Zoos in Baden-Württemberg

„Notbremse“ in Stuttgart: Wilhelma muss wieder schließen

Ein Pinguin steht in seinem Gehege in der Wilhelma und wird von einer Frau beobachtet.
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Eine Frau in der Wilhelma beobachtet einen Pinguin - damit ist jetzt wieder Schluss.
  • Sabrina Kreuzer
    vonSabrina Kreuzer
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Gerade einmal drei Wochen hat es gedauert: Anfang März durfte die Stuttgarter Wilhelma öffnen - nun muss sie aufgrund der steigenden Infektionen des Coronavirus in Baden-Württemberg wieder schließen.

Update vom 29. März, 16 Uhr: Ausgerechnet, wenn die Temperaturen steigen und bald der erste Sommertag des Jahres erwartet wird, muss eine der beliebtesten Attraktionen in Baden-Württemberg wieder für den Besucherverkehr schließen. Die Wilhelma besuchen jährlich rund 1,6 Millionen Menschen, aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg waren es 2020 nur halb so viele. Ab dem 31. März müssen Tier- und Pflanzenfreunde wieder auf die Wilhelma verzichten: Dann gelten in Stuttgart härtere Corona-Regeln, weil die Inzidenz in der Landeshauptstadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100 gestiegen ist.

Wer bereits ein Ticket gekauft hat, muss jedoch nicht verzagen. Laut der Internetseite der Wilhelma, erhalten alle Käufer von Online-Tickets den Kaufpreis zurückerstattet. Bei aktuellen Jahreskarten verlängert sich deren Gültigkeit automatisch um die Dauer der Komplettschließung. Dass die Wilhelma ausgerechnet jetzt ihre Pforten wieder schließen muss, schmerzt den Direktor des Zoologisch-Botanischen Gartens sehr*. „Denn jetzt beginnt die schönste Jahreszeit: Die Magnolien stehen kurz vor dem Aufblühen und bei vielen Tieren machen sich Frühlingsgefühle breit“, so Thomas Kölpin. In den Wochen seit dem 10. März hatten rund 50.000 Menschen die Wilhelma besucht. *Echo24 ist ein Angebot von IPPEN.Media.

Erstmeldung vom 8. März: Stuttgart/Heidelberg/Karlsruhe - Der zweite Lockdown, der im vergangenen Jahr aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg verhängt wurde, zehrt an den Nerven vieler Menschen: Sie wollen ihren gewohnten Alltag zurück, Ausflüge machen und Familie und Freunde treffen. Ab dem 8. März gibt es nicht nur für den Handel Lockerungen: Auch die Zoos in Baden-Württemberg öffnen ihre Pforten.

Zoo in Baden-Württemberg: Die Wilhelma Stuttgart öffnet am 10. März - mit Corona-Regeln

Wenige Tage nach dem eigentlichen Start in die Hauptsaison dürfen die Besucher zurückkehren in die Wilhelma Stuttgart, die fester Bestandteil der Landeshauptstadt Stuttgart ist: Am 10. März geht es los - erst einmal für 4.000 Personen pro Tag. „Es ist eine gute Nachricht, dass wir wieder Publikum empfangen dürfen“, sagt Direktor Thomas Kölpin in einer Pressemitteilung. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – und auch einige der Tierarten – haben die Gäste vermisst.“ Die Tickets für den Besuch in der Wilhelma müssen vorher online gekauft werden. „Wegen der Einschränkungen gewähren wir den Eintritt aber zum Sondertarif“, verspricht der Direktor.

Ab 10. März dürfen die Tiere in der Wilhelma in Stuttgart endlich wieder besucht werden.

Zunächst wird nur das Außengelände der Wilhelma Stuttgart freigegeben, alle Tier- und Pflanzenhäuser bleiben geschlossen. Auch die Freiflugvoliere und das Streichelgehege am Schaubauernhof sind zugänglich. Wegen des Infektionsschutzes müssen Zusatzangebote, wie Führungen und kommentierte Fütterungen weiterhin unterbleiben. „Der Besuch lohnt sich trotzdem, weil bei gutem Wetter viele der Tiere draußen zu erleben sind, und dass die Ende März bevorstehende Magnolienblüte diesmal nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden muss, ist großartig“, sagt Thomas Kölpin. Dennoch gelte auf dem gesamten Gelände eine Maskenpflicht.

