Umschwung in der Automobilbranche

Winfried Kretschmann kündigt Ende des Verbrenners an: „2035 werden wir damit durch sein“

Winfried Kretschmann (Grüne) nimmt während eines Pressetermins zum Abschluss des Projekts „SAFE“ zum Aufbau von Elektroauto-Ladesäulen einen Stecker aus einer Ladesäule.
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Winfried Kretschmann kündigt Ende des Verbrenners an: „2035 werden wir damit durch sein“.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Winfried Kretschmann verkündete erst kürzlich, dass die E-Mobilität sich seiner Meinung nach nicht so schnell durchsetzen wird. Für das Ende des Verbrenners hat der Ministerpräsident jedoch auch bereits ein Datum im Kopf.

Stuttgart - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigt das Ende des Verbrenners für das Jahr 2035 an. Der Regierungschef folgte damit einer Forderung seines bayrischen Kollegen Markus Söder (CSU). Die Debatte um die Abschaffung des Verbrennungsmotors läuft bereits seit einer ganzen Weile.

Auch die Daimler AG mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart kündigte an, sich vermehrt auf die E-Mobilität konzentrieren und nicht mehr in den Verbrenner investieren zu wollen. Auch die Porsche AG arbeitet aktuell an synthetischen Kraftstoffen, die weder E-Auto noch Wasserstoff sind. Die EU-Kommission gab zudem kürzlich bekannt, sich mehr auf eine CO2-Neutralität konzentrieren zu wollen. In dem Zusammenhang plant die EU sogar, den Verbrenner zu verbieten.

Winfried Kretschmann machte erst kürzlich eine vernichtende Aussage über E-Autos. Der Regierungschef ist der Meinung, dass sich die Technologie so schnell nicht durchsetzen wird. „Trotz der ganzen Transformation werden wir auch 2030 noch einen hohen Anteil an Verbrennern und Hybridfahrzeugen haben“, sagte der Grünen-Politiker gegenüber der Wirtschaftswoche. Kretschmann sieht jedoch bereits ein Ende des Verbrenners bis zum Jahr 2035, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Montag berichtete.

Winfried Kretschmann zum Verbrenner: „Eines ist aus meiner Sicht klar: 2035 werden wir auf jeden Fall damit durch sein“

Die Automobilbranche befindet sich aktuell im Umschwung. Bekannte Fahrzeughersteller wie die Daimler AG, die Porsche AG oder auch Tesla setzen vermehrt auf Elektroantriebe und synthetische Kraftstoffe. Winfried Kretschmann spricht sich explizit für ein Verschwinden des Verbrenners, gespeist aus fossilen Kraftstoffen aus, wie der Grünen-Chef am Dienstag gegenüber der Rheinischen Post sagte. „Ein belastbares Datum für das Ende des Verbrenners fossiler Kraftstoffe zu nennen, ist nun wirklich schwer. Eines ist aber aus meiner Sicht klar: 2035 werden wir auf jeden Fall damit durch sein“, sagte der Ministerpräsident.

Winfried Kretschmann reagierte damit auf eine Äußerung seines bayrischen Kollegen Markus Söder (CSU). Der Ministerpräsident von Bayern sagte am Samstag auf dem Parteitag der CSU: „Ich bin sehr dafür, dass wir uns ein Enddatum setzen, ab dem Zeitpunkt, an dem fossile Verbrenner mit fossilen Kraftstoffen nicht mehr neu zugelassen werden können“, wie die dpa berichtet. „Mein geschätzter Kollege Markus Söder ist ein Meister der Überschriften. Wir bringen aber seit über drei Jahren die Inhalte, die Substanz“, sagte Winfried Kretschmann in Bezug auf Söders Äußerung.

Winfried Kretschmann: E-Mobilität, Wasserstoff oder Refuels - „das wird der Markt weisen“

Laut Winfried Kretschmann geht es bei der Debatte nicht um den Verbrenner, sondern um den Verbrenner gespeist aus fossilen Kraftstoffen, das habe auch Markus Söder richtig gesagt. „Denn ob sich die E-Mobilität durchsetzt oder Wasserstoff oder Refuels, oder eben ein Mix von allen, das wird der Markt weisen“, erklärte der Grünen-Politiker.

Das gewählte Jahr bezogen die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und Bayern auf ein Konzept aus den USA. Der bevölkerungsreichste Bundesstaat Kalifornien plant, Autoabgase drastisch zu reduzieren und ab dem Jahr 2035 nur noch emissionsfreie Neuwagen zu erlauben. Das hatte Gouverneur Gavin Newsrom laut Angaben der dpa am Mittwoch mitgeteilt. Auch Söder bestätigte das Jahr. „Das, wie es in Kalifornien gewesen ist, erscheint mir ein sehr gutes Datum dafür zu sein“, sagte der CSU-Chef. Ob sich die Vorhersage von Winfried Kretschmann und Markus Söder bewahrheitet, wird sich zeigen.

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