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Zum Abkühlen in eine der Höhlen auf der Schwäbischen Alb

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Bärenhöhle auf der Schwäbischen Alb
Die Bärenhöhle auf der Schwäbischen Alb. © Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild

Gesucht wird ein kühler Ort, um kurzfristig der Hitze zu entrinnen. Dafür eignen sich einige Höhlen auf der Schwäbischen Alb. Ihre Vorteile: Null Sonne, eine Temperatur von neun Grad und Kultur.

Stuttgart (dpa/lsw) - Weil es draußen so heiß ist, zieht es immer mehr Menschen zum Abkühlen in eine der vielen Höhlen auf der Schwäbischen Alb. Die Bärenhöhle und die Nebelhöhle in Sonnenbühl (Kreis Reutlingen) sind derzeit heiß begehrt. «Es kommen jetzt schon viele Besucher, das wird wegen der Hitze nochmal mehr», sagte die Fachbereisleiterin Tourismus Sonnenbühl, Ulrike Müller. «Drinnen kann man eine halbe Stunde Auslüften, den es herrschen konstant neun Grad beispielsweise in der Bärenhöhle.» Diese sei auch für Menschen im Rollstuhl geeignet, da auf den ersten 150 Metern keine Stufen zu bewältigen seien. Auf dieser Strecke sehe man das 15 000 Jahre alte Bärenskelett allerdings nicht, für das die Höhle bekannt ist.

Müller warnte davor, in Flipflops zu erscheinen, festes Schuhwerk sei besser geeignet. Und trotz Sehnsucht nach Abkühlung, solle man eine Jacke mit hineinnehmen. «Nach zehn Minuten wird es richtig kühl.»

Viele Höhlen der Schwäbischen Alb sind als Naturdenkmale ausgewiesen, einige sind nur beschränkt, andere gar nicht zugänglich. Insgesamt weiß man von etwa 2800 Höhlen auf der Alb. Damit ist das Mittelgebirge in Baden-Württemberg nach Angaben des Geoparks Schwäbische Alb die wohl höhlenreichste Region Deutschlands.

Viele meist höher gelegenen Karsthöhlen waren als Zuflucht- und Wohnstätten geeignet, sie boten Steinzeitmenschen Schutz vor Feinden und Wetter. In den Höhlen hinterließen die eiszeitlichen Jäger und Sammler, die in ihren Fellen Temperaturen von plus 20 bis minus 40 Grad ertragen mussten, eine Fülle von Spuren. Der Hohle Fels bei Schelklingen (Alb-Donau-Kreis) ist Fundort einer 40 000 Jahre alten Venus-Figur aus Mammut-Elfenbein, der ältesten Frauendarstellung der Menschheitsgeschichte.

Die Tiefenhöhle Laichingen zeigt wie keine andere Höhle die Verkarstung der Alb, die Stockwerksbildung und den Gesteinsaufbau. Sie ist die tiefste begehbare Schauhöhle Deutschlands. Besucher steigen auf Treppen und Wegen bis zu 55 Metern in die Tiefe ab. Der Führungsweg ist 320 Meter lang. Insgesamt aber ist das labyrinthartige Höhlensystem mit seinen Gängen, Schächten und Hallen etwa 1200 Meter lang und bis zu 80 Meter tief.

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