Für die Besucher gibt es in der Wilhelma Stuttgart einige Veränderungen. Erst vor kurzem sind in der Stuttgarter Wilhelma die kleinsten Affen der Welt geboren. Nur wenige Tage vorher verstarb der zweitälteste Sumatra-Tiger der Welt.

Zoos in Baden-Württemberg geöffnet: Zoo Heidelberg öffnet schon um acht Uhr morgens

Seit Montagmorgen um acht Uhr hat der Heidelberger Zoo wieder für Besucher geöffnet. „Wir freuen uns, unsere Besucher wieder begrüßen zu können. Wir haben sie in den mehr als vier Monaten, in denen der Zoo geschlossen bleiben musste, sehr vermisst“, sagt Zoodirektor Klaus Wünnemann in einer Pressemitteilung. Es sei eine tolle Zeit, den Zoo zu entdecken, betont Wünnemann: „Mit tausenden von Blumen und vielen Jungtieren.“

Wie schon vergangenes Jahr, gibt es auch jetzt Einbahnstraßen im Zoo Heidelberg.

Wer den Zoo in Heidelberg besuchen möchte, muss sich vorab online anmelden. Das gilt auch für Inhaber von Dauerkarten oder Patenpässen. Dies sei nötig, um den Besucherandrang unter Kontrolle zu halten, heißt es in der Pressemitteilung. Weitere Vorsichts- und Hygienemaßnahmen seien ebenfalls getroffen worden: So öffnet der Zoo Heidelberg nun schon ab acht Uhr morgens und schließt um 18 Uhr. Es gebe zudem zahlreiche Vorkehrungen für das Wahren des Mindestabstands sowie das Einhalten der Hygieneregeln. Neben der Begrenzung der Besucheranzahl erinnern Hinweistafeln und Markierungen an den einzuhaltenden Mindestabstand. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, bleiben Tierhäuser geschlossen. Einige Bereiche sind nur als Einbahnstraße begehbar. Kommentierte Fütterungen finden nicht statt.

Auf dem gesamten Gelände des Zoos in Heidelberg besteht Maskenpflicht für alle Besucher ab sechs Jahren. Im Außenbereich ist das Essen, Trinken und Rauchen nur im Sitzen gestattet. Im Stehen und Gehen muss der Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Der Direktor des Zoos in Heidelberg bittet die Besucher darum, die Hygienemaßnahmen einzuhalten: „Nach den langen Monaten der Schließung, wird jetzt endlich wieder Leben auf den Besucherwegen herrschen. Mein Appell an alle ist, nicht müde zu werden, die Hygieneregeln einzuhalten, im Zoo wie auch außerhalb, damit wir die neu zurückgewonnene Freiheit auch behalten können.“

Zoo und Stadtgarten Karlsruhe geöffnet: Einbahnstraßenregelung im Exotenhaus

Der Zoo Karlsruhe hat seit dem 9. März wieder für Besucher geöffnet. Dann kann auch wieder der Nasenbär „Thommy“ besucht werden, dessen Pate Thomas Gottschalk ist. Auch in Karlsruhe gilt: Die Tickets müssen wie in Heidelberg vorab online gekauft werden, im Online-Shop oder per App. Pro Tag dürfen maximal 2.000 Besucher den zoologischen Stadtgarten besuchen. Sie können bestimmte Zeitfenster buchen, in denen sie sich im Zoo aufhalten dürfen. „Um 9 Uhr machen wir die Tore auf. Wir freuen uns riesig“, sagt Zoodirektor Matthias Reinschmidt den Badischen Neuen Nachrichten (BNN).

Ab dem 9. März begrüßt der Zoo Karlsruhe wieder seine Besucher - allerdings unter der Einhaltung von Hygienemaßnahmen.

Im Zoo Karlsruhe gilt ebenfalls eine Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken. Zudem sind auch hier die allgemeinen Abstandsregelungen auf der gesamten Anlage zu beachten. Kommentierte Tierfütterungen werden nicht stattfinden, aber anders als im vergangenen Jahr sei nun auch wieder das Exotenhaus im Zoo Karlsruhe geöffnet: Es kann mit einer Einbahnstraßen-Regelung betreten werden, heißt es in in einer Pressemitteilung. Per elektronischer Einlasskontrolle werde darauf geachtet, dass maximal 50 Menschen auf einmal in das größte der Tierhäuser strömen. Die Australienanlage sowie der Streichelzoo können vorerst nicht betreten werden.

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