1. bw24
  2. Stuttgart

Kretschmann über „The Länd“-Kampagne: „Insgesamt einfach ein Schlager“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sina Alonso Garcia

Kommentare

Seit mehr als einem Jahr läuft in Baden-Württemberg und der Welt die Kampagne „The Länd“. Während es von einigen Seiten Kritik hagelte, zieht Winfried Kretschmann eine positive Bilanz.

Stuttgart - Schrill, gelb und einprägsam: An der „The Länd“-Kampagne aus Baden-Württemberg kam im vergangenen Jahr so schnell niemand vorbei. Ob auf großen Werbetafeln am Stuttgarter Hauptbahnhof, auf dem Riesenrad am Schlossplatz oder im Netz: Überall tauchte „The Länd“-Werbung auf und sorgte für Aufmerksamkeit. Um Fachkräfte aus dem Ausland herzulocken, nahm das Land rund 20 Millionen Euro in die Hand – und warb sowohl in deutschen Großstädten als auch international – etwa zuletzt in Indien.

Während „The Länd“ in den sozialen Netzwerken mitunter für Empörung sorgt, steht Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) voll und ganz hinter der Kampagne. „Die Kampagne insgesamt ist einfach ein Schlager“, sagte er dem SWR. „Die hat einfach eingeschlagen.“ In London etwa, wo „The Länd“ IT-Fachkräfte oder Wissenschaftler im Bereich Künstliche Intelligenz anwarb, sei die Kampagne „bestens angekommen“. Welche Wirkung die Werbemaßnahme letztendlich tatsächlich erzielt habe, könne man natürlich erst hinterher wissen, räumte er ein.

„The Länd“: Winfried Kretschmann überzeugt von Kampagne, Rülke kritisch

Von „halblebigen Billigkampagnen“ hält Kretschmann laut eigenen Angaben nichts. Man müsse schon „was hinlegen“, wenn man „was Gescheites“ haben wolle. Die Kosten für die Mega-Kampagne hält der schwäbische Ministerpräsident für angebracht. Ganz im Gegensatz zu Hans-Ulrich Rülke, Landtagsfraktionschef der FDP. Ironisch stichelte dieser etwa gegen die groß angelegte Werbe-Aktion in Indien: „Wenn da das Plakat hängt, ‚The Länd‘, dann kommen alle nach Baden-Württemberg und sagen: Hier muss man arbeiten.“

Corona in Baden-Württemberg: Ministerpräsident Kretschmann schließt auch Ausgangssperren nicht mehr aus und fordert eine Impfpflicht für Pflegeberufe.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist bekennender Fan von „The Länd“. © Arnulf Hettrich/imago

Wie Rülke kritisiert, habe die Landesregierung jahrelang im Haushalt die falschen Schwerpunkte gesetzt. So seien etwa angestellte Lehrkräfte über viele Jahre hinweg in den Sommerferien entlassen worden – was erst 2023 geändert werde. „‘Kostet fast 30 Millionen‘ – das war die Argumentation bis zu diesem Haushalt. Aber für eine hundspeinliche Kampagne wie ‚The Länd‘, die ganz Baden-Württemberg weltweit der Lächerlichkeit preisgibt, da haben sie dann diese Summe“, wetterte Rülke. Kretschmann, bei dem man laut Buzzfeed an einigen Dingen merkt, dass er einmal Lehrer war, lässt sich von dieser Kritik aber offenbar nicht beeindrucken.

„The Länd“: Umfrage zur Beliebtheit der Kampagne überrascht

Unter deutschen Bürgern schnitt „The Länd“ in einer Umfrage deutlich besser ab als gedacht. Die Umfrage von Ende 2021 wurde auf Anfrage der SPD-Landesfraktion vom Staatsministerium veröffentlicht und zeigt: 61 Prozent der Befragten fanden die Kampagne nach dem Start gut. Unter den jüngeren Menschen im Alter von 16 bis 39 Jahren war der Anteil sogar noch höher. Innerhalb der Umfrage befragte das Marktforschungsinstitut Kantar 800 Menschen ab 16 Jahren in Deutschland und Baden-Württemberg. 77 Prozent der befragten Menschen aus anderen Bundesländern bewerteten die Kampagne positiv. Wie sich herausstellte, nahmen viele von ihnen Baden-Württemberg durch die Kampagne stärker wahr.

In einer weiteren, repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des SWR im April 2022 – lediglich unter Bürgern aus Baden-Württemberg, nicht in ganz Deutschland – zeigte sich ein anderes Stimmungsbild: Befragte beurteilten die Imagekampagne hier überwiegend kritisch. So sahen zwei Drittel (66 Prozent) sie eher oder sehr negativ. Nur ein Viertel (25 Prozent) bewertete die Kampagne sehr oder eher positiv. Betrachtet man die beiden Umfrageergebnisse, könnte man den Schluss daraus ziehen, dass die Kampagne außerhalb vom Ländle besser wahrgenommen wird als in „The Länd“ selbst. Der Fanshop zur Kampagne ist in jedem Fall äußerst beliebt. Innerhalb kurzer Zeit war der „Fänshop“ ausverkauft.

Auch interessant

Kommentare