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„Trinke jetzt keine Cola mehr“ – geplante Preisanpassung sorgt für Wirbel

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Von: Jason Blaschke

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Deutschlands größter Getränkeproduzent Coca-Cola zieht die Preise an. Vertriebschef Florian von Salzen verrät, was auf die Kunden zukommt.

Berlin – Der Krieg in der Ukraine, aber auch die Folgen der Corona-Pandemie sowie Missernten infolge starker Hitzeperioden wirken sich in Deutschland massiv auf die Preise und die Verfügbarkeit vieler Alltags-Produkte aus. Vor wenigen Wochen wurde etwa über die Medien bekannt, dass in Deutschland die Nudeln knapp werden könnten, weil der wichtige Rohstoff Hartweizengrieß fehlt. Erschwerend kommt hinzu, dass die teuren Energiepreise die Industrie massiv belasten.

Coca-Cola kündigt nach Lieferengpässen aus der Ukraine neue Preise an

Die Folge sind Lebensmittelpreise, die schon seit Wochen nur eine Richtung kennen. Auch den größten Getränkeproduzenten in Deutschland lässt die aktuelle Entwicklung nicht kalt. Weil eine Fabrik für Glasflaschen in der Ukraine zerstört wurde, kämpft auch Coca-Cola mit Lieferengpässen, von denen primär Gewerbekunden betroffen sind (mehr Verbraucher-News auf BW24). Doch ganz anders sieht es mit Blick auf die Preise aus, die teurer werden und auch die Verbraucher treffen.

Berichten der Lebensmittel-Zeitung (LZ) zufolge legt Coca-Cola nach weniger als einem Jahr wieder eine neue Preisliste vor – neu ist, dass diese schon ab dem 1. September und nicht wie in der Vergangenheit ab November in Kraft treten wird. Als Grund für die teurer werdende Cola nennt die LZ die stark gestiegenen Produktionskosten, die auch den Getränkeriesen umtreiben. Wie teuer es ab dem 1. September für die Kunden wird, weiß Vertriebschef Florian von Salzen.

UnternehmenCoca-Cola Company
Gründung29. Januar 1892, Atlanta, Georgia, Vereinigte Staaten
Umsatz37,27 Milliarden USD (2019)
GründerAsa Griggs Candler
HauptsitzAtlanta, Georgia, Vereinigte Staaten

Neue Coca-Cola-Preise erzürnen Facebook-User – „Armutsgrenze erreicht“

Gegenüber der LZ gab der Manager an, dass mit Preissteigerungen im „höheren einstelligen Prozentbereich“ zu rechnen sei. Zugleich betont er im Interview, dass es in diesem Jahr keine weiteren Preisanpassungen geben werde. Dass die neuen Cola-Preise bereits in wenigen Wochen gelten sollen, begründet von Salzen mit „Planungssicherheit und Verlässlichkeit“ vor Beginn der Weihnachtssaison. Für die Nutzer auf Facebook sind die teurer werdenden Preise ein absolutes Unding.

In ihrer Familie werde es keine Cola mehr geben, berichtet eine Facebook-Userin und ergänzt: „Ich hoffe, die Umsätze werden stark zurückgehen.“ Eine andere Nutzerin gibt ihr recht, sie schreibt: „Irgendwann ist mehr als die Armutsgrenze in Deutschland erreicht.“ Noch deutlichere Worte findet auf Facebook ein Händler, der die beliebten Erfrischungsgetränke am liebsten aus seinem Sortiment verbannen möchte.

Coke-Chef hofft auf Entspannung bei Lieferengpässen – neuer Lieferant

„Coca-Cola zockt uns Händler jedes Jahr ab. Wenn ich könnte, würde ich den ungesunden Mist nicht mehr verkaufen.“ Doch genau das würde nur leider nicht gehen, weil Cola, Fanta und Co. nun mal sehr gefragt seien. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Verbraucher aktuell mit Lieferschwierigkeiten leben müssen. Zwar konnte Coca-Cola einen Ersatz für die zerstörte Glasfabrik in der Ukraine finden, erste Lieferungen werden aber erst im vierten Quartal erwartet.

„Wir hoffen auf spürbare Entspannung bei der Versorgung mit Glasflaschen ab diesem Zeitpunkt“, sagt Vertriebschef von Salzen im LZ-Interview. Der Vertriebschef räumt aber ein, dass es „momentan mehr als fraglich“ sei, ob das ursprünglich für das zweite Quartal geplante neue Produkt von Coca-Cola im Sixpack tatsächlich zum geplanten Zeitpunkt komme. Zumindest für manche Facebook-User ist das ab sofort ohnehin egal. „Ich trinke jetzt kein Cola mehr“, ist vielfach zu lesen.

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