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Kaufland, Lidl und Co.: Wichtiges Alltags-Lebensmittel wird knapp und teuer

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Von: Jason Blaschke

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In Läden wie Lidl, Aldi und Co. ist es für die Kunden bereits spürbar: Ein begehrtes Produkt ist in kürzester Zeit knapp und teuer geworden.

Neckarsulm – Der Ukraine-Krieg hat auch für Deutschland spürbare Folgen. So steigen die Preise für bestimmte Produkte und Gas-Kunden müssen Preis-Explosionen fürchten, sollte es tatsächlich zu Lieferengpässen kommen. Sehr kritisch wird es, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen und Produkte knapp und in der Folge auch teurer werden. Verbraucher merken so etwas spätestens dann, wenn Regale leer sind oder sich der Preis innerhalb kürzester Zeit fast verdoppelt hat.

Das ist aktuell in gleich mehreren Läden – darunter bei Kaufland, Lidl und Aldi – der Fall, wo Kunden am Öl-Regal große Augen machen. Berichten der „Lebensmittel Zeitung“ zufolge musste der Discounter-Riese Aldi Süd sogar bereits eingreifen und die Abgabe der Öl-Eigenmarke „Bellasan“ auf vier Flaschen pro Kunde begrenzen. Doch selbst wer noch vor vollen Regalen steht, wird bemerkt haben, dass Sonnenblumen- und Rapsöl deutlich teurer geworden sind.

Preis-Schock bei Sonnenblumen- und Rapsöl – Kunden zahlen fast das doppelte

Auf Facebook ist schon von einer „Preis-Explosion“ die Rede, was mit Blick auf die Preissteigerung nicht übertrieben ist. Laut „CHIP“ hat sich der Preis für Sonnenblumen- und Rapsöl innerhalb kürzester Zeit fast verdoppelt. 2021 waren Speiseöle zum Teil noch für unter einen Euro zu haben – mittlerweile sind Preise von rund 1,80 Euro pro Flasche die teure Realität. Experten gehen davon aus, dass ein Ende der Preissteigerungen noch nicht in Sicht ist, denn die Faktoren dafür verschärfen sich.

Einerseits sorgen aktuell schlechte Ernten für weniger Rohstoff, zum anderen kämpfen zahlreiche Hersteller nach wie vor mit Lieferengpässen wegen der Corona-Pandemie, die sich mit Blick auf den Ukraine-Krieg noch einmal deutlich verschärfen können. Der Grund: Das osteuropäische Land ist eines der wichtigsten Exporteure von Sonnenblumen- und Rapssaaten, erzählt Momme Matthiesen, der in Deutschland Geschäftsführer vom Verband der Ölsaat-verarbeitenden Industrie (Ovid) ist.

Facebook-Community gerät in Panik – „gottverdammt, wir brauchen das Öl“

Matthiesen sieht die Versorgungssicherheit in Deutschland zwar nicht in akuter Gefahr, auf die Preisbildung von Sonnenblumen- oder Rapsöl kann sich das aber trotzdem auswirken. Und spätestens, wenn es an die Preise geht, reagieren viele Deutsche schnell panisch, wie die Facebook-Reaktionen auf die Speiseöl-Thematik zeigen. „Gottverdammt, wir brauchen das Öl für Pommes“, textet ein User. Ein weiterer ergänzt: „Müssen sofort einkaufen gehen“. Trotz der gestiegenen Speiseöl-Preise - die derzeit größte Preisexplosion geschieht derzeit an den Zapfsäulen. Dort klettern die Preise aktuell in nie dagewesene Höhen. Die Benzin- und Dieselpreise sind so hoch, dass die Verlockung bei so manchem Autofahrer offenbar groß ist, Salat- oder Heizöl in den Tank zu füllen, um Geld zu sparen. Der ADAC sieht sich deshalb genötigt, einzuschreiten: und zwar mit einer dringenden Warnung*.

Rapsfeld
Auch bei Ölsaaten wie Raps ist der Preis am Weltmarkt innerhalb der letzten Wochen stark angestiegen – der Ukraine-Krieg ist nur ein Faktor von vielen. © Arne Dedert/dpa

Viele User kritisieren das Verhalten der Facebook-Nutzer aber auch, sprechen von „reiner Panikmache“ und erinnern an die Klopapier-Krise, die Deutschland im Lockdown zu überstehen hatte. Im Gegensatz zum Klopapier könnte das Speiseöl allerdings ein weitaus größerer Problemfall sein, denn 2021 sind auch zwei große Hersteller in Europa aus der Speiseöl-Produktion ausgestiegen, wie ein Industrievertreter der „Lebensmittel Zeitung“ verraten hatte.

Sonnenblumen- und Rapsöl wird knapp und teuer – die Gründe dafür sind vielfältig

Als Grund dafür nennt der Informant die „gesunkene Rentabilität der Branche“ und die anhaltenden „Verzögerungen in der Logistik“. Das Thema „Speiseöl – knapp und teuer“ könnte die Verbraucher somit für längere Zeit beschäftigen. Und das wichtige Produkt für knusprige Pommes ist längst nicht das einzige, dass aktuell Schlagzeilen macht. Eine neue EU-Vorgabe verbietet beliebte Kosmetik-Produkte von dm und Co., die einen gefährlichen Duftstoff enthalten.

Neben all den negativen Meldungen gibt es aktuell aber auch etwas sehr Humorvolles mit Blickt auf die Lebensmittelindustrie zu berichten: Laut HEIDELBERG24* lachen die Twitter-User über ein Prospekt von Aldi, in dem Band-Shirts mit Aufdrucken von AC/DC und KISS angeboten wurden. Die Tatsache allein ist aber nicht der Grund, warum die Twitter-Nutzer sich ein Grinsen nicht verkneifen können.

Neben Lieferengpässen und gesetzlichen Vorgaben wirken sich auch die Aggressionen von Russland in der Ukraine verstärkt in Deutschland auf die Verfügbarkeit von Produkten aus. Wie extrem, zeigt ein Bericht von RUHR24* dazu. Denn auch große Konzerne wie Lidl, Aldi und Edeka verbannen russische Produkte* aus ihrem Sortiment und wollen damit ein klares Zeichen im Ukraine-Krieg setzen. *RUHR24, HEIDELBERG24 und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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