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Explodierende Preise: Einfache Tricks für Verbraucher, um effektiv Energie zu sparen

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Von: Stella Henrich

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Etliche Heizungen laufen nicht effizient. Verbraucher, die jetzt Geld sparen müssen, sollten einfache Tricks anwenden, um effektiv Energie zu sparen.

München ‒ Ginge es ausschließlich nach Robert Habeck, wäre ein Heizungs-Check für Eigentümer und Vermieter sicher bereits verbindlich vertraglich festgeschrieben. Doch offenbar gibt der Grünen-Ministerin der Ampel-Koalition nicht den Ton an. Der Check soll nach bisherigem Plan bis spätestens zum Jahreswechsel 2023/24 abgeschlossen sein. Bis dahin vergeht noch viel Zeit. Zeit, die eigentlich mit Blick auf die Gas-Krise und explodierenden Rohstoffpreisen nicht da ist.

Denn Millionen Verbraucher droht im Winter ein Heizkosten-Schock. Für Oktober haben bundesweit bereits 444 Grundversorger Preiserhöhungen angekündigt. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) bedeutet das zusätzliche Kosten von circa 1262 Euro pro Jahr. Worauf also noch warten, denkt sich bestimmt nicht nur der Wirtschaftsminister. Auch den Verbrauchern in Deutschland dürfte das Thema unter den Nägeln brennen. Denn viele Heizungen arbeiten nicht effizient, wie Merkur.de berichtet. Alles spricht für eine Modernisierung.

Fuer die Gasumlage sollen Verbraucher 2,4 Cent je Kilowattstunde zahlen.
Die nächste Abrechnung für Gas droht für Millionen Haushalte sehr teuer zu werden. (Symbolbild) © Frank Hoermann / SVEN SIMON(imago

Heizungs-Check: Fachkundige Beratung könnte sich schnell bezahlt machen

Mehr als die Hälfte aller Heizungen, so heißt es beim Bundesverband der deutschen Heizungsindustrie, arbeiteten nicht effizient genug. Das gelte vor allem für ältere Anlagen, berichtet Tagesschau.de. Es gibt also durchaus Einsparpotentiale bei bestehenden Anlagen. Auch wenn der Check noch in „weiter Ferne“ liegt, so dürfte es laut Verband im Interesse von Eigentümern und Mietern sein, die Heizung schon vor dem kommenden Winter auf Einsparmöglichkeiten von Fachleuten prüfen zu lassen.

Solch ein Heizungs-Check von Fachbetrieben kostet zwischen 100 und 150 Euro. Sie testen, ob die Heizung richtig eingestellt ist. Denn so manche Anlage läuft auch in den Sommermonaten auf Winterbetrieb - eine wahrlich unnütze Vergeudung von Ressourcen. Darüber hinaus reinigen die Fachleute Brenner und Kessel der Anlage. Sie stellen fest, ob ein Heizkessel zu überdimensioniert ist, Thermostatventile zu alt sind und Heizpumpen ungeregelt laufen. Daran schließt sich eine fachkundige Beratung an, die sich schnell bezahlt machen könnte. Nach Angaben von Tagesschau.de haben besonders ältere Anlagen gegenüber modernen Zentralheizungen einen Mehrverbrauch von bis zu 30 Prozent.

Heizungschecks: Eigentümer von Gasheizungen sollen zu Checks ihrer Wärmesysteme verpflichtet werden. Über eine mögliche Umsetzung spricht die Politik aktuell mit dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Ein verbindlicher hydraulischer Abgleich soll ebenfalls kommen, damit Heizwasser optimal verteilt wird. In Gebäuden mit zentraler Wärmeversorgung müssen ineffiziente und/oder ungesteuerte Heizungspumpen ausgetauscht werden - so der Plan von Wirtschaftsminister Robert Habecks. Die Überprüfung einer Gasheizung kostet circa 100 bis 150 Euro.

Heizungs-Check: Heizung runterdrehen bei Abwesenheit

Auch die Verbraucher können beim Sparen von Gas und Öl mithelfen.  „Große Einsparpotenziale gibt’s zum Beispiel beim Heizen“, so Jutta Gurkmann von der Verbraucherzentrale Bundesverbands. „Eine Stufe weniger beim Thermostat spart bis zu 20 Prozent Energie“. Allerdings müssen die Thermostate korrekt eingestellt sein. „Wer sein Warmwasser [für die Heizkörper, Anm. d. Red.] von 60 auf 45 Grad herunterregelt, kann rund ein Drittel einsparen“, so Gurkmann weiter.

Außerdem sollten Verbraucher ihre Heizungen regelmäßig entlüften, Heizkörpernischen und Heizungsrohre dämmen, Fenster, Türen und Rollläden abdichten oder die Zirkulationspumpen abschalten, wenn sie nicht gebraucht werden. Für diese Maßnahmen braucht es keinen Fachmann. Das alles sind Maßnahmen, die man selbst durchführen kann, die wenig kosten und viel bringen können. Und wer nicht zu Hause ist, kann seine Heizung herunterdrehen, um Energie zu sparen.

Heizungs-Check: Gute Tipps von Verbraucherschützern

Einfach, aber wirkungsvoll ist auch, Heizkörper nicht durch Vorhänge oder Möbel zu verdecken. Fenster nur zum Stoßlüften öffnen, anstatt sie dauerhaft zu kippen, raten die Verbraucherschützer. Darüber hinaus sollten die Verbraucher darauf achten, dass die Heizung richtig eingestellt ist. Mit einer Zeitsteuerung lasse sich bis zu 15 Prozent Energie einsparen - zum Beispiel durch Absenkzeiten während der Nachtstunden.

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