1. bw24
  2. Stuttgart

Trotz zunehmender Fälle: Stuttgarter fürchten sich nicht vor Affenpockenvirus

Erstellt:

Von: Nadja Pohr

Kommentare

Menschen in der Stuttgarter Innenstadt und eine Nahaufnahme des Affenpockenvirus
Die Menschen in der Stuttgarter Innenstadt fürchten sich bisher nicht vor einer Ansteckung mit dem Affenpockenvirus (Archivbild). © Fotomontage BW24/dpa/Marijan Murat/Andrea Schnartendorff/RKI

In Deutschland steigen die Fälle von Affenpocken weiter an. Während Gesundheitsminister Lauterbach bereits eindringlich warnt, haben die Menschen in Stuttgart keine Angst vor dem Virus.

Stuttgart - Affenpocken sind eine seltene, von Tieren auf Menschen übertragbare Viruserkrankung. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind laut RKI zwar selten, aber möglich – vor allem bei sehr engem Kontakt. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zeigt sich alarmiert und hat in einer Pressekonferenz bereits über Quarantäne-Regelungen gesprochen. Lauterbach habe darüber hinaus bereits erste Impfdosen gegen das Pockenvirus bestellt, um auf eventuell nötige Impfungen von Kontaktpersonen von Infizierten vorbereitet zu sein.

Inzwischen sind in Deutschland 44 Affenpocken-Fälle gemeldet worden, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwoch (1. Juni) mitteilte. In Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt sind Personen bereits positiv auf das Virus getestet worden. BW24 hat sich in Stuttgart bei Passanten umgehört, wie sie die Situation rund um das Affenpockenvirus einschätzen und ob sie sich impfen lassen würden.

Stuttgarter machen sich über Affenpockenvirus keine Gedanken

Zwei Jahre nach dem Coronavirus in Baden-Württemberg beunruhigen nun also die Meldungen um das Affenpockenvirus. Allerdings zeigt sich in einem Stimmungsbild in der Innenstadt von Stuttgart, dass die Menschen hier noch keine Panik vor einer Ansteckung haben. „Darüber mache ich mir noch keine Gedanken und fürcht mich auch nicht“, sagt eine Passantin. „Ich finde das Thema wird ein bisschen übertrieben dargestellt“, erklärt ein Stuttgarter.

Einige wenige zeigen sich etwas verunsichert über die Entwicklungen, zu großer Sorge führt es bei ihnen jedoch nicht. „Es ist wichtig das Virus im Auge zu behalten, aber jetzt schon Impfungen zu bestellen, finde ich zu verfrüht“, sagt eine Befragte. Über eine Impfung haben sich die befragten Passanten in der Innenstadt noch keine Gedanken gemacht. Auch im Internet sind die User eher der Meinung, dass unnötig Panik gemacht werde - Kritik gibt es vor allem für Gesundheitsminister Lauterbach.

Baden-Württembergs Gesundheitsminister mahnt, Situation nicht zu unterschätzen

Der baden-württembergische Sozial- und Gesundheitsminister, Manfred Lucha (Grüne), stuft das allgemeine Infektionsrisiko für die Bevölkerung in Baden-Württemberg derzeit als gering ein. „Dennoch dürfen wir das Affenpockenvirus nicht unterschätzen“, mahnte er. „Wir verfolgen die Situation im Land deshalb weiter sehr aufmerksam. Die Gesundheitsämter in Baden-Württemberg wurden bereits informiert und sind entsprechend sensibilisiert.“

Experten gehen davon aus, dass sich eine Vielzahl von Menschen bereits mit den Affenpocken infiziert hat und man in der nächsten Zeit weitere Fälle identifizieren werde. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt zudem davor, dass das Virus sich auf großen Partys und Festivals ausbreiten könnte.

Auch interessant

Kommentare