Zug aus Stuttgart

Fahrgast schlägt im Zug Fenster ein, zieht die Notbremse - und entspannt erst mal bei einem Bier im Bordbistro

Nahaufnahme wie jemand ein Bier trinkt
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Nachdem er mit einem Nothammer Fenster eingeschlagen und die Notbremse gezogen hat, trank ein Fahrgast im Bordbistro des Zugs ein Bier. (Symbolbild)
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Nachdem er im Abteil eines Zugs, der von Stuttgart aus unterwegs war, randaliert und die Notbremse gezogen hatte, suchte ein Mann das Bordbistro auf. Dort trank er erstmal ein Bier.

  • Ein mutmaßlicher Randalierer schlug am Dienstagvormittag in einem Zug aus Stuttgart sechs Fenster mit einem Nothammer ein.
  • Anschließend betätigte er nahe Augsburg die Notbremse.
  • Die Polizei fand in später im Bordbistro, wo er ein Bier trank.

Stuttgart/Augsburg - Am Dienstagvormittag ereignete sich ein eigentümlicher Zwischenfall in einem Zug, der von Stuttgart aus in Richtung Budapest unterwegs war. Ein Fahrgast soll randaliert und dabei zu einem Nothammer gegriffen haben. Mit diesem schlug er sechs Fenster eines Abteils ein. Das teilte die Bundespolizei gegenüber der Deutschen Presseagentur mit.

Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich um einen etwa 50 Jahre alten Mann handeln. Nachdem er die Fenster eingeschlagen hatte, zog er nahe Augsburg die Notbremse des Zugs und ging anschließend in das Bordbistro. Als die Polizei wenig später eintraf, saß er dort und trank ein Bier.

Zug aus Stuttgart: Mann randaliert und schlägt mit Nothammer sechs Fenster ein

Laut Angaben der Polizei hatte der Mann, als er festgenommen wurde, keine Fahrkarte bei sich. Er soll sich nicht gewehrt haben, machte auf die Beamten jedoch einen verwirrten Eindruck, weshalb man ihn anschließend in eine Klinik brachte. Die etwa 100 Fahrgäste, die sich zum Zeitpunkt der Notbremsung im Zug befanden, blieben unverletzt. Die Passagiere mussten am Hauptbahnhof in Augsburg jedoch umsteigen und ihre Reise in anderen Zügen fortsetzen.

Gegen den mutmaßlichen Randalierer wird nun laut nordbayern.de unter anderem wegen Missbrauchs von Nothilfeeinrichtungen, Erschleichen von Leistungen und Diebstahl ermittelt. Bei der Notbremsung handelte es sich zudem um einen gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr. Zudem entstand ein erheblicher Sachschaden am Zug, der sich auf schätzungsweise rund 20.000 Euro beläuft.

Gewalt in Zügen: Immer wieder rasten Fahrgäste in Baden-Württemberg aus

Aktuell kommt es aufgrund der der Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg immer wieder zu Zwischenfällen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Da in diesen Maskenpflicht herrscht, müssen alle Fahrgäste einen Nasen-Mund-Schutz tragen. Der ein oder andere meint jedoch, sich darüber hinwegsetzen zu können, was zu Auseinandersetzungen mit anderen Passagieren, dem Zugpersonal oder der Polizei führen kann.

Erst am Montagmittag kam es in einem Zug, der auf dem Weg von Offenburg nach Straßburg war, zu einem Vorfall, bei dem ein 52-Jähriger Mann beleidigt und getreten wurde, weil er einen anderen Fahrgast auf die bestehende Maskenpflicht im Zug aufmerksam gemacht hatte. Der Täter flüchtete anschließend. Ähnliches geschah kürzlich in einem Geschäft am Freiburger Hauptbahnhof. Eine Frau weigerte sich eine Maske zu tragen und benutzte stattdessen ihr T-Shirt als Mundschutz. Das Personal verwies sie deshalb des Ladens, was sie so wütend machte, dass sie randalierte. Die Polizei musste einschreiten.

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