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Einkaufen wird noch teurer: Inflation über 7 Prozent – „der Euro wird die neue Lira!“

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Von: Jason Blaschke

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Die Preise für Lebensmittel, Kraftstoffe und Energie könnten bald noch teurer werden. Zum fünften Mal in Folge liegt die Inflation über 7 Prozent.

Stuttgart – Die Folgen der Coronavirus-Pandemie, der Krieg in der Ukraine, aber auch die gedrosselten Gaslieferungen aus Russland sind Faktoren, die sich auf die Preise vieler Alltags-Produkte in Deutschland auswirken. Um die Verbraucher zumindest ein wenig zu entlasten, wurden von der Politik Maßnahmen beschlossen, etwa das 9-Euro-Ticket oder der Tankrabatt. Beide Entlastungen laufen jedoch zum 31. August aus – und laut Prognosen drohen nach dem Tankrabatt-Aus teure Spritpreise über drei Euro, wie HEIDELBERG24 berichtet. Und ein Ende der Preiskrise ist nicht in Sicht.

Im Juli über 7 Prozent Inflation: Primär Energie und Lebensmittel betroffen

Der Hintergrund ist, dass Einzelhändler in Deutschland ihre gestiegenen Kosten erst zum Teil an die Kunden weitergegeben haben. Zahlen aus der Studie machen deutlich, dass die Preise für Lebensmittel noch 2022 um mehr als 10 Prozent anziehen könnten – für eine solche Entwicklung spricht auch die derzeitige Inflationsrate in Deutschland. Die liegt zum fünften Mal in Folge mit 7,5 im Juli über der Marke von sieben Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte.

Allein aufgrund der weiter hohen Inflation verteuerten sich Berichten der BILD zufolge die Waren nur im Juli in Deutschland um 0,9 Prozent, im Vergleich zum Vorjahresmonat. Als einen wichtigen Grund für die weiter starke Inflationsrate nennt Destatis-Präsident Georg Thiel „die Preissteigerungen bei den Energieprodukten“. Leicht dämpfend würden sich das 9-Euro-Ticket und der Tankrabatt auf die Gesamtteuerung auswirken – ein Überblick:

ProduktInflationsänderung zum Vorjahr
Leichtes Heizöl102,6 Prozent
Erdgas75,1 Prozent
Speisefette und Speiseöle44,2 Prozent
Molkereiprodukte und Eier24,2 Prozent
Kraftstoffe23,0 Prozent

Inflationsdämpfer laufen aus, Preise ziehen an – auch Dienstleistungen betroffen

Und auch die Inflationsrate von Fleisch und Fleischwaren (18,3 %), Pauschalreisen (10,1 %), Gemüse (7,3 %), Obst (3,0), Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen (7,9 %) sowie für alkoholische Getränke und Tabakwaren (5,0 %) bewegt sich BILD-Berichten zufolge weiter auf einem hohen Niveau. Dass im Juli die EEG-Umlage abgeschafft wurde, bewertet Thiel als einen weiteren Faktor, der eine noch höhere Inflation und somit teurere Preise verhindert hat.

Das Problem ist nur, dass zwei der Inflationsdämpfer ab September wegfallen: 9-Euro-Ticket und Tankrabatt laufen aus und sollen nicht weiter verlängert werden. Zwar gibt es auch in Baden-Württemberg schon Ideen für ein 9-Euro-Nachfolge-Ticket, ob und in welcher Form das allerdings kommt, ist ungewiss. Mit einer Energiepauschale möchte die Politik die finanziellen Folgen zumindest ein wenig abfedern. Wie man die Energiepauschale am besten anlegt, berichtet HEIDELBERG24.

„Unfähige Regierung“ – Facebook-User wettern und stellen Sanktionen infrage

Auf Facebook bemängeln viele Nutzer, dass vonseiten der Politik zu wenig gegen die Inflation und die teuren Preise unternommen wird. „Der Euro wird die neue Lira!“, textete etwa ein User. „Die unfähigste Regierung, die wir haben“, meint eine andere. Kritik wird zunehmend auch an den Sanktionen laut, die auf Facebook immer mehr User infrage stellen. „Man sollte die Bevölkerung fragen, ob die Sanktionen gegen Russland überhaupt gewollt sind“, lautet dazu ein Kommentar.

Und wieder ein anderer Nutzer schlägt gar einen Volksentscheid in der Frage vor. „Nach Schweizer Modell und Deutschland geht es innerhalb kürzester Zeit blendend“, ist sich der User sicher. Als „zu schwer durchführbar“ wird die Idee von anderen Nutzern kassiert, sie fordern, dass stattdessen die Politik aktiv wird und nicht nur die Inflationsraten vorrechnet. Dazu textet ein User: „Sie wissen es – und tun nichts dagegen.“

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