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Nach 9-Euro-Ticket: Ideen für Nachfolgeregel kommen aus Baden-Württemberg

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Von: Jason Blaschke

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Das 9-Euro-Ticket soll wie geplant nur für drei Monate gelten. In Baden-Württemberg wird schon debattiert, wie eine Nachfolgeregelung aussehen kann.

Stuttgart – Das seit 1. Juni geltende 9-Euro-Ticket ist Teil des Entlastungspakets, das die Ampel-Koalition als Reaktion auf die teuren Energiepreise beschlossen hatte. Im Juni, Juli und August können Verbraucher in ganz Deutschland für nur neun Euro pro Ticket den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen. Gerade über die letzten Feiertage wurden das 9-Euro-Ticket rege genutzt – auch in Baden-Württemberg, wo ein Ausflugsziel sogar begehrter als Sylt ist.

Ärger wegen 9-Euro-Ticket: Hartz-IV-Empfänger erreicht Geld-Rückforderung

Doch nicht nur Tagestouristen profitieren vom günstigen Ticket. Auch reguläre Fahrgäste, die sonst Monatskarten nutzen, fahren im Juni, Juli und August deutlich günstiger. Im Landtag in Stuttgart ist nach SWR-Recherchen deshalb eine Debatte darüber entbrannt, ob Empfänger von Sozialhilfe zu viel gezahlte Zuschüsse für reguläre Monatstickets zurückzahlen müssen. Konkret geht es in dieser Diskussion um die Schülertickets, für die Hartz-IV-Empfänger monatlich Geld vom Land bekommen.

Vom Wirtschaftsministerium heißt es, dass die Jobcenter in Baden-Württemberg nur die tatsächlich angefallenen Kosten für das 9-Euro-Ticket übernehmen sollen und eben nicht die regulären Beträge für die Schülermonatskarten. Das würde dann bedeuten, dass Sozialhilfeempfänger die Differenz zurückzahlen müssten. Kritik an den Plänen der grün-schwarzen Landesregierung kommt aus der größten Oppositionspartei SPD.

Nachfolgeregel für 9-Euro-Ticket: Opposition in BW legt konkrete Idee vor

Das Bundesarbeitsministerium habe eine Empfehlung ausgesprochen, die Beträge nicht zurückzufordern, sagte SPD-Fraktionschef Andreas Stoch im SWR. Andere Bundesländer würden die Empfehlung genauso umsetzen – in Niedersachsen etwa wird auf solche Geld-Rückforderungen an Hartz-IV-Empfänger komplett verzichtet. Zuvor hatte schon Merkur.de über die teils scharfe Kritik an den Rückzahlungen wegen der zu viel gezahlten Zuschüsse berichtet.

Doch die Politiker in Stuttgart beschäftigt aktuell noch eine ganz andere Frage rund um das für die drei Monate ausgelegte 9-Euro-Ticket. Wie soll es ab September in Baden-Württemberg weitergehen? In der Opposition im Landtag gibt es dazu schon konkrete Vorstellungen. Im Gespräch ist etwa ein 365-Euro-Jahresticket für alle Bürger. Ähnliche Forderungen kommen auch vonseiten der Verbraucherzentralen, die ein Monatsticket für 29 Euro vorschlagen.

Scharfe Kritik an 9-Euro-Ticket – „erreicht nicht die geplante Zielgruppe!“

„Bei den aktuell steigenden Energiepreisen ist es wichtig, die Verbraucher weiter gezielt zu entlasten“, erklärte Cornelia Tausch von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg dazu im SWR. Gemein haben beide genannten Nachfolgeregelungen, dass der ÖPNV deutlich günstiger werden muss. Auf Facebook machen viele Nutzer aber deutlich, dass sich nicht nur mit Blick auf die Preise etwas tun muss, damit der ÖPNV grundsätzlich attraktiver wird.

„Funktionierende, pünktliche Züge zu normalen, fairen Preisen wären sicher auch ein Anreiz öfter die Bahn zu nehmen“, textet eine Userin. Wieder andere Facebook-Nutzer teilen in ihren Kommentaren mit, dass das 9-Euro-Ticket grundsätzlich eine schlechte Idee ist. „Es erreicht sowieso nicht die geplante Zielgruppe“, schreibt dazu ein User. Und wieder ein anderer Nutzer kontert, dass das 9-Euro-Ticket grundsätzlich nichts Schlechtes ist.

Facebook-User mit klarer Forderung – „ÖPNV wettbewerbsfähiger machen“

„Doch jetzt müssen die Entscheider Schlüsse ziehen und den ÖPNV endlich wettbewerbsfähig machen.“ Sicher ist aber, dass man im Juli und im August noch bequem für neun Euro den bundesweiten ÖPNV nutzen kann. Die neun längsten Strecken, die man in Deutschland ohne Umsteigen fahren kann, verrät BW24 in einem Servicebeitrag zum 9-Euro-Ticket (mehr Verbraucher-News auf unserer Themenseite) in Baden-Württemberg.

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