„Es ist halt Pandemie“

„Kontaktlos demonstrieren“: Kretschmann rät Corona-Gegnern zu Protest im Netz

Winfried Kretschmann auf einer Pressekonferenz
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Für Winfried Kretschmann ist die Sache klar: Wer nicht auf der Straße demonstrieren darf, soll das halt im Internet tun.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Ministerpräsident Winfried Kretschmann schlägt Demonstranten vor, „intelligent im Netz zu protestieren“. Nutzer auf Facebook meinen: Von dieser Art Proteste gibt es eigentlich schon genug.

Stuttgart - Aus dem Verlauf der Corona-Demo in Stuttgart haben einige Städte in Baden-Württemberg Konsequenzen gezogen und die Demonstrationen untersagt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) befürwortet die Verbote und weist auf die Möglichkeit des Protests im Internet hin. Dort könne man „kontaktlos demonstrieren“, sagte er am Dienstag laut der Deutschen Presseagentur (dpa). „Das Pendant zum Homeoffice ist eben, intelligent im Netz zu protestieren.“

Zwar sei ihm bewusst, dass „richtig protestieren natürlich schon charmanter“ sei, als wenn man das nur im Netz mache. „Aber es ist halt Pandemie.“ Das Verbot von Querdenker-Demos wie in Stuttgart hätten sich die Demonstranten „selbst eingebrockt“, meint Kretschmann. „Man kann doch nicht zulassen, dass da gegebenenfalls Infektionsherde größten Ausmaßes entstehen.“ Wenn Veranstalter glaubwürdig seien und Vorgaben einhielten, sei eine Demo kein Problem. „Aber der Staat wird alles tun, um Demonstrationen zu unterbinden, die das Allgemeinwohl gefährden.“

Winfried Kretschmanns Empfehlung erntet Kritik: „Sinnloser Vorschlag“

Winfried Kretschmanns Vorschlag stieß im Internet auf Kritik. „Protest im Netz? Als ob es davon nicht schon genug gäbe“, meinte eine Facebook-Nutzerin unter dem Beitrag einer Zeitung, die darüber berichtete. „Sinnloser Vorschlag von Kretschmann“, schreibt ein anderer. Und setzte nach: „Sieht man sich die Kommentare zu etlichen Beiträgen rund um Corona an, wird deutlich: Den Protest im Netz gibt es schon lange.“

Viele schlossen sich der Kritik an. Manche nahmen das Ganze auch mit Humor: „Keine Sorge, 90 Prozent meckern schon jetzt nur im Netz rum und sind auf keiner richtigen Demo zu finden - und das unabhängig von Corona. War vorher auch schon so, bei anderen Themen“, kommentierte ein Nutzer.

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