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Rentner tauscht Verbrenner gegen E-Auto - und muss plötzlich zum Idiotentest

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Von: Sina Alonso Garcia

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Kurt Enzingmüller mit seinem Renault Zoe und der eigenen Wallbox
Rentner Kurt Enzingmüller fährt seit über 60 Jahren Auto. Vor einigen Jahren wechselte er zum Elektrowagen. © Enzingmüller/privat

Nach 60 Jahren Verbrenner hat sich ein Rentner aus Ansbach ein Elektroauto zugelegt. Mit seinem Renault Zoe war er sehr glücklich - dann wurde er zum MPU, auch bekannt als „Idiotentest“, zitiert.

Ansbach - Sein Leben lang ist er Verbrenner-Autos gefahren: VW, NSU, Renault, Volvo, Audi, Golf, Opel und Mercedes. Vor wenigen Jahren wagte Rentner Kurt Enzingmüller (81) aus Ansbach dann den Absprung vom Verbrenner und wandte sich einem Elektroauto zu. Da seine Frau 2017 an Krebs erkrankt war und die Behandlung tägliche Autofahrten erforderte, entschied er sich für ein sparsames Alltagsauto: den Renault Zoe Intense ZE 40.

Zwei Jahre lang hielt der Akku des Zoe, wie Enzingmüller gegenüber efahrer.chip.de berichtet. Dann, 7.550 Kilometer später, erlitt das Auto einen Batterieschaden. Nach neun Wochen in der Werkstatt kehrte es jedoch heil wieder zu seinem Besitzer zurück. „Seitdem läuft meine Zoe ohne Probleme und nennenswerte Wartungen“, schildert Enzingmüller.

Rentner wagt Umstieg aufs Elektroauto - dann kommt ihm ein Problem in die Quere

Zwar ist der Rentner mit seinem Elektroauto offenbar mehr als zufrieden, doch plötzlich kam ihm ein neues Problem in die Quere. Wegen einer Nervenkrankheit, unter der er seit einiger Zeit leidet, wird er als schwerbehindert eingestuft. „Im Bescheid zu meiner Schwerbehinderung steht einmal das Wort ‚Bewegungseinschränkung‘“, sagt Enzingmüller. Von einer Einschränkung im Straßenverkehr sei aber laut Ärzten oder Gutachtern nie die Rede gewesen.

Um die Fahrtüchtigkeit des 81-Jährigen zu beurteilen, verlangte die örtliche Führerscheinstelle von Enzingmüller eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU), auch bekannt als „Idiotentest“. Fünf Stunden lang wurde der Rentner ins Kreuzfeuer genommen und untersucht, wie er gegenüber efahrer.chip.de berichtet. Auch eine Vorkasse von 600 Euro musste er hinlegen. Den Test hat er bestanden und darf weiterfahren.

E-Auto-Rentner feiert bestandene MPU-Prüfung - und setzt auf Altbewährtes

Weil er sich so über die bestandene MPU freute, legte sich Enzingmüller später eine neue Zoe zu: Mit der Renault Zoe R135 ist er laut eigenen Angaben sehr zufrieden. Mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern kommt er mit ihr auch gut durch den Winter. Seine alte Zoe hat der Rentner aus dem Leasing abgelöst. Bei seinem neuen Wagen profitierte er vom staatlichen Umweltbonus für E-Autos sowie von Zuschüssen aufgrund seiner Schwerbehinderung.

„Ich gestehe zu, dass ich inzwischen der alten Generation angehöre, weder beruflich noch familiär große Anforderungen an ein Fortbewegungsmittel stellen muss“, sagt Enzingmüller. „Aber ich fahre immer noch gerne Auto und bin für Renaults Zoe sehr dankbar.“ Während Enzingmüller sich also als klarer Renault-Fan outet, erfüllte sich ein anderer Rentner mit einem Porsche 911 einen Lebenstraum.

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