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Amazon-Zentrum mit mehr als 1.000 Jobs entsteht im Südwesten – neue Mitarbeiter bekommen überraschende Extras

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Von: Jason Blaschke

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Amazon Logistikzentrum von außen.
In Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) soll ein neues Amazon-Logistikzentrum entstehen (Symbolbild). © Ronny Hartmann / dpa

Im rheinland-pfälzischen Kaiserslautern soll bald ein neues Amazon-Zentrum eröffnen. Ein Special für neue Mitarbeiter überrascht dabei besonders.

Über 500 Millionen Visits (Seitenaufrufe) und mehr als eine Million Bestellungen pro Tag alleine in Deutschland zeigen: Der Online-Riese Amazon ist auch hierzulande nicht mehr wegzudenken. Von Elektronik über Kleidung und Möbel – es gibt fast nichts, was es nicht zu bestellen gibt. Und wer regelmäßig über Amazon einkauft, weiß, dass in der Regel bloß wenige Tage vergehen, bis man seine Bestellung zugestellt bekommt.

Und es geht sogar noch schneller: Wer eine Express-Versand-Option wählt, wartet manchmal sogar bloß einen einzigen Tag auf die Lieferung. Um diesen extrem schnellen Versand für so viele Bestellungen zu ermöglichen, setzt der Online-Gigant Amazon auf ein ausgeklügeltes Logistiksystem. In Deutschland ist der Konzern mit einer Vielzahl von Logistikzentren vertreten – und in Zukunft sollen es noch mehr werden. Der Online-Handel boomt und Amazon baut sein Netzwerk aus.

Neues Amazon-Zentrum in Kaiserslautern: Das Einstiegsgehalt für neue Mitarbeiter überrascht

Im rheinland-pfälzischen Kaiserslautern wird es voraussichtlich ab Herbst 2022 so weit sein: Ein neues Logistikzentrum soll ans Netz gehen und schon im ersten Betriebsjahr mehr als 1.000 Arbeitsplätze schaffen. In einer Mitteilung schreibt Amazon, dass man schon vom ersten Tag an „wettbewerbsfähige Löhne und Zusatzleistungen für alle Mitarbeiter“ bieten wolle. Um das zu beweisen, verrät Amazon in der Mitteilung das Einstiegsgehalt, welches alle neuen Mitarbeiter in Kaiserslautern ab Herbst 2022 erwartet.

UnternehmenAmazon
Gründung5. Juli 1994, Bellevue, Washington, USA
GründerJeff Bezos
Umsatz386,1 Milliarden USD (2020)
CEOAndy Jassy (seit 2021)

Der Konzern selbst bezeichnet seine Konditionen als „ein sehr wettbewerbsfähiges Lohnpaket“ und lockt mit zahlreichen Extras für neue Mitarbeiter. In Kaiserslautern soll der Einstiegslohn 12,22 Euro brutto pro Stunde betragen – also genau 0,22 Euro mehr, als die Bundesregierung 2022 als neuen Mindestlohn festlegen will. „Nach 12 und 24 Monaten steigt der Lohn automatisch“, heißt es in der Mitteilung. Nach 24 Monaten soll ein Amazon-Mitarbeiter im Schnitt mehr als 2.750 Euro brutto pro Monat verdienen.

Neues Amazon-Zentrum befeuert Kritik: „Kleiner Unternehmer wird zerstört“

In der Kalkulation nicht berücksichtigt sind Schichtzuschläge, Mitarbeiterrabatte, beschränkte Mitarbeiteraktien plus andere Extras. Der Oberbürgermeister der Stadt Kaiserslautern – Klaus Weichel (SPD) – begrüßt das Logistikzentrum. „Die Ansiedlung von Amazon ist für Kaiserslautern Gold wert, weil sie unser Arbeitsplatzportfolio quantitativ wie qualitativ an der richtigen Stelle ergänzt.“ Daher habe die Stadt das Unternehmen sehr gerne von Anfang an nach Kräften unterstützt.

Das neue Logistikzentrum von Amazon in Kaiserslautern, Rheinland-Pfalz
Das neue Logistikzentrum in Kaiserslautern ist schon im Bau. Ab Herbst 2022 sollen hier mehr als 1.000 Menschen arbeiten. © Amazon

Weniger begeistert für das neue Amazon-Zentrum im Südwesten sind einige User auf Facebook. Unter zahlreichen Posts zum neuen Standort hagelt es Kritik. „Und der kleine Unternehmer wird zerstört, 1000 neue Arbeitsplätze und 1000 weniger in Menschen in kleineren Geschäften, so wird es sein“, schreibt ein User unter ein Posting von RPR1 zum Amazon-Neubau. Ein Argument, welches auch viele andere Kritiker nennen und das nicht erst seit der Coronavirus-Pandemie bekannt ist.

Neues Amazon-Zentrum: Viel Zuspruch – es gibt aber auch eine Schattenseite

Immer mehr Menschen lockt der Online-Handel – sei es mit Spar-Angeboten oder einer fixen Lieferung direkt an die Haustür. Doch es gibt auch Menschen, die das geplante Amazon-Zentrum in Kaiserslautern begrüßen. „Ich finde es für die Region sehr gut, weil es hier zu wenig Arbeitsplätze gibt“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Auch deshalb begrüßt die Agentur für Arbeit die baldige Eröffnung in Rheinland-Pfalz. Gerade in Kaiserslautern sei die Arbeitslosenquote mit 8,2 Prozent vergleichsweise hoch.

Peter Weißler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens: „Die Branche eröffnet berufliche Perspektiven für zahlreiche Menschen – einschließlich Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten für Ungelernte. Mit der Ansiedlung von Amazon wird sich die positive Entwicklung am regionalen Arbeitsmarkt fortsetzen.“ Viele Stimmen also, die das neue Amazon-Zentrum begrüßen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Konzern immer wieder in der Kritik steht.

Schlechte Arbeitszustände, wenig Geld und keine Tarifverträge – Vorwürfe, die immer wieder im Raum stehen und schon häufiger von Investigativ-Journalisten thematisiert wurden. Besonders Gewerkschaften sind auf Amazon deshalb oft nicht gut zu sprechen. Erst kurz vor Weihnachten 2021 hatte Verdi Amazon-Mitarbeiter zum Warnstreik ausgerufen – kein Einzelfall. Und mit steigender Präsenz von Amazon in Deutschland sicher ein längerfristiges Thema.

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