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„Wollen keine Freakshow“ - Diskriminierung beim Stuttgarter Volksfest?

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Von: Nadja Pohr

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Eine Frau zeigt das Illusionskunststück „Die Dame ohne Unterleib“
„Die Dame ohne Unterleib“ der Schaubude „Revue der Illusionen“ darf auf dem Stuttgarter Volksfest nicht mehr gezeigt werden. © Tobias Wölki/IMAGO

Die Stadt Stuttgart verbietet die Attraktion „Dame ohne Unterleib“ und „Frau ohne Kopf“ auf dem Historischen Volkfest. Grund sei der Kampf gegen Diskriminierung.

Stuttgart - Nach vier Jahren Pause soll das Historische Volksfest in die Landeshauptstadt Stuttgart* trotz der unsicheren Lage rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg* zurückkehren. Vom 24. September bis 3. Oktober gibt es dort viele Attraktionen auf dem Schlossplatz für Besucher zu bestaunen.

Das Volksfest in Baden-Württemberg* wird als „erlebnisreiche Reise in die Vergangenheit“ und „Fest für die ganze Familie“ beschrieben. Die Stadt Stuttgart hat nun jedoch bereits im Vorfeld einige Publikumsmagneten untersagt - Die Begründung können die Schausteller jedoch nicht nachvollziehen.

Stuttgart will „keine Freakshow“ oder „Stereotype“

Bereits vor einigen Wochen hatte der Gemeinderat die kostümierten Schauspieler, die aus der Geschichte Stuttgarts* das Königspaar Wilhelm I. und Katharina darstellen, aus dem Programm gestrichen. Allen voran Hannes Rockenbauch, Mitglied der Partei „Stuttgart ökologisch sozial“ (SÖS) und Vorsitzender des Linksbündnisses „die FrAktion“, kritisierte die Befürwortung der Monarchie. Außerdem darf ein Mohr, der auf einer historischen Bude abgebildet war, nicht mehr gezeigt werden.

Jetzt entschied sich die Stadt auch gegen die Attraktionen „Dame ohne Unterleib“ und „Frau ohne Kopf“ des Schaubuden-Besitzers Dominik Schmitz. Wie Bild berichtet, erhielt er vom Veranstalter des Volksfest „in.Stuttgart“ eine E-Mail mit der Mitteilung, dass man „keine Freakshows“ und „keine Stereotype“ mehr abbilden dürfe. Diese Aufforderung komme vom Gemeinderat.

Stuttgarts Kampf gegen Vorurteile

„Unsere ‚Revue der Illusionen‘ existiert seit 1928. Die Artisten zeigen antrainierte, oftmals einzigartige Fähigkeiten. Sie verdienen es nicht, derart herabgewürdigt zu werden“, sagt Schmitz gegenüber Bild. Die Absage begründet „in.Stuttgart“ mit Vorurteilen, die sie dadurch bekämpfen wolle.

Durch die Corona-Pandemie ist die Stimmung unter den Schaustellern ohnehin frustriert. Zuletzt ärgerten sich die Budenbesitzer des Weihnachtsmarktes über die kurzfristige Absage (BW24* berichtete) der Stadt Stuttgart. Immerhin soll die beliebte Cannstatter Wasen für 2022 wieder geplant* sein. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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