Kretschmann rät zum Zugfahren

Kretschmann lehnt Kurzstreckenflüge und Billigpreise ab: „Dumping ist immer schlecht“

Winfried Kretschmann bei einer Pressekonferenz.
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Winfried Kretschmann stellt sich hinter Annalena Baerbock.
  • Berkan Cakir
    vonBerkan Cakir
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Grünen-Chefin und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sieht Kurzstreckenflüge kritisch. Nun äußert sich auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann über Billigtickets.

Stuttgart - Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann stellt sich hinter Grünen-Chefin Annalena Baerbock und ihre Forderung, Kurzstreckenflüge abzuschaffen: „Es ist doch vernünftig, wenn der Zug schneller irgendwohin zu einer Destination fährt, dass man sich in den setzt und nicht in ein Flugzeug“, sagte er am Dienstag in Stuttgart gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Zu Billigflügen sagte Kretschmann: „Dumpingpreise sind immer schlecht.“

Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hatte sich am Wochenende gegenüber der Bild am Sonntag kritisch über Kurzstreckenflüge geäußert. „Kurzstreckenflüge sollte es perspektivisch nicht mehr geben“, sagte sie. Es sei unfair, dass mit Steuergeldern das Kerosin für Flugzeuge subventioniert werde, während Fahrten mit der Bahn teuer seien. Auch Billigtickets wie Mallorca-Flüge, die es für 29 Euro gibt, sollten nicht mehr angeboten werden.

Winfried Kretschmann hält Reisen vorerst ohnehin für unwahrscheinlich

Annalena Baerbock kündigte Verteuerungen für Flugreisen an, sollte die Regierungsübernahme im September gelingen. Zumindest im Südwesten haben die Grünen die Landtagswahl bereits für sich entschieden. Winfried Kretschmann begann im Mai seine dritte Amtszeit, seine Partei koaliert erneut mit der CDU. Dass die Christdemokraten beim Thema Flugreisen indes nicht einer Meinung mit dem Grünen sind, zeigte die Reaktion auf Bundesebene: „Es ist klar, dass der Flugverkehr seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten muss. Ein Verbot von Kurzstreckenflügen und massive Preiserhöhungen im Flugverkehr sind aber der falsche Ansatz“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Ulrich Lange (CSU), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Flugreisen, geschweige denn Urlaub, dürften nach Ansicht des baden-württembergischen Ministerpräsidenten vorerst aber ohnehin nicht möglich sein. Erst Anfang Mai dämpfte Winfried Kretschmann die Hoffnung der Bürger auf ein baldiges Reisen. „Das sehe ich erst mal nicht. Dazu müssten die Inzidenzen drastisch heruntergehen, bevor wir so was ins Auge fassen können“, sagte Kretschmann.

Der Inzidenzwert erreichte im Südwesten zuletzt wieder einen Wert unter der 100er-Schwelle

Für den Osterurlaub in Baden-Württemberg hatte die Landesregierung kein grünes Licht gegeben. Derzeit sinken die Inzidenzzahlen zwar bundesweit - im Südwesten erreichten sie am Dienstag, 18. Mai, mit einem Inzidenz-Durchschnitt von 95 erstmals seit zwei Monaten wieder einen Wert unter der 100er-Schwelle. Der Pfingsturlaub fällt aber aller Wahrscheinlichkeit nach trotzdem aus. Zuletzt nannte die Bundesregierung einen Zeitpunkt, wann Reisen wieder denkbar sind. Laut dem Tourismusbeauftragten soll es von Ende Juni an möglich sein, Urlaub zu machen - dann aber nur innerhalb Deutschlands.

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