Auswirkungen des Ukraine-Kriegs

„Kosten schießen durch die Decke“: Bier wird deutlich teurer

Eine Frau trinkt beim Oktoberfest aus einem Maßkrug Bier.
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Dem Brauer-Bund zufolge droht den Brauereien in Deutschland, dass durch den Krieg in der Ukraine die Kosten aus dem Ruder laufen. Bier wird demnach deutlich teurer (Symbolbild).
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Die Knappheit und Kostenerhöhung von Energie und Rohstoffen haben nun auch Folgen für die Brauereien in Deutschland. Der Preis für Bier schießt durch die Decke.

Stuttgart - In den vergangenen Wochen zeigte sich immer deutlicher, welche Auswirkungen der Angriff Russlands auf die Ukraine auch für Deutschland hat. Vor allem viele Lebensmittel und Rohstoffe erfuhren durch den Ukraine-Krieg einen enormen Preisanstieg oder sind in Supermärkten wie Kaufland, Lidl und Co. kaum erhältlich.

Speiseöl, Weizen und dadurch Brot und Brötchen werden aufgrund des Kriegs in der Ukraine knapp und teuer (BW24* berichtete). Aber auch die Energiepreise und die Situation rund um die Gas-Versorgung machen nicht nur Bürgern, sondern auch vielen Unternehmen im ganzen Land Sorgen. Trigema-Chef Wolfgang Grupp aus Baden-Württemberg äußerte bereits, dass seine Gasrechnung explodiert sei und ein Produktionsstopp drohe - Er befürwortet deshalb Gasimporte aus Russland*. Die Faktoren rund um Energie und Rohstoffe zwingen nun auch die Bier-Branche, drastische Konsequenzen zu ziehen.

Bierbrauer schlagen Alarm: Kosten drohen aus dem Ruder zu laufen

Die rapide ansteigenden Energie- und Rohstoffkosten haben zur Folge, dass das Bier, das beliebteste alkoholische Getränk hierzulande, teurer wird. Die Bierbrauer hätte keine andere Wahl, als die Preise auf die Verbraucher umzulegen. Holger Eichele, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, spricht sogar von einer „dramatischen“ Entwicklung für die Brauereien in Deutschland.

„Die Kosten schießen durch die Decke, sie drohen völlig aus dem Ruder zu laufen“, schlägt Eichele Alarm. Es seien fast alle Rohstoffe, die für das Brauereigewerbe nötig sind, von den Preiserhöhungen durch den Ukraine-Krieg betroffen. Demnach seien nicht nur Weizen und Gerste knapp, auch Glas, Etiketten und Metall für die Kronkorken würden fehlen, wie der Focus berichtet. Hinzu kommt, dass die Brauereien laut dem Deutschen Brauer-Bund ohnehin durch die Corona-Pandemie stark gebeutelt von massiven Verlusten seien.

Starke Abhängigkeit der Brauereien von der Ukraine verwundert Social-media-User

Während sich einige Nutzer auf Facebook vom Preisanstieg beim Bier geschockt zeigen, fragen sich viele andere User, warum die Brauereien so stark von der Ukraine abhängig sind. „Plötzlich fällt allen Produzenten und Herstellern auf, dass eigentlich alles, was es überhaupt gibt, zu 100 Prozent aus der Ukraine kommt und man leider die Preise erhöhen muss“, schreibt ein Nutzer. „Was wir alles aus der Ukraine importieren“, zeigt sich eine Facebook-Userin erstaunt. Ähnlich wie ein weiterer User, der sich darüber wundert, dass die Ukraine scheinbar der Mittelpunkt der Welt sei.

Wiederum andere Nutzer glauben nicht daran, dass die Erhöhung der Preise etwas mit dem Krieg in der Ukraine zu tun hat. „Das ist alles Gejammere auf hohem Niveau. In Wahrheit will nur jeder diesen Krieg dazu nutzen, um seine Preise zu erhöhen und ordentlich abzukassieren“, vermutet ein User. „Man hat den Eindruck, dass vieles wie gerufen kommt“, findet ein anderer. Die User befürchten, dass das alles eine Taktik der Unternehmen sei. „So kann man auch Hamsterkäufe vorantreiben“, schreibt eine Nutzerin. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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