Coronavirus in Baden-Württemberg

Stuttgart weist Inzidenz getrennt nach Geimpften und Ungeimpften aus

Eine junge Frau, die durch die Aufhebung der Priorisierung bei Corona-Impfungen impfberechtigt ist, bekommt im Impfzentrum des Klinikum Stuttgart ihre Erstimpfung mit dem Corona-Impfstoff von Moderna.
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Die Zahl der täglichen Impfungen in Baden-Württemberg steigt wieder. Dazu tragen auch mobile Angebote bei.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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In der Corona-Pandemie ist die Sieben-Tage-Inzidenz ein wichtiger Parameter. Die Stadt Stuttgart hat nun damit begonnen, in den Angaben nach Impfstatus zu unterscheiden.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg nimmt wieder Fahrt auf. Im Südwesten liegt die Sieben-Tage-Inzidenz heute (7. September) bei 91,1 pro 100.000 Einwohner. Die höchste Inzidenz weist dabei Mannheim mit 151,7 auf. In den letzten sieben Tagen wurden in Baden-Württemberg 10.116 Corona-Fälle registriert. In der Stadt Stuttgart lag die Inzidenz am Montag bei 93. Doch nicht damit überraschte Stuttgart: Die baden-württembergische Landeshauptstadt hat in den Zahlen erstmals erhoben, wie viele „Ungeimpfte“ und „vollständig Geimpfte“ unter den Infizierten sind.

Den Zahlen zufolge lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei Menschen ohne vollständigen Impfschutz bei 202 pro 100.000 Menschen. Bei Menschen mit vollständigem Impfschutz hingegen bei lediglich 28 pro 100.000. „Die Zahlen sind wenig überraschend, dennoch umso eindrücklicher. Sie verdeutlichen einmal mehr, dass Impfungen den besten Schutz bieten – für jeden Einzelnen und auch für die gesamte Gesellschaft. Was wir derzeit erleben, ist eine Pandemie der Ungeimpften“, sagte Stefan Ehehalt, Leiter des Gesundheitsamts, am Montag. Er ruft dazu auf, das Impfangebot wahrzunehmen und sich und andere so vor Corona zu schützen.

Für Ungeimpfte gelten zudem seit 14. August mit Einführung der neuen Coronaverordnung in Baden-Württemberg neue Einschränkungen und Regeln. Ab Mitte Oktober werden zudem die bisher kostenlosen Testangebote kostenpflichtig.

Stuttgart weist Inzidenz nach Impfstatus aus: Sind Zahlen aussagekräftig?

Doch die neue Art der Darstellung der Sieben-Tage-Inzidenz in Stuttgart trifft auch auf Kritik. Die Inzidenz bei Geimpften sei womöglich nicht aussagekräftig, meinen viele. Schließlich müssen sich Geimpfte nicht mehr testen lassen, um etwa Restaurants zu besuchen. Die Dunkelziffer der geimpften Infizierten könnte daher weitaus größer sein, als es die Zahlen darstellen.

Fakt ist jedoch: Die Zahlen in Baden-Württemberg steigen wieder stetig an. Als aktuell infiziert gelten im Südwesten 17.800 Personen. „Deswegen müssen wieder mehr in häuslicher Quarantäne verbleiben oder im Falle eines schwereren Krankheitsverlaufs ärztlich behandelt werden“, fordert Stefan Ehehalt weiter.

In Baden-Württemberg steigt auch die Zahl der Intensivpatienten. Die Regierung erwägt deshalb, die Regeln für Ungeimpfte im Herbst zu verschärfen. Ein weiterer Ansporn für eine Impfung: Zwar kann man sich noch mit dem Coronavirus anstecken, der Krankheitsverlauf sei aber bei Geimpften weitaus harmloser, als bei Ungeimpften. „Positiv ist: Im Klinikum Stuttgart ist kein Fall bekannt, bei dem ein Infizierter mit einer vollständigen Impfung intensivmedizinisch behandelt werden musste“, so Stefan Ehehalt.

Impfangebot in Stuttgart: „Wir machen es so leicht es nur geht“

Inzwischen kann sich jeder im Land impfen lassen. Angebote gibt es reichlich. Damit will die Stadt Stuttgart die Bürgerinnen und Bürger motivieren, sich impfen zu lassen. Stuttgart baut deshalb das Impfangebot seit dem Sommer vor Ort weiter aus. Zusätzlich sind zudem Impfbusse unterwegs. Bislang sind 57,3 Prozent der Stuttgarterinnen und Stuttgarter vollständig geimpft (Stand: 31. August 2021). „Das Ziel ist es, eine höhere Impfquote in der Stadt zu erreichen, damit das öffentliche Leben auch bei steigenden Fallzahlen aufrechterhalten und coronabedingte Folgen abgemildert werden“, schreibt die Stadt auf ihrer Seite.

Zusätzlich zum Impfbus bieten mobile Impfteams des Robert-Bosch-Krankenhauses gemeinsam mit sozialen Institutionen in den Stadtbezirken Impfaktionen an, unter anderem in Jugendhäusern, Stadtteilzentren und an zentralen Orten. Ein Termin oder eine Anmeldung sind für eine Erstimpfung dort nicht nötig. Zweit‐ und Drittimpfungen werden aber auch bei Hausärztinnen und Hausärzten oder bei Betriebsärztinnen und Betriebsärzten angeboten. 

„Wir machen es allen so leicht es nur geht, sich eine Impfung abzuholen. Wer noch unentschlossen ist, kann sich vor Ort beispielsweise im Bezirk bei unseren Impfbussen beraten lassen“, sagt Stefan Ehehalt. „Mein Appell ist: Die Impfungen sind wirksam, sie bieten einen Schutz wie keine andere Maßnahme, sie helfen uns, die Pandemie miteinander in den Griff zu bekommen. Nehmen Sie die Möglichkeiten wahr!“

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