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Plastiktüten, Pfand und Co.: Auf diese Änderungen müssen sich Verbraucher 2022 einstellen

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Von: Franziska Vystrcil

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Zum Jahreswechsel stehen Verbraucherinnen und Verbrauchern wieder Änderungen bevor. Viele kommen auch so manchem Geldbeutel zugute.

Stuttgart - Nur noch wenige Tage, dann steht 2022 vor der Tür. Mit dem Jahreswechsel kommen auch viele Änderungen. Nicht nur auf den Straßen Deutschlands gelten im kommenden Jahr neue Regeln, auch Verbraucher müssen sich auf Neuerungen einstellen. BW24 hat die wichtigsten Änderungen zusammengefasst.

Der Umwelt zuliebe: Darauf müssen sich Verbraucher 2022 einstellen

Mit dem Jahreswechsel gehören Plastiktüten der Vergangenheit an. Im Zuge des EU-Plastikvermeidungsplans sind ab 2022 sowohl Plastiktüten als auch -geschirr verboten. Heißt konkret: Der Handel darf die typischen Kunststofftüten für Einkäufe nicht mehr in Umlauf bringen. Weiterhin angeboten werden dürfen die sogenannten Hemdchenbeutel mit einer Stärke von weniger als 15 Mikrometern an Obst-, Gemüse- und Frischetheken. Erlaubt sind auch Mehrwegtaschen aus dickerem Kunststoff und Einkaufstüten aus Papier. 

Zwei Frauen tragen ihre Einkäufe in Plastiktüten
Nur eine von vielen Änderungen zum Jahreswechsel: Ab 2022 darf der Handel keine Plastiktüten mehr in Umlauf bringen. © Bernd Wüstneck/dpa

Ebenfalls der Umwelt dienen soll die Erweiterung des Pfandsystems. Seit über 18 Jahren gibt es die Pfandregel für Einweg-Getränkeflaschen, Bierdosen, Mineralwasser, Erfrischungsgetränke wie Apfelschorle, alkoholhaltige Mischgetränke und Milchmischgetränke mit Molkeanteil. Ab 1. Januar 2022 gilt die Pfandpflicht für sämtliche Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff (bis zu drei Litern) und für Getränkedosen. 25 Cent werden somit auch für Säfte, alkoholische Mischgetränke, Smoothies in kleinen Plastikflaschen und Dosen sowie für vieles mehr fällig. 

Eine weitere Änderung kommt Verbrauchern sowie der Natur zugute: Elektromüll kann künftig auch in Supermärkten abgegeben werden. Hintergrund der neuen Regelung ist die Tatsache, dass viele ausgediente Elektrogeräte nicht ordnungsgemäß entsorgt und häufig in den Hausmüll geschmissen werden. Spätestens zum 1. Juli 2022 soll die Entsorgung für Verbraucher einfach werden. Dann können kleine Geräte wie Rasierer, Mobiltelefone oder Taschenrechner auch bei Lebensmittel-Einzelhändlern und beim Discounter kostenlos abgeben werden.

E-Auto-Prämie, Masken im Auto und Führerscheintausch: Änderungen für Autofahrer ab 2022

Neue Regeln kommen auch im Verkehr auf Menschen in Deutschland zu. Um den Ausbau der E-Mobilität im Land weiter voranzutreiben, verlängerte die Bundesregierung die E-Auto-Prämie um ein weiteres Jahr. Auch 2022 können Verbraucher also mit einem Zuschuss bei der Anschaffung eines elektrisch betriebenen Fahrzeuges rechnen. Autofahrer können mit ihrem E-Auto ab 2022 sogar Geld verdienen.

Ebenfalls neu: Ab dem neuen Jahr müssen im Verbandskasten im Auto zwei medizinische Masken mitgeführt werden, auch nach Ende der Corona-Pandemie. Das Bußgeld für das Nichtmitführen des Mund-Nasen-Schutzes dürfte fünf Euro kosten, die Strafe ist aber noch nicht festgelegt.

Die größte Änderung für viele Autofahrer dürfte allerdings der Tausch des Führerscheins werden. Die alten grauen oder rosafarbenen „Lappen“ bekommen nun auch ein „Ablaufdatum“ und sind dann nur noch 15 Jahre gültig. Grund ist eine EU-Verordnung, durch welche die Führerscheindokumente in der EU vereinheitlicht und fälschungssicherer gemacht werden sollen. Bis 19. Januar 2022 muss vorstellig werden, wer zwischen 1953 und 1958 geboren ist. Die Jahrgänge zwischen 1959 und 1964 müssen ihre Fahrdokumente bis 19. Januar 2023 umgetauscht haben. Der Führerscheintausch in der örtlichen Führerscheinstelle kostet rund 25 Euro. 

Bahn, Post, Netflix und Co.: Das ändert sich hier für Verbraucher 2022

Auch bei den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt eine Änderung auf Verbraucher zu. So kann ab 2022 kein Ticket mehr in der Bahn gekauft werden. Bisher können Papierfahrkarten im ICE oder Intercity auch nachträglich gegen einen Aufpreis von 17 Euro noch beim Schaffner gelöst werden. Wer vor Fahrtantritt vergisst, ein Ticket zu lösen, den erwartet der doppelte Fahrpreis und mindestens 60 Euro Strafe. Unterdessen plant Baden-Württemberg ein Jahresticket für junge Menschen ab Herbst 2022.

Mehr Geld wird bei der Deutschen Post fällig: Zum 1. Januar gibt es höhere Preise für verschiedene Produkte, darunter auch das Briefporto. Für den Standard-, Kompakt-, Groß- und Maxibrief werden ab 2022 jeweils fünf Cent mehr verlangt. Die Postkarte kostet dann 70 statt 60 Cent, der Standardbrief 85 statt 80 Cent.

Nutzer von Netflix, Amazon Prime, Spotify und Co. wird’s freuen: Ab dem 1. März 2022 verkürzt sich die Kündigungsfrist bei Streamingdiensten, Musik- und Filmportalen. Wer ab diesem Zeitpunkt einen Vertrag abschließt, hat eine Kündigungsfrist von maximal einem Monat. Bisher stand in vielen Geschäftsbedingungen, dass Laufzeitverträge drei Monate vor Ablauf der Vertragslaufzeit gekündigt werden müssen. Ansonsten würden sie sich um ein Jahr verlängern. Dies ist für Neuverträge ab März somit nicht mehr zulässig.

Ab dem neuen Jahr: Mehr Lohn für Azubis und höhere Renten

Im neuen Jahr dürfen sich viele auch über mehr Geld freuen. Auszubildende etwa bekommen 35 Euro mehr und somit mindestens 585 Euro im Monat. Der Mindestlohn steigt auf 9,82 Euro die Stunde. Aber Minijobber aufgepasst: Die steuerfreie Lohngrenze liegt weiterhin bei 450 Euro monatlich.

Auch die Rente erhöht sich: Im Westen steigt der Prozentsatz um 4,4 Prozent, im Osten Deutschlands um 5,6 Prozent.

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