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Bienen töten ist in Deutschland verboten: bis zu 50.000 Euro Bußgeld drohen

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Von: Jason Blaschke

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Wer in Deutschland eine Biene tötet, riskiert eine saftige Geldstrafe. Die Honigbiene ist nur eine von vielen besonders geschützten Tierarten im Land.

Stuttgart – Wer in Baden-Württemberg Gesetze oder auch Aufforderungen missachtet, muss mit teils empfindlichen Geldstrafen rechnen. Erst vor einigen Wochen wurde bekannt, dass mehrere Tausend Euro Bußgeld drohen, wenn man sich einer Volkszählung verweigert, die im Mai in Baden-Württemberg wieder ansteht. Auch Beleidigungen im Straßenverkehr können richtig teuer werden – schon der Stinkefinger kann im Extremfall 4.000 Euro kosten.

Bußgeld von 50.000 Euro droht, wenn wild lebende Tiere getötet werden

Noch weitaus heftigere Bußgelder sieht das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) vor, wenn Bürger wild lebende Tiere wie Bienen ohne triftigen Grund fangen, verletzen oder töten. Wer sich etwa von einer Biene gestört fühlt und zu einer Fliegenklatsche greift, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Und diese kann Berichten der Stuttgarter Nachrichten (StN) zufolge mit einem Bußgeld geahndet werden, das es in sich hat.

Im BNatSchG ist festgeschrieben, dass das grundlose Töten wild lebender Tiere mit maximal 50.000 Euro Bußgeld bestraft werden kann. Die Bundesländer haben hier aber Spielraum und können eigene Strafmaße festlegen. In Baden-Württemberg ist die Tierart ausschlaggebend für die Höhe des Bußgelds; je nach Tier kann es zwischen wenigen Hundert und mehreren Zehntausend Euro liegen. Zwischen folgenden Tierarten wird unterschieden:

Bußgelder für Bienen-Killer in Baden-Württemberg – bis zu 10.000 Euro drohen

Laut den StN ist die Honigbiene in ganz Deutschland eine „besonders geschützte Art“. Wer in Baden-Württemberg eine Biene tötet, riskiert zwischen 100 und satten 10.000 Euro Strafe. „Was soll denn bedeuten, ist verboten, wird bestraft? Von wem? Wer ahndet das denn?“, will ein Facebook-Nutzer wissen und spricht damit einen wichtigen Punkt an. Die genannten Bußgelder für Bienen sollen in erster Linie abschrecken.

Tatsächlich verfolgen können die Behörden solche Ordnungswidrigkeiten nicht. Laut den StN hat zudem ein neuer Faktencheck von Correctiv ergeben, dass Einzelfälle meist eingestellt und nicht weiter verfolgt werden. Die Faktenanalyse bezieht sich auf das Töten von Wespen, die genau wie Bienen als „besonders geschützt“ in Baden-Württemberg eingestuft werden. Dass es überhaupt solche Bußgelder braucht, können viele Facebook-User nicht nachvollziehen.

„Das machen nur Gehirnamputierte“ – Facebook-Userin findet klare Worte für Bienentöter

Einfach „mit einem Glas einfangen, Papier unterschieben und außerhalb der Wohnung fliegen lassen“, schreibt etwa ein Nutzer. Ein anderer schlägt vor: „Auf die Hand krabbeln lassen und dann rausbringen. Das mache ich zurzeit fast täglich mit den Hornissen, die sich ins Haus verirrt haben.“

Frühlingsstimmung im Februar
Die Honigbiene ist in ganz Deutschland eine „besonders geschützte Art“. © Julian Stratenschulte/dpa

Es gibt aber auch Nutzer, die sich nicht bewusst sind, dass wild lebende Tiere wie Bienen nicht getötet werden dürfen. Ein Nutzer formuliert seinen Kommentar besonders extrem: „Es bedarf keiner Fliegenklatsche.“ Eine zusammengerollte Zeitung erfülle denselben Zweck. Ein anderer Nutzer antwortet hierzu: „Mache ich schon immer so!“ Ein Großteil der Facebook-Community sieht die Biene aber nicht als Feind – im Gegenteil: „Ohne die Bienen gibt es uns irgendwann auch nicht mehr“, schreibt eine Nutzerin. Eine andere formuliert es noch deutlicher: „Bienen töten – das machen nur Gehirnamputierte.“

Bußgeld-Wirrwarr in Deutschland: Einige Vergehen können Tausende Euro kosten

Wer glaubt, dass Bienen töten in der Theorie das teuerste Vergehen mit Blick auf die Bußgelder ist, der irrt sich. Berichten von Merkur.de zufolge können fünf verbotene Gartenarbeiten ein Bußgeld von 100.000 Euro bedeuten – zumindest, wenn man als Gärtner die falsche Jahreszeit erwischt. Ebenfalls saftig sind die Bußgelder für Raser in Deutschland, die im November 2021 noch einmal verschärft wurden.

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