Kommt es zum Rechtsstreit?

„Billige Kopie“: Drogerie dm soll Rucksack von nachhaltigem Modelabel abgekupfert haben - Gründer wütend

Der Rucksack von Mela und der Rucksack von dm werden nebeneinander in einem Screenshot gezeigt.
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Das Modelabel Melawear verdeutlichte in einem Instagram-Post die Ähnlichkeit der beiden Rucksäcke.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Hat die Drogeriekette dm das Design eines Rucksacks kopiert? Das behauptet jetzt zumindest eine Öko-Modemarke.

Karlsruhe - Die Drogeriekette dm gehört zu den beliebtesten Drogeriemärkten in Deutschland. Neben Kosmetika und Pflegeprodukten bietet das Sortiment von dm noch viel mehr. Neu im Sortiment: Ein Rucksack, der nicht nur praktisch ist, sondern auch trendig aussieht.

Doch die Idee zum Design soll gar nicht von der Drogeriekette selbst stammen - sondern von einem anderen Label geklaut worden sein. Das behauptet das nachhaltige Modelabel Melawear nun zumindest auf Instagram. Hat dm wirklich das Design kopiert?

Schwere Anschuldigung gegen dm: Hat der Discounter wissentlich das Design kopiert?

Wer sich die beiden Rucksäcke im Vergleich ansieht, kann eine Ähnlichkeit der beiden Produkte nicht abstreiten. Form, Farbe und Aufmachung sind beinahe identisch. Nur winzige Details, wie etwa das Mela-Logo oder der Boden der Rucksäcke, unterscheiden sich. Melawear klagt nun die Drogeriekette auf Instagram an. Der Vorwurf: Der dm-Rucksack sei eine „billige Kopie“ der Mela-Tasche.

Wie das Label auf Instagram schreibt, stand es zuvor in Kontakt mit dm - wegen des besagten Rucksacks. Die Drogeriekette bekundete im Frühjahr dieses Jahres Interesse am Produkt, wollte als Wiederverkäufer einen Deal mit Melawear anstreben. Das Modelabel schickte daraufhin probeweise Rucksäcke an die Drogeriekette aus Baden-Württemberg.

Zu einer Kooperation kam es dann allerdings nicht. Stattdessen finden sich nun vermeintliche Kopien des Rucksacks “ansvar I” in den dm-Filialen. Die Originalmarke geht davon aus, dass dm den Rucksack - anders als Melawear - nicht nachhaltig produzieren lässt, was auch den günstigen Preis erklären würde. Während der Rucksack bei dm für 17,90 Euro zu haben ist, kostet er bei Melawear 99,90 Euro. „In echter Discounter-Manier liegt der Verkaufspreis von dm noch unter unserem Einkaufspreis“, beschwert sich Mela in einem Instagram-Post.

Drogeriekette dm weist Anschuldigungen zurück - Mela prüft juristische Optionen

Bei Melawear handelt es sich um ein nachhaltiges Modelabel. Auf ihrer Seite wirbt die Marke damit, „nachhaltig faire Mode bezahlbar zu machen“. Alle Produkte beinhalten laut Melawear 100 Prozent Bio-Baumolle und sind durch den sogenannten Fairtrade Cotton Standard besonders nachhaltig. Das Label zweifelt an, dass diese Standards bei der Rucksack-Kopie von dm ebenfalls eingehalten werden. „Wir stellen uns die Frage: Zu welchen Arbeits- und Umweltkriterien wurde hier produziert? Jedenfalls nicht nach Fairtrade- oder Bio-Standards, wie bei MELA!“, schreibt das Unternehmen. „Deshalb fordern wir @dm_deutschland dazu auf, seine billige Kopie unseres Originals wieder vom Markt zu nehmen!“

Laut Melawear gab es bisher noch keine Rückmeldung vonseiten der Drogeriekette. Doch Fans der Marke schrieben hunderte empörte Kommentare unter einen aktuellen Post von dm, konfrontierten den Drogerie-Riesen mit dem kopierten Rucksack. „Geht absolut gar nicht, was ihr mit den Rucksäcken abzieht. Was soll denn dieses ’schickt uns bitte mal Samples zu‘ und dann einfach nachmachen?“, schreibt etwa ein Nutzer. Die Drogerie schrieb daraufhin in einem Kommentar: „Wir bedauern sehr, dass bei Mela der Eindruck entstanden ist, unser Rucksack für Erwachsene der dm-Marke PUSBLU würde Ähnlichkeiten zu dem Artikel von Mela aufweisen.“

Die Anschuldigung, den Mela-Rucksack wissentlich kopiert zu haben, weist die Drogeriekette von sich. „Die aktuellen Trends in diesem Bereich zeigen, dass momentan viele Händler vergleichbare Artikel anbieten“, schreibt dm. Melawear behauptet unterdessen, nur diese Kommentare erhalten zu haben, jedoch wisse man „nicht mehr zur Haltung von dm“. Melawear prüft unterdessen die juristischen Optionen. „Wir möchten, dass dm diese billige Kopie vom Markt nimmt und den entstandenen Schaden wieder gut macht“, schreibt das Modelabel auch in einer Instagram-Story. Ob es letztendlich zu einem Gerichtsprozess kommt, bleibt abzuwarten. Einen Rechtsstreit in ähnlicher Sache führten bereits Lidl und Vorwerk. Lidl soll die Idee des „Thermomix“ für eine Küchenmaschine „Monsieur Cuisine“ geklaut haben.

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