Talk-Sendung im ZDF

„Kopf fast explodiert“: Kretschmann gerät bei Frage von Markus Lanz in Rage

Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist der Show „Markus Lanz“ per Video zugeschaltet.
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Winfried Kretschmann: Ministerpräsident spricht bei Markus Lanz über den Lockdown - „sehr viel härter“.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Ministerpräsident Winfried Kretschmann war am Mittwochabend in der ZDF-Show von Markus Lanz zu Gast. Der Regierungschef sprach über den kommenden Lockdown und bezeichnete ihn als deutlich schwerer als den ersten.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt Stuttgart gilt seit einigen Tagen als Corona-Risikogebiet. Das Coronavirus in Baden-Württemberg und Deutschland verbreitet sich mit alarmierender Geschwindigkeit. Am Mittwoch, den 28. Oktober, berieten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder die neuen Schritte. Wenig später wurde ein bundesweiter Teil-Lockdown bestätigt, der schon am Montag in Kraft treten soll.

Am Abend war Winfried Kretschmann (Grüne), der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, zu Gast in der Talk-Sendung „Markus Lanz“ im ZDF. Kretschmann sprach über den Lockdown und bezeichnete die Maßnahme als „sehr viel härter“ als die im Frühjahr.

Die am Montag in Kraft tretenden Maßnahmen stellen die einschneidendsten Schritte seit dem Lockdown im Frühjahr dar. Winfried Kretschmann erklärte in der Talk-Show von Markus Lanz, warum es an der Zeit war, diesen schweren Schritt zu gehen. Dazu zeigte der Regierungschef eine Karte von Baden-Württemberg. Darauf war zu sehen, dass die 7-Tage-Inzidenz Ende September noch bei unter 25 lag und inzwischen stellenweise bei über 100 - beispielsweise in Stuttgart oder Esslingen.

Winfried Kretschmann bei Markus Lanz: Schritt zum neuen Lockdown war „sehr viel härter“

Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitete sich zu Beginn des Jahres sehr schnell. Die verhängten Maßnahmen waren deutliche Einschnitte in das tägliche Leben. Nachdem die Zahlen im Laufe des Jahres immer weiter gesunken waren, beschloss die Landesregierung, die Verordnungen Schritt für Schritt wieder zu lockern. Seit dem 1. Juli war in Baden-Württemberg trotz Coronavirus sogar fast alles wieder erlaubt.

Umso härter ist die Rückkehr zu den jetzigen Maßnahmen, wie Winfried Kretschmann bei Markus Lanz im ZDF bestätigte. „Nach den Lockerungen dann noch mal ganz hart reingehen zu müssen, das ist sehr viel härter“, sagte der Grünen-Politiker.

Winfried Kretschmann war es nach eigenen Angaben wichtig, einheitliche Regeln festzulegen. „Das ist den Menschen wichtig, sie wollen einheitliche Regeln, die für alle gelten“, sagte er am Mittwochabend in der Talk-Show von Markus Lanz. „Ich hoffe, das schafft Vertrauen, denn das Ganze hat ja nur einen Sinn, wenn die Leute auch mitmachen. Wir können da viel beschließen – der allermeiste Teil muss sich dann auch daran halten. Nur dann klappt das“.

Zuschauern der Talk-Sendung fiel bei Twitter auf, dass Winfried Kretschmann durch die Fragen von Markus Lanz immer wieder in Rage geriet. „Lanz soll Kretschmann lieber in Ruhe lassen, der bekommt echt noch nen Herzinfarkt, so sehr regt er sich auf“, kommentiert eine Nutzerin. Eine andere schreibt: „Das regt mich schon auf, dass #Lanz den Kretschmann nicht in Ruhe lässt. Der regt sich viel zu sehr auf.“

Mehrere Twitter-Nutzer lobten den Ministerpräsidenten für seine Reaktion auf eine bewusst provokante Frage von Markus Lanz zum neuen Lockdown. „Herr Kretschmann, könnte es der Anfang der Überwachung in diesem Land sein“, fragte der ZDF-Moderator. Kretschmann widersprach vehement: „Das ist vollkommen abwegig. Warum sollten wir jetzt auf einmal Spaß daran haben, die Leute zu überwachen?“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann stellte in der Talk-Sendung von Markus Lanz klar, dass Sorgen vor Wohnungsdurchsuchungen und Überwachung unbegründet seien. „Wir sind doch selber freiheitliche Menschen! Wir sind stolz darauf, dass wir in einem freien Staat leben“, sagte der Regierungschef.

Winfried Kretschmann über den Lockdown: „Das hört auch mal wieder auf“

In der Show „Markus Lanz“ zeigte sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann zuversichtlich, dass die verhängten Maßnahmen nicht zum Dauerzustand werden. „Die Sachen sind begrenzt. Das hört auch mal wieder auf. Spätestens, wenn der Impfstoff kommt und wir alle geimpft sind, dann hört das auf“. Die Bevölkerung müsse keine Angst haben, dass diese Situation immer so weiter gehe.

Im Gegensatz zum ersten Lockdown, bei dem auch Schulen und Kindergärten in Baden-Württemberg schließen mussten, entschied sich die Regierung dieses Mal, auf diesen Schritt verzichten. „Wir wissen, das hat die Familien enorm unter Stress gesetzt. Enorm. Wir haben das kaum mehr organisiert bekommen“, sagte Winfried Kretschmann.

In der Show von Markus Lanz war nicht nur Winfried Kretschmann zu Gast, sondern unter anderem auch SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach. Der Politiker steht aktuell wegen einer umstrittenen Aussage in der Kritik. Er hatte vorgeschlagen, die Einhaltung der Verordnungen auch im privaten Raum zu kontrollieren. So sollten Bürger nach Willen von Lauterbach auch in ihren eigenen Wohnungen kontrolliert werden.

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