geld ist täglich verfügbarGeld erst nach Laufzeit-Ende
tendenziell niedrigere Zinsenmehr Zinsen als Tagesgeld

Wer seine Energiepauschale spart, sollte die Steuer beachten – netto rechnen

Im Gegensatz hierzu sind Festgeldkonten auf eine bestimmte Laufzeit ausgelegt, garantieren aber auch bessere Zinsen. Wer aktuell auf ein Festgeld setzt, kann laut Focus Online mit bis zu 1,17 Prozent Verzinsung kalkulieren. Viele Banken bieten Festgeldkonten für eine Laufzeit von sechs Monaten an – ideal für die Energiepauschale. Wer sich jedoch für ein Fest- oder Tagesgeld-Sparen mit Blick auf die EPP entscheidet, solle die Besteuerung beachten.

Der Hintergrund: Auf die Energiepauschale wird eine Steuer fällig, sofern man nicht unter den steuerlichen Grundfreibetrag fällt. In Deutschland sind etwa Minijobber von der Lohnsteuer befreit, entsprechend bekommen sie auch die volle EPP. Wer aber Voll- oder Teilzeit arbeitet, bekommt in der Regel die EPP brutto ausbezahlt. Daher sollte man die EPP netto individuell berechnen, damit man bei der Bank keinen falschen Geldbetrag angibt.

Energiepauschale ist brutto: Online-Tool hilft, reellen Betrag zu berechnen

Online-Tools wie der Brutto-Netto-Rechner können helfen, die Energiepauschale netto zu berechnen. Zudem sollte man sich immer vergewissern, dass die EPP rechtzeitig kommt. Wenn Arbeitnehmer die Energiepauschale nicht bekommen, sollten sie schnell, aber auch richtig reagieren. In manchen Fällen kann es etwa notwendig sein, sein Hauptdienstverhältnis schriftlich zu bescheinigen. Bloß so kann in Einzelfällen ausgeschlossen werden, dass die Energiepauschale doppelt ausbezahlt wird, was verboten ist. (jsn)

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